Volle Entschädigung im zweiten Rennen

In 14 Tagen erledigte die Mannschaft von Derscheid Motorsport so viel Nacht- und Sonntagsarbeit wie selten zuvor, um den Schaden aus dem ersten Rennen zu beheben. Jetzt wurde das Team für seine unermüdliche Arbeit und für sein grenzenloses Engagement mit einem Klassensieg belohnt.

„Der heutige Sieg geht einzig und allein auf die Kappe der Mechaniker und Helfer. Ohne die vielen freiwilligen Stunden der letzten zwei Wochen hätten wir nicht starten,“ erklärt der Teamchef, „und nicht siegen können!“

Michael Flehmer lieferte im Training eine famose Leistung ab und umrundete die altehrwürdige Nürburg in 10:18, was in der Klasse V2 für den zweiten Startplatz genügte. Trocken kommentiert er: „Ich mache da weiter, wo ich letztes Mal aufgehört habe. Diesmal hoffe ich jedoch, den Wagen ohne Schäden in die Box zu bringen.“ Rolf Derscheid brauchte sich in seinen Trainingsrunden nun nicht mehr sonderlich anstrengen und nutzte die Kilometer, um Reifen einzufahren. Außerdem seien seine Runden von vielen Unfällen begleitet gewesen und da „will man nicht auf Teufel komm raus eine noch besser Zeit erreichen als die ohnehin schon eingefahrene.“

Wie gewohnt war es Michael Flehmer, der den BMW 318i in die Einführungsrunde Richtung Startampel steuerte. Schon nach zwei Runden meldete sich Flehmer und bemängelte eine defekte Tankanzeige. Jetzt legte das Team flott eine Mathematik-Stunde ein und gab Entwarnung: Voll getankt war das Auto unterwegs, sodass ohne Bedenken ein zwei Stunden-Turn zu absolvieren war, was beim BMW maximal 12 Runden sind. Flehmer zum Rennverlauf: „Ich erhielt die Weisung, in Runde 13 die Box anzusteuern. Als ich abbiegen wollte, war die Boxeneinfahrt wegen eines Unfalles gesperrt. So musste ich den GP-Kurs umrunden, um in die Box zu gelangen. Ich verlor gut und gerne zwei Minuten und den ersten Platz, den ich mir hart aber fair erkämpfte.“ Während der Teamchef selbst sich auf den Weg machte, die verlorene Zeit aufzuholen, fand Flehmer eine schnellere Lösung: Eine Darlegung der Geschehnisse und der dadurch verlorenen Zeit bei der Rennleitung und schon bekam das Team zwei Minuten gutgeschrieben. Damit war Derscheid Motorsport wieder auf Rang eins der V2. Der Teamchef nach seinem Einsatz: „Wichtig ist, dass der Wagen am Stück über die Ziellinie gebracht wurde. In der Gesamtwertung fehlen uns natürlich die Punkte vom letzten Rennen, dadurch liegen wir erst auf Rang 126. Aber die Saison ist lang und am Ende wird abgerechnet.“