Trauriger Saisonbeginn für Autogas Motorsport

Den Saisonbeginn in die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft hatte sich das Rennteam von Autogas Motorsport auch etwas anders vorgestellt. Dabei hatte sich die Vorbereitung des 335 PS starken Autogas Ford Focus ST bereits gut angetan. Neu abgestimmtes Fahrwerk, Motormodifikationen, Aerodynamikänderungen und eine über den Winter neu konzipierte Lage der Prins-Gasanlage im Motorraum ließen nicht nur starke Rundenzeiten, sondern auch eine deutliche Performancesteigerung gegenüber dem Wettbewerb erwarten.

Und die hatte den Winter auch nicht nur zum Däumchen drehen genutzt. In der Klasse SP11 (alternative Antriebe) über 2,0 Liter Hubraum gilt der Kampf 2008 Diesel gegen Autogas. Während die Drehmomentstarken BMW Diesel mit bis zu 3,5 Liter Hubraum auf ungeheuren Schub auf der Berg und Talbahn des 25km langen Nürburgrings setzen, nutzte Teamchef Klaus Böckmann von Böckmann Renntechnik die langen Wintertage für eine Optimierung des Drexler-Sperrdifferentials in Verbindung mit einer Verbesserung des Fahrwerks. Denn das Renn-Differential fehlte in der vergangenen Saison fast gänzlich, durchdrehende Räder sorgten nicht nur für einen herben Reifenverbrauch, zudem konnte das Team die Leistung des Turbo-beatmeten Ford-Aggregats nicht auf den Asphalt bringen. Doch die ersten Runden im Zeittraining deuteten bereits auf das Potential der Veränderungen unter dem Blech hin. Startplatz sechs wollte Startfahrer Martin Uhler (Köln) auch gleich beim umspringen der Startampel weiter ausbauen, als ihn bereits in der ersten Kurve nach Start/Ziel ausgelaufenes Öl des Vordermanns zum Ausritt ins Grüne beförderte.

210 Rennfahrzeuge sorgten zudem nicht nur für massigen Verkehr auf der Strecke, sondern zwangen die Piloten auch immer wieder zu haarsträubenden Ausweichaktionen, nachdem Fahrzeug um Fahrzeug neben der Strecke im Getümmel sein Ende fand. In der dritten Runde verdüsterten sich auch die Wolken um Autogas Motorsport, als Uhler über Funk berichtete, dass er das Rennen aufgrund eines Ausrutschers im Bereich Brünnchen jäh beenden musste. Die Frage nach der Ursache muss erst noch geklärt werden, bei den vielen Unfällen ist eine Fremdeinwirkung nicht auszuschließen. Lau der ersten Schadensanalyse wurde der Ford Focus ST im Front- und Seitenbereich durch Leitplankenkontakt getroffen.

Wann der Wagen mit den Piloten Sven Böckmann (Dormagen), Dirk Kremp und Martin Uhler (beide Köln) wieder einsatzbereit sein wird, muss daher vorerst abgewartet werden.