Gedlich bei Jürgen Alzen Motorsport

Markus Gedlich, seit Jahren als erfolgreicher BMW Pilot in Sprint- und Langstreckenrennen bekannt, wechselt für 2008 zum Erfolgsrennstall von Jürgen Alzen. Er wagt damit den Sprung auf einen Heckmotor-Sportwagen. Sein Betätigungsfeld wird die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft sein, deren zehn Wertungsläufe allesamt auf der schönsten und schwierigsten Rennstrecke der Welt, der Nordschleife des Nürburgrings ausgetragen werden.

Auf die Frage nach den Gründen für den Wechsel von Team und Hersteller verrät Gedlich: „Einen Porsche im Rennsport zu fahren, stellt für mich eine große Herausforderung dar, der ich mich stellen möchte. Alzen bietet mir mit dem bekannt schnellen Porsche 911 vom aktuellen Typ 997 sehr gute Voraussetzungen, um auch 2008 wieder in der Spitzengruppe mitzufahren. Ich will versuchen, mein fahrerisches Potential optimal für das Team einzusetzen.“

Jürgen Alzen, Teamchef von Jürgen Alzen Motorsport, ist nicht nur Kopf des Unternehmens, sondern auch der Denker des Teams. Mit seinen spektakulären Ideen und außergewöhnlichen Fahrzeugkonzepten zeigt er spätestens seit dem legendären „Turbinchen“, wie die Fangemeinde den turbogetriebenen Porsche einst liebevoll nannte, welch Innovationskraft in ihm steckt. Mit dem nicht minder spektakulären Porsche Cayman des Jahrgangs 2007 stellte Alzen erneut ein Konzept auf die Beine, das für Aufsehen sorgte. Mittlerweile ist man jedoch zum bewährten 911er vom Typ 997 zurückgekehrt. Ob der Cayman bereits 2008 eine Renaissance erfährt, steht bislang noch in den Sternen. Fest steht nur, daß die Entwicklungsarbeiten bei Alzen niemals stillstehen und die Konzepte wie auch Detaillösungen permanent auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt werden.

Für Gedlich stellt dieser Umstand eine glückliche Kombination dar, denn er sieht sich mehr als nur als Fahrer. „Ich sehe es seit jeher als meine Aufgabe, meine Teams vor allem technisch zu unterstützen. Ein Team kann nur so gut sein wie der Fahrer seine Eindrücke beschreibt. Ich freue mich daher, Alzen Motorsport technisch so gut ich kann zu unterstützen und zu beraten.“

Dass Gedlich fahrerisch ein großes Erbe antritt, ist ihm bewusst. Schließlich war in der Vergangenheit kein Geringerer als Tourenwagen-Ass und Bruder Uwe Alzen Jürgens Co in der VLN. Gedlich gibt sich zugleich selbstbewusst wie bescheiden: „Für mich ist Uwe fahrerisch ein absoluter Maßstab. Keiner kennt die Nordschleife besser als er, keiner kann einen Porsche schneller bewegen als er. Mein Ziel ist es, meine eigenen Stärken optimal zu nutzen und damit das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Dabei möchte ich niemandem nacheifern, sondern fahrerisch meinen eigenen Weg gehen. Ich bereite mich akribisch auf die bevorstehende Saison vor und bin sicher, dassa sich dies in guter Leistung auszahlen wird.“

Gedlichs erste Testfahrt im Alzen Porsche soll im März im Rahmen der offiziellen Einstellfahrten der Deutschen Langstreckenmeisterschaft (VLN) passieren. Angst hat der 2,01m lange Blonde davor nicht, denn er konnte bereits in der vergangenen Saison in die Welt der Porsche Rennfahrzeuge hineinschnuppern. Auf einem 911 Cup zeigte er mit der Pole-Position in seiner Klasse sowie der schnellsten Runde im Rennen, dass er offenbar auch einen Porsche schnell um die schnwierigste Rennstrecke der Welt bewegen kann.