Doppel-Pole und Doppelsieg für Mühlner Motorsport

Das im belgischen Spa-Francorchamps ansässige Mühlner Motorsport Team hatte beim 9. Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft erstmalig alle drei Porsche im Einsatz. Der Moskovskaya Porsche mit Startnummer 695 wurde von Jochen Krumbach (Eschweiler) und Tim Bergmeister (Langenfeld) gefahren. Die Stammbesetzung des Krimskoye Porsche (#696) bestehend aus Doppelstarter Krumbach und Heinz-Josef (Juppy) Bermes (Willich) wurde vom schnellen Schweden Ulf Karlsson unterstützt. Auch beim zweiten Einsatz des neuen Porsche mit der Startnummer 697 teilten sich Wilfried Schmitz (Setterich) und Marcel Engels (ebenfalls Willich) das Steuer.

Im Qualifikationstraining fuhr Krumbach erst den Krimskoye Porsche mit der Startnummer 696 und erzielte mit einer sehr guten Zeit von 8:41 die provisorische Poleposition in der hart umkämpften Klasse um sich dann im Moskovskaya Porsche selber zu schlagen: mit einer Fabelzeit von 8:37 setzte er die Startnummer 695 auf Pole und bescherte dem Mühlner Team eine Doppelpole. Marcel Engels brannte, in seinem erst zweiten Rennen auf einem Porsche, eine gute 8:45 in den Asphalt und lag damit auf Platz vier. Nach diesem hervorragenden Qualifying mit allen drei Mühlner Porsche in den ersten zwei Startreihen ging man optimistisch ins Rennen.

Krumbach fuhr den Start im Moskovskaya Porsche, Karlsson im Krimskoye Porsche und Engels in der Startnummer 697. Vom Start weg lag das Trio im Vorderfeld der Porsche Cup Fahrzeuge. Durch Benzinsparende Fahrweise konnten alle drei Mühlner Porsche eine Runde länger fahren als die Gegner und führten zum ersten Boxenstopp in der Reihenfolge Krumbach vor Engels vor Karlsson. Alle drei wurden dann zeitgleich abgefertigt und Bergmeister übernahm die 695, Bermes die 696 und Schmitz die 697.

Soweit so gut, aber dann überstürzten sich die Ereignisse: erst bekam Krumbach einen Anruf und musste aus familiären Gründen auf seine Teilnahme auf dem Krimskoye Porsche verzichten. Kaum hatte er den Nürburgring verlassen, hatte Bergmeister auf dem GP Kurs eine Kollision und fuhr über die kleine Runde an die Box. Alle vier Reifen hatten Bremsplatten und hinten links war Felge und Stoßdämpfer defekt. Nach einer Notreparatur fuhr Bergmeister als Letzter in der Klasse wieder auf die Strecke und konnte mit dem weidwunden Porsche auch nicht mehr wirklich attackieren. Teamchefin Renate-Carola Mühlner meldete Krumbach bei der Rennleitung von dem Krimskoye Porsche ab, sodass Startfahrer Karlsson auch den dritten Stint fahren musste. Statt das nun etwas Ruhe einkehrte, die nächste Schreckensnachricht: Schmitz schied mit der 697 kurz nach Halbzeit durch einen Unfall nach Reifenschaden aus.

Aber abgerechnet wird immer erst ganz zum Schluss. Durch eine geschickte Rennstrategie und konstant schnelle Rundenzeiten aller Fahrer, auch im beschädigten Moskovskaya Porsche, lagen die 696 und die 695 in der letzten Stunde des 4 Stunden Rennens plötzlich wieder auf den Rängen zwei und drei. Nach all dem was passiert war, wäre auch das bereits ein versöhnliches Ergebnis gewesen. Als dann der führende Konkurrent mit einem technischen Defekt ausfiel konnte ein Doppelsieg eingefahren werden: das Duo Bermes / Karlsson siegte vor Krumbach / Bergmeister. Krumbach konnte sich auch die schnellste Rennrunde gutschreiben lassen.
„Was für ein Rennen. From Hero to Zero to Hero again. Für Juppy und Ulf freut mich der Sieg sehr, sie haben keinen Fehler gemacht, sind konstant schnell unterwegs gewesen und haben sich auch durch die geänderte Situation nicht aus der Ruhe bringen lassen. Jochen hat heute ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was für ein Top Fahrer er ist. Er hat die Doppelpole in beiden Fahrzeugen eingefahren, den Moskovskaya Porsche, auf dem er den Start gefahren hat, auf P1 liegend an Tim übergeben und die schnellste Rennrunde gefahren. All das, obwohl er wusste, dass sein Vater im Krankenhaus um sein Leben ringt. Als sich die Verschlechterung abzeichnete, verzichtete er auf den Start im zweiten Fahrzeug um ins Krankenhaus zu fahren, wo sein Vater Willi Krumbach kurze Zeit später verstarb. Willi war sonst bei allen Rennen seines Sohnes dabei. Wir werden ihn vermissen, “ zieht Bernhard Mühlner das Resümee eines außergewöhnlichen Rennens, das mit einem Doppelsieg endete.