Mit zwei Autos startete Dörr Motorsport zum neunten und vorletzten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Allerdings standen dem Team nur drei Fahrer zur Verfügung, so dass Gregor Vogler das Vier-Stunden-Rennen alleine bestritt. Für beide Autos wurde es am Ende noch mal spannend.
Die Frage, was man berichten soll, wenn bei einem Rennteam alles perfekt läuft, rückt insbesondere bei Dörr Motorsport immer mehr in den Fokus. Auch beim neunten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft gab es für das Team keinerlei Probleme und schien bereits kurz nach dem Start alles in geregelten Bahnen zu laufen. Doch dann wurde es noch einmal richtig spannend, und die Fahrer lieferten doch noch ordentlich Stoff für einen Rennbericht.
Stammfahrer Willi Friedrichs erhielt auf dem BMW 130i beim vorletzten Rennen aktiven Beistand von „Mister Nordschleife“, Rudi Adams. Auch für Gregor Vogler hätten sich ausreichend Fahrerkollegen gefunden, doch der Bayer zog es vor, die vier Stunden alleine im BMW 120d zu verbringen. Das Training verlief den Umständen entsprechend für beide Fahrzeuge äußerst unspektakulär. Jedoch beklagten die Drei schon nach dem Training die auffallend aggressive Fahrweise, die im Feld herrschte und die daraus zahlreichen Unfälle, die keine freie Runde zuließen. Willi Freidrichs beispielsweise hatte in seiner ersten Trainingsrunde gleich drei und in seiner zweiten Runde zwei Gelbphasen, die sich zum Teil über mehrere Kilometer zogen. Eine 9:43 reichte Adams und Friedrichs für die Startposition 49 in der ersten Startgruppe, was einem vierten Platz in der Klasse SP5 gleichkam. Auch Gregor Vogler stand auf dem vierten Rang, jedoch in der Dieselklasse SP10. In der zweiten Startgruppe bedeutete dies Platz 33.
Trotz guter Vorbereitungen meldete sich Rudi Adams per Funk und teilte mit, dass er mir technischen Problemen zu kämpfen hatte. Diese stellten sich in der Mercedes Arena ein: Der Motor ging einfach aus, sprang aber auch sofort wieder an. Adams meldete den Vorfall sofort per Funk an Teamchef Rainer Dörr. Man einigte sich auf eine weitere Runde über die Nordschleife, da der Fehler bis zur Anfahrt der Boxengasse nicht mehr auftrat. Nur kurze Zeit später meldete sich Adams erneut per Funk und die Teammitglieder, allen voran die Chefs Rainer Dörr und Jörg Ullmann, verloren ihre Gesichtsfarbe. Adams meldete den gleichen Vorfall erneut: Motor stirbt ab und springt wieder an. Bei seiner Umrundung wiederholte sich der Vorfall drei Mal, bevor „Mister Nordschleife“ die rettende Box erreichte. Dem „Tankwart“ war schnell klar, woran der Fehler lag als er sah, wie viele Liter nachgetankt werden mussten, bevor der Vorratsbehälter zur Gänze gefüllt war. Man hatte vor dem Start schlichtweg zu wenig getankt. Willi Friedrichs übernahm das Auto trotz der unfreiwilligen Sprit-Stopps auf Platz zwei der Klasse SP5 und durfte ab Runde 13 den Rest des Rennens bestreiten. Durch den Tankstopp und die langsame Runde war der direkte Wettbewerb wieder ran gekommen und saß Willi Friedrichs im Nacken. Durch die etwas geringere Motorleistung des Dörr 1er konnte der Konkurrent auf der Geraden an Friedrichs vorbei- aber keinesfalls wegfahren. Im letzten Drittel zwang Friedrichs den Wettbewerber in einen Dreher und verschaffte sich so etwas Luft, die allerdings auf den Geraden schnell wieder verbraucht war. Der Dörr 1er wurde erneut überholt und so überquerte Friedrichs trotz aller Anstrengungen die Ziellinie auf Platz drei.
Völlig unberührt von den Benziner-Problemen absolvierte Vogler sein Rennen. Er hielt sich aus allen Rangeleien raus und wollte nur in Ruhe Rennen fahren. Doch das wollte der Wettbewerb nicht! Ein Konkurrent versuchte Vogler im Brünnchen zu überholen, was mächtig schief ging und die beiden Fahrzeuge berührten sich – ein Unfall blieb zum Glück für beide Teilnehmer aus. Vogler behielt die Nase vorn und konnte sich für weitere drei Runden behaupten. Dann wagte der Wettbewerber einen erneuten Überholversuch. Doch statt vorbei zu fahren, rammte er den Diesel von Dörr und Voglers Auto verlor fast die Hälfte des hinteren Stoßfängers. Aber auch das brachte den routinierten Bayern nicht aus der Ruhe. Vogler fuhr konstant und 18 (!) Runden ohne Tankstopp. Weitere acht Umrundungen der Nürburg standen für Vogler auf dem Programm, ehe das karierte Tuch den 9. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft beendete. Erstaunt konnten die Zuschauer am Parc Fermé einen scheinbar ausgeruhten Gregor Vogler sehen, dessen Körper offensichtlich etwas erhöhte Temperatur hatte, der aber keinesfalls fertig oder erledigt aussah. Lediglich nervlich musste der Bayer etwas runterkommen, hatte auch er massiv mit schmutziger Fahrbahn, Öl und vielen Unfällen zu kämpfen.












