Die Fritzsche-Zwillinge hatten nach dem achten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft allen Grund zum Feiern: Zum einen holten sie gemeinsam mit Marco Wolf volle Punktzahl, zum anderen feierten beide ihren 104. (gemeinsamen) Geburtstag!
So langsam drehen sich in der Tabelle beim Kampf um die Langstreckenkrone alle Zeichen in Richtung Sturm! Nur noch zwei Rennen stehen den Protagonisten zur Verfügung, um am Ende die Nase vorn zu haben. Das gilt insbesondere auch für Kissling Motorsport, die der Meisterschaft schon zum Saisonbeginn ihren orangefarbenen Opel-Astra-Stempel aufdrückte. Auch beim 8. Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft sah alles nach typischer „Kissling-Dominanz“ aus. Doch nur der Sauger sollte am Ende das Ziel sehen.
Nach dem offiziellen Training am Samstag gab es im Team Kissling Motorsport die gewohnt zufriedenen Gesichter. Seniorchef Helmut Kissling leitete auch an diesem Wochenende das Team, da Stefan Kissling in Oschersleben den ProCar Astra von Rainer Bastuck zu betreuen hatte. Auf dem Nürburgring indes stand der Turbo Astra mit Hannu Luostarinen und Gaststarter Volker Strycek auf dem zweiten Platz der Startgruppe zwei, was mit Platz eins der Klasse SP3T gleichzusetzen war. Fast 18 Sekunden trennten den Turbo vom Zweitplatzierten der Klasse. Ein Polster, das beruhigte und klar machte, über wen der Klassensieg zu laufen hatte. Auch der kleinere Opel, der Sauger-Astra mit Fritzsche-Fritzsche-Wolf stand in seiner Klasse, der H2, auf dem ersten Platz. Hier allerdings war die Luft schon recht dünn und mit nur vier Sekunden Rückstand zeigte sich der zweitplatzierte Japaner formatfüllend im Opel-Rückspiegel.
Kurzes Rennen und lange Freude
Etwas früher als gewohnt wurde die erste Startgruppe bereits um 11:30 Uhr in Bewegung gesetzt. Wenige Minuten später folgten auch Gruppe zwei und drei, in denen die Kissling-Astras standen. Volker Strycek übernahm den Start auf dem Turbo und begann direkt Druck auf den Führenden der Startgruppe auszuüben. Strycek biss sich förmlich im Heck des vor ihm liegenden BMWs fest, doch schon in der vierten Runde erhielt das Team per Funk die Hiobsbotschaft vom Fahrer, dass der Wagen ohne Vortrieb im Bereich Schwedenkreuz ausgerollt sei. Der technische Mangel, so sollte sich später herausstellen, lag im Getriebebereich, die Kupplungeingangswelle war gebrochen und der Schaden konnte nicht mehr vor Ort behoben werden. Hannu Luostarinen hatte somit Feierabend, während Volker Strycek sich auf seinen Turn bei einem anderen Team vorbereitete.
Deutlich besser lief es beim Geburtstags-Auto: Junior Marco Wolf übernahm den ersten Stint und überquerte schon nach der zweiten Runde auf Platz eins der Klasse H2 die Start-Ziel-Linie. Die nach dem Turbo-Ausfall kurzzeitig geknickte Mannschaft zeigte sich alsbald lächelnd und zufrieden, denn Wolf hatte nicht nur den ersten Platz übernommen, sondern begann sich kontinuierlich abzusetzen. Mit einer Zeit von 9:33 fuhr er überdies die schnellste Runde des ohnehin nicht langsamen Trios. Bis zur 18. Runde griff Jürgen Fritzsche ins Volant des Astras. Er hatte den Wagen auf Rang eins liegend übernommen und setzte die Arbeit seines Kollegen Wolf fort: Auch Jürgen konnte den Abstand zum Verfolgerfeld weiter ausbauen. In seiner letzten Runde führte die Rennleitung den Astra auf dem 34. Gesamtrang. Otto Fritzsche übernahm für die letzten acht Runden das Auto und vollendete das Werk seiner Mitstreiter. Kontinuierlich baute auch er den Vorsprung auf Platz zwei der Klasse H2 aus, so dass dieser am Ende fast acht (!) Minuten betrug. Und das, obwohl er der Anweisung von Helmut Kissling folgte und deutlich Gas rausnahm und im Schnitt nur noch mit 9:40 die Nordschleife umrundete. Nach 25 Runden war das Rennen für Fritzsche-Fritzsche-Wolf beendet und der Astra wurde auf einem sagenhaften 28. Gesamtrang geführt.
Die drei konnten im Kampf um die Meisterschaft erneut Boden gut machen und liegen nun mit 57,93 Punkten auf Rang 15 einer Tabelle ohne Streichresultate.












