Mit einem weiteren Podiumsplatz endete für Manthey-Racing der zweite Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Georg Weiss, Michael Jacobs und Peter-Paul Pietsch fuhren auf den dritten Gesamtrang. Den Sieg in der Klasse 3B holten Frank Kräling und Marc Gindorf für das Team aus Meuspath.
Georg Weiß, Michael Jacobs und Peter-Paul Pietsch machten im Wochenspiegel-GT3 einen Porsche-Dreifachsieg am Samstag perfekt. Bei frühlingshaften Bedingungen rund um den Nürburgring nahmen 208 Fahrzeuge das Rennen auf, welches das eingespielte Trio auf dem Treppchen beendete. „Dass die Generalprobe für’s 24h-Rennen so gut klappt, hätte ich nun nicht gedacht“, freute sich ein überglücklicher Georg Weiss nach 4 Stunden und 4 Minuten reiner Rennzeit. Über die Wintermonate weiterentwickelt wurde der Porsche des Wochenspiegel-Teams. Pietsch, der zum ersten Mal in dieser Saison ins Volant griff, stellte klar: „Ein Langstreckenrennen gewinnt man nicht in der ersten Kurve; das wissen die wahren Profis. Wir sind heute mit konstant schnellen Rundenzeiten und einer guten Portion Gelassenheit durchgefahren – das Geheimnis unseres Erfolges.“ Der Erfolg hat auch deshalb einen hohen Stellenwert, weil zahlreiche Unfälle, Gelbphasen und Trümmerteile höchste Konzentration verlangten. „Eigentlich wären wir sogar als Gesamtzweiter gewertet worden, doch man hat uns eine 2-Minuten-Strafe aufgebrummt“, urteilte Jacobs nach dem Rennen.
Mit sich und dem Rennen im Reinen waren Marc Gindorf und Frank Kräling! Der neunte Gesamtrang, vor allem aber der Sieg in der heiß umkämpften Klasse 3B, in der sich die 997er Cup-Autos zahlreich tummeln, lies die beiden Freunde den Erfolg feucht-fröhlich feiern. „Alles hat heute gepasst – glücklicherweise gehörten wir nicht zu den 67 Fahrzeugen, die die Ziellinie nicht gesehen haben“, blickt Kräling zurück. „Wir haben uns aus allem rausgehalten und wo immer es aufgrund der unzähligen Gelbphasen ging, auf die Tube gedrückt“. Der Erfolg der beiden Piloten ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie nicht auf ihrem eigenen GT3 starten konnten, sondern mit einem umgebauten Renntaxi an den Start gingen, da der reguläre Einsatzwagen aufgrund des schweren Unfalls zum Saisonstart noch nicht wieder auf seinen Rädern steht.
Während sich Teamchef Olaf Manthey in Barcelona um die UPS-Werksjunioren kümmerte, konnte die motorsportliche Speerspitze des Teams nach dem Gesamtsieg im ersten Lauf keine Akzente im zweiten Rennen setzen. Für Timo Bernhard, Romain Dumas und Marcel Tiemann war die Rennveranstaltung bereits in der dritten Runde beendet. Von Startplatz drei aus nahm Dumas das Rennen auf und lag schon nach Durchfahren der Mercedes-Arena an der Spitze. Diese dominierte der Porsche-Werkspilot auch bis er plötzlich durch einen Leistungsabfall eingebremst wurde. Kaum in die Box gefahren, stand fest, daß eine Schweißnaht an der Abgasanlage aufgebrochen war. „Das war Riesenpech, denn der Wagen lief ansonsten wie am Schnürchen und sicher wären wir auf dem Podest gelandet“, resümierte Bernhard. Und Teamkollege Tiemann ergänzte: „Schade ist es schon, aber da das hier der letzte Lauf für uns vor dem 24h-Rennen ist, ist es mir lieber, etwaige Schwachstellen tun sich jetzt auf, so daß sie das Manthey-Team bis zum 24. Mai in den Griff bekommt, als daß wir beim Langstreckenklassiker unplanmäßig in die Box müssen!“
„Schön, endlich mal wieder im Ziel zu sein!“ Christian Haarmann freute sich mehr als jeder andere über Gesamtrang sieben für den Porsche 996 im neuen Manheim-Look. Zusammen mit Ringfuchs Armin Hahne und Rückkehrer Willy Kern freute sich der Aachener über das Ende der Durststrecke. „Das war heute ein echtes Stück Arbeit, denn in jeder Runde flog irgend jemand wieder ab und die Strecke war mit Trümmerteilen übersäht. Deshalb an dieser Stelle einmal ein Lob an die Streckenposten, die am Samstag richtig gut zu tun hatten!“ Routinier Hahne, der sich nach dem Start konsequent in der Spitzentruppe tummelte und sogar auf Platz zwei liegend den Wagen weitergab, ist vom Potential des Wagens überzeugt: „Die Abstimmung, die wir gefunden haben, ist okay. Aber sowohl der Wagen als auch die Reifen haben noch Potential. Wenn wir hier das Gesamtpaket noch optimieren können, sind Top5-Platzierungen in der VLN mehr als möglich.“
Wieder einmal ein blitzsauberes Rennen lieferte das Team um Bert Lambrecht mit Gesamtplatz vier ab. Der belgische Neunelfer verpasste zwar wie schon im ersten Lauf knapp den Sprung unter die Top 3, doch freute sich das Trio Bert Lambrecht, Jean-Francois Hemroulle und Lance David Arnold über soviel Speed und Konstanz, weil man wieder weit in die Phalanx weitaus stärkerer Fahrzeuge hinein gefahren war. „Was soll ich sagen – der Wagen lief wieder toll“, erklärt Lambrecht. „Dann aber bekamen wir technische Probleme. Ich weiß nicht, was die Ursache war, aber die Gasannahme funktionierte nicht mehr einwandfrei. Da der Motor aber sowieso kurz vor einer Revision steht, haben wir alles auf eine Karte gesetzt und Lance hat uns trotz Handicap den vierten Rang gesichert!“
Erst gar nicht mit in den Kampf um Punkte und Siege eingreifen konnte der SP7-Porsche von Wolfgang Kohler und Christian Menzel. Schon am Freitagnachmittag kam der Wagen im Bereich des Abschnittes Bergwerk von der Strecke ab und wurde dabei überaus heftig beschädigt, während Kohler seinem GT3 glücklicherweise unverletzt entsteigen konnte.
Auch der englische Neunelfer rund um Gary Williams wurde am Start nicht gesichtet. Der Grund hierfür lag jedoch im privaten Bereich, denn Williams hatte seinem Sohn versprochen an dessen Geburtstag für ihn da zu sein und deshalb die britische Hauptinsel gar nicht erst verlassen.












