Titelverteidigung hat Priorität

Hauchdünn war der Vorsprung, mit dem das Trio Fritzsche–Fritzsche–Wolf auf dem von Kissling Motorsport eingesetzten Opel Astra GTC die BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2007 gewann. Das Team setzt selbstverständlich alles daran, den Titel zu verteidigen, weiß aber gleichzeitig, dass die Aufgabe noch schwieriger zu lösen sein wird.

„Wir werden alles daran setzen“, erklärt Stefan Kissling, Teamchef von Kissling Motorsport, gut 14 Tage vorm ersten Rennen, „den hart erkämpften Titel zu verteidigen. Dafür werden wir alle erdenklichen und erlaubten Maßnahmen ergreifen und tief in der Trickkiste wühlen.“ Die Titelverteidigung bindet sämtliche verfügbaren Kräfte, und Kissling Motorsport musste erneut sein Team personell aufstocken. Stefan Kissling: „Die Titelverteidigung ist nicht das einzige Projekt, dass in dieser Saison ansteht. Uns obliegt die Betreuung der Fahrzeuge des Opel Race-Camp, überdies arbeiten wir mit Hochdruck an der Corvette, mit der wir in der Langstreckenmeisterschaft ein gehöriges Wörtchen mitreden wollen.“ Derart viele Baustellen – da bleibt es nicht aus, dass man sich von dem einen oder anderen Projekt trennt. Der schon im letzten Jahr nur sporadisch eingesetzte Opel Corsa wird in der ausstehenden Saison gänzlich fehlen. Ebenso fehlen wird, zumindest in der ersten Saisonhälfte, der schnelle Opel Astra Turbo.

„Unser Ziel ist nicht die Mittelmäßigkeit, sondern der Spitzenplatz“, so der Teamchef, „den haben wir im vergangenen Jahr erreicht und dies wird auch in diesem Jahr unser Maßstab sein.“ Mit nur wenigen Detailänderungen setzt Kissling Motorsport auch in diesem Jahr wieder auf den bekannten und bewährten Opel Astra GTC. Unverändert ist auch die Fahrerpaarung, die den schnellen Astra pilotiert: Jürgen Fritzsche, Heinz-Otto Fritzsche und Marco Wolf wollen mit vereinten Kräften am Ende der Saison wieder die Startnummer 1 in Händen halten.

Das geänderte Reglement – der Start in der Gruppe H wird durch das Baujahr beschränkt – verspricht für die ausstehenden zehn Rennen der Langstreckenmeisterschaft viel Spannung. Denn: Zahlreiche Teilnehmer werden in diesem Jahr nicht mehr in der Gruppe H, sondern in der SP3 starten. Dadurch wird die Klasse eine der teilnehmerstärksten in der Meisterschaft sein. Jürgen und Heinz-Otto Fritzsche freuen sich darauf: „Wir erwarten eine starke Konkurrenz, die alles dransetzen wird, unseren Durchmarsch zu verhindern. Da die Klasse mit wahrscheinlich über 20 Autos sehr stark ist, gibt es auch viele Punkte für einen zweiten oder gar dritten Platz.“ Youngster Marco Wolf ergänzt: „Jetzt ist es nicht mehr unbedingt erforderlich, die Klasse zu gewinnen, was wiederum heißt, dass wir nicht immer am Limit fahren müssen. Das schont den Wagen und auch die Nerven.“ Jeder von ihnen hat sich eigens auf die schwierige Aufgabe vorbereitet, am Ende haben sie das gleiche gemacht: Sport, um Kondition zu steigern, Reflexe zu schulen und Konzentration über einen langen Zeitraum aufrecht zu halten. „Fitness spielt im Motorsport nun mal eine große Rolle“, erklärt Heinz-Otto Fritzsche.

Grundsätzlich gehen es die Fahrer verhältnismäßig ruhig an und planen auch in diesem Jahr mit Sinn und Verstand ihre Runden zu drehen. „Nur mit Konstanz hast du im Langstreckensport überhaupt die Chance, um eine Meisterschaft zu fahren. Mit unserer langjährigen Erfahrung, dem großartigen Team im Hintergrund und dem schnellen, standfesten Auto von Kissling haben wir berechtigte Chancen, auch 2008 ein Wort um die Titelvergabe mitzureden“, rechnen die Fritzsche-Zwillinge gemeinsam mit Marco Wolf vor.