Sieg für Mathol-Racing dank gewagter Tank-Strategie

Die Mathol Racing GmbH hat beim sechsten Rennen zur BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft die Klasse der Honda Civics Type R mit deutlichem Abstand gewonnen. Teamchef Matthias Holle (Diez) und Wolfgang Weber (Albersdorf) sollten ausnahmsweise einen der beiden Civics pilotieren. Dies wurde möglich, weil Stammfahrer Doc Tom und Nick Hardt aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen nicht antreten konnten. Aaron Burkhart war durch seinen Einsatz in der Deutschland-Rallye verhindert. Außerdem wurde der Honda S2000GT neu aufgebaut und muss erst noch getestet werden. Also gab es folgende Paarungen: Wolfgang Weber und Matthias Holle mit der Startnummer 664 und die beiden Stammfahrer Berthold Bermel und Oliver Lembeck gemeinsam in der Startnummer 667.

Wolfgang Weber lieferte einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg ab. Matthias Holle griff gar nicht ins Lenkrad. Er war mit einem leichten Infekt angereist und wollte deshalb nur den letzten Stint fahren. Kurz vor dem Fahrerwechsel ging es Holle aber so schlecht, dass Weber sich per Funk bereit erklärte komplett durchzufahren. Matthias Holle unterzog sich beim Rennarzt einer Untersuchung und zog daraufhin die Nennung noch während des Rennens zurück. Doch Weber machte auch alleine seine Sache sehr gut und er lieferte eine große konditionelle Leistung ab. Auch die Boxencrew lieferte mit tadellosen Stopps und einer sehr guten Koordination ihren Anteil an dem Sieg.

Schon im Training lag der Wagen vorne. Aber nur knapp: grade mal 6 Zehntel trennte die 664 vom zweiten Startplatz. „Ich bin wirklich sehr zufrieden“, meinte Teamchef Matthias Holle, der ein gewagtes Manöver führ das Rennen plante. „Heute fahren wir mit nur drei Stopps“, kündigte er an. Wegen des kleinen Tanks müssen die Civics eigentlich viermal an die Box. Doch das Team wollte das Risiko eingehen. „Wir haben eine etwas sparsamere Fahrweise ausprobiert und es kann funktionieren. Aber nur, wenn der Gesamtführende nicht länger als 4 Stunden und 2 Minuten fährt“, meinte Matthias Holle.

Genau diese Zeitspanne wurde glücklicherweise eingehalten, wie sich später herausstellte. „Die jeweils letzte Runde ist Wolfgang mit Motoraussetzern gefahren“, gestand Holle. Zudem profitierte das Auto davon, dass der Gesamtsieger von Land Motosport ebenfalls ein kleines Problem hatte und so 52 Sekunden nach Ablauf der Zeit ins Ziel kam. Wäre der Porsche problemlos durchgefahren, hätte es eine Rennrunde mehr gegeben.

Manche ein Konkurrent konnte nicht glauben, dass eine 3-Stopp-Strategie funktioniert. Die von vielen intensiv beobachtete technische Nachuntersuchung ergab aber keine Unregelmäßigkeiten. „Es ist halt ein großer Vorteil, wenn ein Rennfahrer gleichzeitig ECO-Trainings anbietet und auch selbst lebt. Es gibt sicherlich wenige andere Fahrer, die ihren privaten Diesel bei 1400 Umdrehungen hochschalten“, Teamchef Matthias Holle war stolz auf Wolfgang Webers Leistung, der beim Spritsparen seine ganze Erfahrung mit eingebracht hat.

Mit normaler 4-Tank-Strategie und zahlreichen Problemen kämpften sich Berthold Bermel und Oliver Lembeck durchs Rennen. Noch beim freien Training hatten beide den Wagen getestet und waren glücklich. „Das Auto liegt gut, ist schnell in den Kurven und macht richtig Spaß“, verkündete Berthold Bermel. Dass dann am Renntag Probleme mit dem Getriebe auftauchen würden, konnte der erfahrene Pilot nicht ahnen. Das Duo hielt sich aber wacker und lieferte trotzdem schnelle Zeiten ab. Oliver Lembeck konnte nur schwer beschreiben was los war: „Ich weiß auch nicht, aber irgendwie passt es heute nicht“, meinte er ratlos.

Vor allem die Schaltvorgänge vom fünften in den sechsten Gang waren nur sehr schwer zu bewerkstelligen. Wieso das Getriebe des zweite Honda Civic sich so schwer schalten ließ, muss in den nächsten Tagen in der Werkstatt in Hennef geklärt werden. Dennoch ist mit solchen Problemen ein fünfter Platz wie ein kleiner Sieg, betrachtet man das Fahrerfeld im Civic Cup. Nur ein Beispiel: keiner der Civics fiel in diesem Rennen aus.

Viel Zeit bleibt aber nicht, denn am kommenden Samstag tritt die Mathol Racing GmbH bei der Rundstreckenchallenge wieder auf dem Nürburgring an. Dann werden vier Civics ins Rennen geschickt. Ob der Honda S2000GT schon seinen Auslauf bekommt ist noch offen. Sicher wird er aber beim 6-Stunden-Rennen am 15. September wieder mit am Start sein.