Academy Ferrari ohne Fortuna

Es gibt viele Variablen die stimmen müssen, damit ein Renneinsatz erfolgreich verläuft . Doch es gibt eine Variable, die sich nicht beeinflussen lässt: Glück. Dass Fortuna dem unter der Flagge der Academy Fahrschulen (Ludwigsburg) startenden Springenden Pferd nicht treu war, wurde beim 6h-Rennen am Nürburgring gleich mehrfach deutlich.

An mangelnder Vorbereitung kann es jedenfalls nicht gelegen haben, dass am Ende kein zählbares Ergebnis für das Team aus Leverkusen heraus sprang. Bereits am Donnerstag testete die schon seit zwei Jahrzehnten rund um Otto Altenbach (Leverkusen) und Jürgen Oppermann (Gstaad / CH) eingespielte Truppe am Nürburgring.

Bei den Tests am Freitag nahm zum ersten mal Pierre Kaffer (Salenstein / CH) Platz im Ferrari F430 GT2 und war sofort begeistert. „Vom ersten Meter an hatte ich große Freude mit dem Ferrari. Dank der intensiven Vorarbeit von Academy Racing und dem Fahrwerkspartner Bilstein liegt der F430 auf der Nordschleife bereits in dieser noch frühen Phase des Projektes sehr gut.“

Das Samstagstraining endete leider schneller als erwartet. In seiner ersten gezeiteten Runde rutschte Jürgen Oppermann im Bereich Bergwerk auf Öl aus, kam neben die Strecke und konnte den Ferrari nur mit viel Können vor einem Einschlag rettet. Bei diesem Ausritt wurde sowohl die Front, der Heckdiffusor als auch der Unterboden beschädigt. Sofort nach Eintreffen des F430 in der Box begann die Mannschaft von Academy Racing mit der Reparatur des schwarzen Boliden. Doch auch in dieser Situation fehlte das Glück: Otto Altenbach verletzte sich die Hand so schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste.

In einem Kraftakt wurde das Fahrzeug pünktlich zum Beginn des Rennens wieder repariert, die Mechaniker von Academy Racing konnten Stolz auf Ihre Arbeit sein Der Ferrari lief schnell und zuverlässig, nachdem er mangels gezeiteter Runde im Training von der letzten Position der ersten Startgruppe ins Rennen gehen musste.

In seinem Doppelturn zeigte Startfahrer Pierre Kaffer zum einen seine eigene Klasse zum anderen das Potential des Fahrzeugs. Mit Rundenzeiten im Bereich von 8:30 Minuten und einer persönlichen Bestzeit von 8:25,222 Minuten kämpfte er sich immer weiter nach vorne, ohne wirklich ans Limit des Wagens gegangen zu sein – durchkommen war die ausgegebene Devise.

Nach achtzehn Runden übernahm Jürgen Oppermann das Steuer des Ferrari und musste von Anfang an mit starken Sichtproblem kämpfen. Durch die vielen Unfälle und technischen Defekte war die Nordschleife an vielen Streckenabschnitten mit einem Schmierfilm überzogen, der sich auch auf der Scheibe von Oppermann niederschlug. Ausserdem verhinderten die vielen Abschnitte, in denen unter doppelt geschwenkter gelber Flagge gefahren werden musste, bessere Rundenzeiten.

Stiller Beobachter zu diesem Zeitpunkt in der Boxengasse: Otto Altenbach, der wieder zurück vom Krankenhaus an die Rennstrecke kam und nun ein paar Wochen einen dicken Verband um seine Finger tragen muss.

Letztendlich fehlte zur Zielankunft wieder das letzte Quentchen Glück, eine Antriebswelle versagte ihren Dienst, der Ferrari mit Oppermann am Steuer rollte im Bereich Hatzenbach aus. Das 6-Stunden-Rennen fand ein unbefriedigendes Ende – wenn der Ferrari und Academy Racing auch gezeigt hat, was in Zukunft möglich ist. Vielleicht ist ja beim nächsten Rennen Fortuna Ferrari-Fan?