Das ist die kurze Umschreibung für die Stimmungslage im Team Motorsport Sing im Rückblick auf die Saison 2008, die am 9. November 2008 beim letzten Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring mit einem Klassensieg in der SP4 abgeschlossen werden konnte.
Auch in diesem Jahr startete das Traditionsteam Motorsport Sing aus Heidenheim mit seinen Fahrern Eugen Sing und Friedhelm Mihm aus Sundern (Sauerland) und seinem heiß geliebten Mercedes Benz 190 EVO II 2.5-16 in der Klasse Sp 4 der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring.
„Wenn unser „Schätzchen“ durchhält, bringt es uns als Erster durchs Ziel“, so Teamchef Eugen Sing in einer kurzen Bestandsaufnahme. „Ausfall, Klassensieg, Ausfall, Klassensieg, Klassensieg, Ausfall, Ausfall, Ausfall, Klassensieg, das ist nichts für schlechte Nerven und Sentimentalitäten“, beschreibt Fahrer Friedhelm Mihm die Situation. Solche Höhen und Tiefen stellt das gesamte Team immer wieder auf die Zerreißprobe. „Und wenn nach einem Ausfall jeder wieder in die Hände spuckt und den nächsten Lauf als neue Herausforderung annimmt, spricht dies für die Moral und den Zusammenhalt der gesamten Mannschaft“, schwärmt Technikleiter Hans-Peter Brömmer, für den die Fahrer immer noch „Spielraum nach oben“ haben. Die Leistung der Technikabteilung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es ist der fachlichen Kompetenz der Techniker (Thomas, Wolfgang, Uwe, Willi, Sven) zu verdanken, dass der 190er–Mercedes den Extrembelastungen der grünen Hölle überhaupt standhält und immer wieder zu Höchstleistungen fähig ist. Und wenn mal wieder das Licht in der Fricker-Schmiede in Ulm bis in die frühen Morgenstunden brennt, sind es die vorgenannten „Sternendeuter“, die den EVO für das nächste Rennen wieder perfekt vorbereiten. „Als Fahrer musst Du grenzenloses Vertrauen in jeden haben, der am Fahrzeug arbeitet, wenn Du Dich damit in die Grüne Hölle begibst“, wissen beide Fahrer nicht hoch genug die Fähigkeiten der „Schrauber“ einzuschätzen. Ein besonderer Dank gilt Reinhold Fricker, der seine speziell eingerichtete Werkstatt zur Vorbereitung von Rennfahrzeugen dem Team Sing – zur Not rund um die Uhr – zur Verfügung stellt.
Es ist wahrhaft kein leichtes Unterfangen, mit dem etwas in die Jahre gekommenen EVO II regelmäßig die Nordschleife unter die Räder zu nehmen. „Aber das Auto macht wahnsinnig Spaß und hat noch die nötige Power, um mit den jungen Wilden mitzuhalten“, sind sich die beiden Fahrer Sing/Mihm einig. Und zur Freude der treuen Mercedes-Fans hält Motorsport Sing den Stern auch in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft in Ehren. „Und wenn dann im Brünnchen und am Schwalbenschwanz der Sing-Mercedes mit seinen 130 dB Vorbeifahrgeräusch bei den Fans für Gänsehaut sorgt und just in diesem Moment noch ein Porsche oder BMW überholt wird, ist das Wochenende gerettet“, so ein treues Mercedes-Fan-Club-Mitglied aus Heidenheim.
„Nur gut, dass Sing/Mihm auch beim letzten Lauf mit ihrem Mercedes Benz 190 EVO II dabei waren und den Klassensieg eingefahren haben, ansonsten wäre die diesjährige Bilanz sehr schlecht ausgefallen“, resümiert „Zeitwächter“ und rennleitender Psychologe Jochen Altdorf an der Boxenmauer. Startfahrer Mihm konnte von Anfang an die Führung trotz der widrigen Witterungsverhältnisse behaupten und das Auto nach zwei Stunden an den Teamchef und Zielfahrer Eugen Sing mit einem komfortablen Vorsprung auf den zweit Platzierten übergeben. „Diesmal haben wir die richtige Reifenwahl getroffen“, merkte Mihm ironisch an, nach dem er beim vorhergehenden Rennen als einziger in „Audimanier“ mit Regenreifen startete und nach einer Runde auf Slicks wechselte und damit sehr viel Zeit verspielte. Und wenn man dann mit 75 km/h und mit Kragenweite 52 in die Box fährt, darf man sich über eine Stop-and-Go-Strafe nicht wundern. Nach hartem Kampf konnte Sing aber drei Runden vor Schluss P 1 in der Sp 4 erobern, um dann in der letzten Runde auszufallen. Der Teufel steckte mal wieder im Detail: Gasgestänge gebrochen. „Hier lag wohl eine vorsätzliche Beschädigung des Fahrers vor“, waren sich die Beteiligten einig. Der wies alle Schuld von sich und merkte an: „Was soll ich denn anderes machen, als brutal Gas zu geben, wenn du drei Runden vor Schluss wegen der Dummheiten der „Vorfahrers“ noch auf P 2 liegst.“ So entstehen im Motorsport echte Freundschaften: Sing/Mihm.
Der „Winterlauf“ der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft am 9.11.2008 hat dann aber wieder alle versöhnt. „Wir sind sehr glücklich und nach dem Klassensieg beim letzten Lauf auch motiviert, den EVO über die Wintermonate wieder für die neue Saison startklar zu machen um im nächsten Jahr wieder auf „Sternfahrt“ durch die grüne Hölle zu gehen“, stellte Teamchef Eugen Sing nach der Siegerehrung im Mediencenter des Nürburgrings am 9.11.2008 fest und bedankte sich beim gesamten Team. Nach der Saison ist vor der Saison, und so freut sich Motorsport Sing auf ein Wiedersehen in 2009 in der Eifel.












