Klassensieg mit Hindernissen

Begleitet von strahlendem Sonnenschein gingen auch beim zweiten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 230 Fahrzeuge an den Start. Das für Kissling Motorsport startende Trio Marco Wolf, Jürgen und Heinz-Otto Fritzsche starteten von Platz eins der Klasse SP3 das Rennen und konnte trotz Probleme den Platz ins Ziel retten.

Die amtierenden Meister Marco Wolf, Jürgen und Heinz-Otto Fritzsche traten nach dem 5. Platz des letzten Meisterschaftslaufes mit einem neuen Motor den Start zum zweiten Lauf an. Das neue Aggregat testeten die drei Fahrer bei der Test- und Einstellfahrt am Freitag und befanden es für gut, doch schon im Zeittraining am Samstag traten Elektronikprobleme auf. Marco Wolf haderte mit einem stotternden Opel, der nach Kurvenfahrten nicht die volle Leistung brachte. Beim Fahrerwechsel tauschten die Mechaniker den OT-Geber und legten den Schaltunterbrecher lahm. Jürgen und Heinz-Otto Fritzsche berichteten, dass die Probleme behoben seien und legten mit dem so präparierten Auto eine Rundenzeit von 9:18 hin. Damit sicherten sie sich mit einem fünf Sekunden Vorsprung den ersten Startplatz der Klasse. Dennoch erklärten die drei Routiniers, dass eine echte freie Runde nicht möglich gewesen sei, da viel Verkehr, viel Schmutz und sehr viele Unfälle stets das Tempo drosselten.

Pünktlich um 12 Uhr wurde das Feld in die Einführungsrunde geführt und der orangefarbene Opel Astra GTC des Teams Kissling Motorsport führte nicht nur die Klasse SP3 an, sondern auch die gesamte dritte Startgruppe. Denn mit der eingefahrenen Trainingszeit wurden Fritzsche-Fritzsche-Wolf auch als schnellste der Startgruppe gewertet. Nach der ersten Runde war Startfahrer Heinz-Otto Fritzsche zwar seinen ersten Startgruppenplatz wieder los, doch die Klasse dominierte er scheinbar nach Belieben und hatte zu jeder Zeit den Wettbewerb im Griff. Nur durch ein zu optimistisches Bremsmanöver eines Porschefahrers, der dem Astra auf das linke Vorderrad rutschte und Heinz-Otto Fritzsche dann Speed rausnahm, um den Wagen auf Beschädigungen zu testen, schafften es zwei Konkurrenten an ihm vorbei zu schlüpfen.

Jürgen Fritzsche übernahm in Runde neun das Auto von seinem Bruder und meldete alsbald per Funk, dass das alte Problem – die Aussetzer – wieder aufgetreten sei. Anfänglich quittierte der Opel ausschließlich Schaltvorgänge mit lautem Knallen, im Laufe der weiteren Fahrt brachte der Motor immer weniger Leistung. Dennoch schaffte es Jürgen Fritzsche, den Wagen auf Rang eins der Klasse zu fahren. Neben den Elektronikproblemen hatte er allerdings mit vielen Gelbphasen zu kämpfen, die zur Rennmitte hin das gesamte Rennen beeinflussten. In Runde 17 war der Lauf für Jürgen Fritzsche beendet und Marco Wolf übernahm den Opel mit der Startnummer eins. Während des planmäßigen Boxenstopps wechselten die Mechaniker die Zündkerzen, da der Motor zeitweise nur auf drei Zylindern lief. Alle Unwegsamkeiten warfen die drei auf den zweiten Platz zurück und Wolf begann seinen Stint mit 20 Sekunden Rückstand auf den Führenden der Klasse. Er fuhr seine erste Runde mit einer Zeit von zehn Minuten sehr verhalten, um zu testen, wie sich das Auto bewegen ließ. Nachdem er sich mit den Problemen angefreundet hatte, fielen auch die Rundenzeiten wieder, und trotz der immer schwächer werdenden Motorleistung kämpfte er sich an den Führenden der Klasse SP3 ran und konnte ihn auf der Nordschleife sogar überholen. Youngster Wolf setzte sich Runde für Runde weiter ab und am Ende steuerte er den Opel Astra GTC mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung nach 25 Runden über die Ziellinie. Insgesamt war auch dieses Rennen von vielen Unfällen geprägt. Nur 140 Autos von 230 gestarteten beendeten das 4h-Rennen aus eigener Kraft.

Fritzsche-Fritzsche-Wolf haben in der Gesamtwertung einen großen Schritt nach vorne gemacht und liegen nun mit 17,54 Punkten auf Platz 18.