Erster Sieg für Karl Brinker

Karl Brinker meldete sich im fünften Lauf um die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft zurück und setzte sich nach vierstündigem Eifel-Marathon auf den ersten Platz innerhalb des New Renault Clio Cup. Hinter dem Ring-Racing-Fahrer auf den Rängen zwei und drei: die Clio-Duos Sebastian Lhomer und Manuel Metzger (Steibel Motorsport) sowie Pierre Moret und Claude-Alain Besse (Ring-Racing).

„Die Hoffnung stirbt zuletzt!“, hatte Karl Brinker noch vor dem Start mit Blick auf die vergangene Pechsträhne gesagt. Versöhnliches Ende seiner Solovorstellung in der Eifel bei hochsommerlichen Temperaturen: Sieg in der New Renault Clio Cup-Klasse und Rang fünf in der SP3-Wertung. Nach vier Ausfällen konnte der Bäckermeister aus Herne im fünften Lauf um die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft sein fahrerisches Geschick wieder ausspielen. Der Langstreckenroutinier setzte sich in seinem „Brötchen-Clio“ im Laufe des Rennens souverän von seinen Renault-Kontrahenten ab.

Ebenfalls begeistert vom erfolgreichen Einsatz in der Grünen Hölle zeigten sich Brinkers Teamgefährten, die Schweizer Pierre Moret und Claude-Alain Besse (Platz drei in der Clio-Klasse und Rang sieben in der SP3). Ihr Fahrzeug war in den vergangenen Wochen nach einem heftigen Crash komplett neu aufgebaut worden. „Es lief super, das Auto und die Strecke sind einfach wunderbar“, jubelte Claude-Alain Besse nach seinem Einsatz.
Kontinuität und hervorragend aufgestellt bewies sich einmal mehr das Team Steibel Motorsport. Sebastian Lhomer und Ex-ADAC Logan Cup-Meister Manuel Metzger belegten nach einwandfreiem Einsatz den zweiten Platz innerhalb des New Renault Clio Cup (Platz sechs in der SP3). Ins Schwärmen geriet nach seinen zweitem Einsatz im Cup-Clio auf der Nordschleife Manuel Metzger: „Ich war sofort infiziert von dem Auto, es macht unglaublich viel Spaß“, strahlte er. „Wir sind kontinuierlich vorne dabei. Und das, ohne etwas am Auto verändert zu haben“, jubelte sein Teamkollege Lhomer.

Einen ungeplanten Boxenstopp nach der ersten Runde bremste indes Stefan Benz aus Hockenheim aus. Nach heftigem Duell musste das Fahrzeug wieder in Form gebracht werden. „In der ersten Runde abgeschossen, das muss nicht sein“, ärgerte sich Christian Benz. Nach kräftiger Ausbeul-Aktion rollte der blaue Cup-Clio wieder auf die Strecke. Die Renault-Partner belegten am Ende den vierten Platz in der Clio-Wertung und Rang acht in der SP3. „Es muss halt immer ein wenig Glück dabei sein. Wir fahren ja nicht auf irgendeiner Grand Prix-Strecke, sondern auf der Nordschleife. Und das ist eben auch der Reiz“, so Benz.

Enttäuschtes Rätselraten prägte indes die Stimmung im Team Mintgen. Pilot Dirk Riebensahm kam am Steuer des aufwendig aufbereiteten Rennfahrzeugs nur bis zur Startaufstellung. Bereits am Morgen vor dem Rennen hatten unerklärliche Aussetzer für Kopfzerbrechen gesorgt. Die Probleme hatten sich nach einem Defekt an der Achse eingestellt. „Wahrscheinlich ein Kabelbruch oder nur eine winzige Kleinigkeit mit großer Wirkung“, spekulierte das Team um Michael Mintgen.

Betrübte Stimmung auch im Rennstall von Reinhard Sesterheim: Mit einem Totalschaden musste sich Felix Schmitt nach einem Crash aus dem Training verabschieden. „Eingangs des Streckenabschnitts Brünnchen ist das Heck ausgebrochen. Ich habe versucht zu stabilisieren, vergeblich“, bedauerte Schmitt, der mit dem Schrecken davon gekommen war. „Der Fahrerkäfig ist jedoch unversehrt. Das zeigt, wie hervorragend der Clio aufgebaut ist“, so Schmitt, der mit seinem Teampartner Marc Hurler ins RCM DMV Grenzlandrennen gehen wollte. Wenig Glück hatte auch Christian Huschke vom Team Ring-Racing. Er schied in seinem ersten Rennen im New Renault Cup Clio durch einen Crash im Streckenabschnitt Breitscheid aus. Reibungsloser war es für seinen Freund und Teamgefährten Jean-Jacques Meyer im ersten Turn gelaufen: „Total easy! Zwar gab es im ersten Part auf der Strecke heftige Unfälle, aber für mich lief es bestens“, so der 58-jährige Nordschleifenkenner.

Hoch motiviert war auch Marc Beckord ins Rennen gegangen. Er steuerte den Clio RS als Einzelkämpfer durchs Feld, musste jedoch in der zweiten Runde die Box ansteuern, weil sein Clio Bremsflüssigkeit verloren hatte. „Alles wieder dicht“, stellte Andreas Klinger beim nächsten Boxenstopp zufrieden fest. Dennoch musste Beckord nach 2,5 Stunden mit technischem Defekt im Streckenabschnitt Brünnchen die Segel streichen.

Am 19. Juli steht mit dem Sechs-Stunden-Rennen um den ADAC Ruhr-Pokal der nächste BFGoodrich Langstreckenlauf im Kalender der Renault Clio-Piloten.