Benz-Brüder und Steibel-Fahrer trumpften

Der zweite Lauf um die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft hielt Teams, Fahrer und Zuschauer auf der Nordschleife des Nürburgrings in Atem. Dramatische Szenen auch in der SP3-Klasse, in der die Piloten des New Renault Clio Cup an den Start gehen. Nach vier Stunden Rennsportkrimi hatten Christian und Stefan Benz aus Hockenheim vor Karl Raab (Eiselfing) und Sebastian Lhomer (Reit im Winkel) vom Team Steibel-Motorsport die Nase vorn.

Runde um Runde schrumpfte die Zahl der emsig kämpfenden Piloten beim zweiten Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft in der grünen Hölle des Nürburgrings. Zahlreiche Unfälle und ölverschmierte Streckenabschnitte gestalteten das vierstündige Rennen um den „50. ADAC ACAS H&R-Cup\“ als besondere Herausforderung. Zu den insgesamt mehr als 60 Ausfällen gehörten auch Mitstreiter des New Renault Clio Cup. Mit einem spektakulären Überschlag verabschiedete sich nach knapp drei Stunden – glücklicherweise unverletzt – das in Hochform fahrende Duo Claude-Alain Besse und Gustav Lundh im Abschnitt Aremberg aus dem Rennen. Auch der Schweizer Teamchef Mathias Schläppi landete in den Leitplanken, das Team Mintgen wurde durch einen technischen Defekt gestoppt.

„Es zählt halt nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Konstanz “, stellte Stefan Benz nach dem Rennen strahlend fest. Er und sein Bruder Christian waren im zweiten Lauf um die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf den ersten Platz in der Klasse des New Renault Clio Cup gefahren (Gesamtklassement Rang 66). „Es war wahnsinnig viel Betrieb auf der Strecke, darunter viele Neulinge mit schnellen Autos. Anstrengend zu fahren, aber es machte Spaß“, berichteten die pfiffigen Renault-Autohausbetreiber aus Hockenheim.

Unübersehbar auch die Begeisterung von Teamchef Claus Steibel über die gelungene Vorstellung seiner Fahrer Karl Raab (Eiselfing) und Sebastian Lhomer (Reit im Winkel). Der Hotelier Lhomer und Kartbahnbetreiber Raab rollten in der Cup-Wertung auf Rang zwei und gesamt als 84. über die Ziellinie. „Es gab viele Unfälle und Gelbphasen“, erzählte Raab. „Aber insgesamt lief es für uns einfach Klasse, das Auto war super“, so der Geschäftsmann.

Enttäuschung für die Trainingsschnellsten, das Mintgen-Duo Axel Linther und Dirk Riebensahm sowie für den Schweizer Mathias Schläppi, der an diesem Samstag den Rallye-Junior Lars Kern als Verstärkung am Steuer eingeplant hatte. Der Schweizer endete in der Cupwertung auf Rang zwei liegend durch Crash. Nachdem er im Abschnitt Flugplatz von der Strecke gedrängt worden war, musste er das Rennen nach 1,5 Stunden beenden.

Axel Linther wiederum quälte sich im zweiten Turn mit heftigen Aussetzern und musste den auffälligen Cup-Clio nach 2,5 Stunden enttäuscht abstellen. „Voraussichtlich ein Fehler in der Mechanik“, vermutete Michael Mintgen.

Enttäuschendes Wochenende auch für Renault-Pilot Karl Brinker vom Team Ring-Racing, der nach zwei Motorschäden gar nicht erst an den Start fuhr. Auch Robert Lommel und Alexander Starke vom Team Schlaug-Motorsport mussten wegen Motordefekts unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. „Derartige technische Ausfälle kennen wir bei den Renault-Clios eigentlich gar nicht. Das hat Seltenheitswert in all den Jahren“, so Manfred Schlaug.

Hoch zufrieden das Team Flat-out-Racing von Marc-Oliver Beckord, der gemeinsam mit Christian Mass, Neffe des bekannten Motorsportlers Jochen Mass, auf der Nordschleife ins Steuer griff. Den vergangenen Nürburgringlauf beendete das Team auf Rang 98 in der Gesamtwertung. „Es macht einfach super viel Spaß, das Auto ist ganz nach unserem Geschmack“, schwärmte Beckord, der von Techniker Andreas Klinge betreut wird. Beckord kann es beurteilen. Seit 2006 fährt er den Cup Clio II in VLN und RCN, zudem betreut er als Außendienstler für Renault Händler im Ruhrgebiet. „Unser großes Ziel ist zunächst das 24-Rennen“, so der begeisterte Motorsportler.