Sechsstündiges Wechselbad: Benz-Brüder siegen

Dramatische Duelle auf teils regennasser Strecke, extreme Wetterkapriolen und hektische Reifenwechsel forderten Teams und Fahrern beim 6h ADAC Ruhr-Pokal Rennen nicht nur Nervenstärke ab. Im sechsten Lauf um den New Renault Clio Cup innerhalb der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring ging der Sieg in der Renault Clio-Klasse an die Benz-Brüder aus Hockenheim. Hinter ihnen: das Duo Karl Brinker und Uwe Kleen sowie Jean-Jacques Meyer, der von Klaus Völker und Uwe Kleen – im zweifachen Einsatz-Verstärkung erhielt.

Die Wetterkapriolen der Eifel zeigten sich mitunter als härteste Gegner im sechsstündigen Lauf um die BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft. Von 207 Fahrzeugen, die am Start waren, kamen 133 nach sechs Stunden innerhalb der Wertung ins Ziel. Auch während des Rennens hatten die Fahrer mit heftigen Schauern zu kämpfen, entsprechend hektisch ging es in der Boxengasse zu.

Dunkle Wolken und einsetzender Regen hatte Fahrern und Teams bereits vor dem Start die Sorgenfalten ins Gesicht getrieben. Regenreifen oder Slicks? Die Wahl fiel ganz unterschiedlich aus – und war im Sechs-Stunden-Marathon der Clio-Piloten offensichtlich nicht alles entscheidend, wie sich am Ende herausstellte. So auch bei Christian und Stefan Benz, Renault-Partner aus dem Badischen. Sie hatten zwar zunächst auf Regenreifen gesetzt, am Ende jedoch die Nase vorn. „Das war klar die falsche Entscheidung“, sagte Stefan Benz mit Blick auf die anfangs schnell abgetrocknete Strecke. „Aber am Ende muss es passen“, so Benz.

Karl Brinker, der sich das Cockpit mit Uwe Kleen, Ring-Racing-Teamchef teilte, hatte mit zunehmendem Rennverlauf mit schwindendem Leistungsverlust zu kämpfen – der Krümmer war gerissen, der Clio hielt dennoch. „Brinker hat alles richtig gemacht, konstatierte Teammitglied Klaus Völker: Erst Intermediate-Reifen, dann Slicks, dann wieder Intermediate-Reifen.“

Auch Klaus Völker griff ins Steuer des Cup-Clios – gemeinsam mit dem zweifach fahrenden Uwe Kleen und Jean-Jacques Meyer rollte er auf den dritten Platz in der Renault-Wertung, knapp vor Karl Raab, Sebastian Lhomer und Robert Zehetmayr, deren Tabellenspitze am Samstag wackeliger wurde. Nur noch zehn Punkte trennen sie von den Benz-Brüdern. „Die Zeiten von Benz und Brinker schaffen wir einfach nicht. Uns fehlt die Erfahrung und die Bedingungen sind heute extrem schwierig“, erklärte Lhomer. Das Steibel-Team hatte beim Start trotz des Regens Slicks aufgezogen. „Das war genau richtig. Die ersten Runden war es etwas rutschig, aber dann ging es“, berichtete Startfahrer Raab.

Pech hatte erneut das Team um Michael Mintgen, das nach mehreren Messungen und Tests in den Tagen zuvor immer noch auf Fehlersuche war. „In der Nacht zum Samstag hatten wir endlich den Fehler gefunden. Das Auto ging dann im Training wieder richtig gut – und dann platzte der Motor“, so Mintgen enttäuscht. Somit konnten Axel Linther und Dirk Riebensahm gar nicht erst an den Start gehen. Pech auch für die Besetzung des Vorgänger-Clios aus dem Rennstall Mintgen: Nach einem Crash im Brünnchen war das Rennen für Axel Linther, Robert und Sebastian Erkes vorzeitig vorbei.

Auch Marc Beckord und Christian Mass mussten ihren Clio 2 vorzeitig in der Box abstellen: Defekte Differenzialsperre, voraussichtlich eine Folge vom vorherigen Rennen, mutmaßte Beckord. „Dabei lief es zuvor einwandfrei“, ergänzte er.

Die italienischen Mitstreiter im New Renault Clio Cup, Paolo Previati Paolo, Giuseppe Tobia und Pierluigi Baldassari, schieden ebenfalls vorzeitig aus. Mit technischen Defekten zu kämpfen hatten auch Franck Grossetete und Philippe Gehin, die mit einem Renault Mégane RS ins Rennen gegangen waren.

Das nächste Rennen um den New Renault Clio Cup innerhalb der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft ist nach der Sommerpause am 13. September.