Premierensieg für LPG in der Langstreckenmeisterschaft

Das Team von Autogas Motorsport erkämpfte sich beim vierten Rennen der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft den ersten Sieg eines mit LPG-betankten Rennfahrzeugs. Damit sichert sich das Team für den Alternativ-Kraftstoff Nummer 1 den ersten deutschen Sieg eines Autogas-Rennfahrzeugs auf der Rundstrecke.

Im Training zum 4h-Rennen sicherten sich die beiden Piloten Dirk Kremp (Köln) und Sven Böckmann (Dormagen) bereits Platz zwei hinter dem BMW 335d von Beckers Rennsport und schufen sich so eine gute Ausgangsposition für das Rennen. Mussten die Piloten vormittags noch mit teilweise nassen Bedingungen auf Grand Prix Kurs und Nordschleife auskommen, so sollte das Rennen trocken bleiben.

Einen entscheidenden Unterschied zu den bisherigen Rennen in diesem Jahr stellte die Aerodynamik bereits vor dem Start dar. Böckmann Renntechnik hatte nach zahlreichen Gesprächen mit den Fahrern beschlossen den neuen Heckspoiler des Rennwagens wieder abzubauen, da dieser nicht den erhofften Vorsprung erbracht hatte, als man noch vor der Saison simuliert hatte. „Der Spoiler sollte mehr Druck auf die leichte Hinterachse bringen, doch dafür kamen andere Nachteile mit sich. Jetzt rüsten wir kurzerhand wieder zurück“ so Kremp vor dem Rennen. Zu kurzfristig wie sich später herausstellen sollte. Ein unruhiges Heck verlangte von beiden Fahrern eine kundige Hand mit dem Umgang des leistungsstarken LPG-Fronttrieblers.

Im Rennen konnte sich das Team gut im Rennen behaupten und zu Rennmitte die Führung in der Klasse SP11 übernehmen. Doch beide Piloten waren sich von Anfang an einig, das Rennen aufgrund der veränderten Aerodynamik und dem daraus resultierenden nervösen Fahrwerk kontrolliert angehen zu lassen. Kurzfristig bedurfte es dem Support der Fahrwerkstechniker, um den Focus an der Box optimaler auf die neuen Bedingungen einzustellen. Im letzten Turn von Dirk Kremp aber kam es zu einer gefährlichen Situation bei Topspeed auf der Strecke. Am Ende der Döttinger Höhe fuhr ihm ein Renault Clio vehement in die linke Seite. Kremp dazu: „Wer links blinkt, bleibt links. Wer rechts blinkt, bleibt rechts. Wer links blinkt, darf rechts überholt werden, aber sicher nicht links. Da hat jemand heute Morgen bei der Fahrerbesprechung wohl nicht zugehört.“ Der nachfolgende Clio prallte dem Focus in die linke Seite, ein Ausrutscher übers Gras blieb nicht ohne Folgen. „Ich musste noch die Fahrertür festhalten, die wäre sonst weggeflogen, das Team konnte den Wagen reparieren und wir letztlich den ersten Sieg eines LPG betankten Rennfahrzeugs überhaupt für uns verbuchen. Vom unnötigen Crash abgesehen ist es ein großer Moment.“