Bei trockenen und sonnigen Bedingungen erlebten 28.000 Zuschauer einen furiosen Start in die zweite Saisonhälfte der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Das Training am Samstagmorgen nahmen 202 Teams auf, 190 Fahrzeuge starteten dann zum sechsten von zehn Läufen.
Von Startplatz 5 aus ins Rennen gegangen setzte Marcel Tiemann als Startfahrer auf dem gelb-grünen Manthey-RSR schon in der allerersten Rennrunde alles daran, einen Podiumsplatz für das Team aus Meuspath anzumelden, überquerte er doch als Zweitplatzierter die Ziellinie bei der ersten Durchfahrt. Der Sturmlauf des Ex-DTM-Piloten endete jedoch in Runde 5 mit einem Defekt an der rechten Antriebswelle. Nach erfolgter Reparatur setzten Marcel Tiemann und Arno Klasen die Fahrt im 911 GT3 RSR fort, doch dienten die letzten Runden der Abstimmung, da der Rundenverlust zu diesem Zeitpunkt bereits zu groß war.
„Ich war im 4. oder sogar im 5. Gang unterwegs, als es aus heiterem Himmel passierte“, berichtete Tiemann, „und ich hatte wirklich alle Mühe einen Einschlag zu verhindern! Wir hatten gute Chancen das Rennen auf dem Podest zu beenden.“ Arno Klasen konnte dem Wochenende noch etwas Positives abgewinnen: „Das war meine erste Zielankunft seit März 2006, zwar nur im dreistelligen Plazierungsbereich, aber immerhin!“
Ein dritter Platz im Training war die gute Ausgangsbasis für das letztjährige 24h-Siegerfahrzeug, in dieser Saison von Christian Haarmann und Armin Hahne pilotiert. Mit tollen Rundenzeiten machte Routinier Hahne auf dem 996 deutlich, dass man gewillt war das gute Resultat aus dem 5. Saisonlauf zu toppen. Doch auch hier war es ein technischer Defekt im letzten Rennviertel, der dem Streben nach einer Top5-Platzierung ein Ende setzte.
„Nach einer echten Eingewöhnungsphase – schließlich nahmen wir nicht am 24h-Event teil – habe ich mich Kilometer für Kilometer wieder ans Fahrzeug herangetastet und dann sehr wohl gefühlt. Wir hatten eine Menge Spaß, schade nur, dass uns der Motorschaden dazwischen gekommen ist!“ kommentiert Haarmann das Wochenende aus seiner Sicht.
Zum größten Erfolg seiner noch jungen VLN-Geschichte wurde das Wochenende für Wolfgang Kohler, der seinen von MR vorbereiteten 997er Cup-Porsche mit Christian Menzel durch die grüne Hölle jagte. Nur zu zweit besetzt fuhren Sie den Wagen nicht nur an die Spitze ihrer stark besetzten Klasse, sondern landeten im Gesamtklassement auf einem sensationellen 8. Rang!
Seinen ersten Renneinsatz in der diesjährigen Saison absolvierte der in der SP7 genannte Porsche von Bert Lambrecht. Der Belgier hatte aufgrund einer Bandscheiben-Operation die gesamte erste Saisonhälfte pausieren müssen und freute sich nun die ersten Rennkilometer in und mit seinem brandneuen 997 unter die Räder nehmen zu können. Mit den Co-Piloten Jean Francois Hemrolle und Porsche-Werksjunior Lance David Arnold setzte er gleich bei seinem ersten VLN-Einsatz heuer den blauen Neunelfer auf den mehr als respektablen 6. Gesamtrang. „Mit dem Rücken ist alles okay, und viel Spaß hat es auch gemacht – wüsste aber mein Arzt, dass ich hier bin, würde er mich erschießen“, resümierte Lambrecht nach dem Rennen.
Drei Plätze dahinter überquerte der Tagesspiegel-Porsche mit Georg Weiß, Michael Jacobs und erstmals in dieser Saison Jonathan Baker die Ziellinie. „Aus der Qualifikation hätte ich mehr herausholen müssen, dennoch war das Rennen super“, konstatierte Jacobs. Und Weiß ergänzte: „Ich freue mich schon auf das 6h-Rennen, welches wir mit der 24h-Besatzung in Angriff nehmen werden.“
Riesenpech für Frank Kräling, Marc Gindorf und Peter Scharmach – nur 15 Minuten vor Rennende und auf einem aussichtsreichen Platz unter den Top 10 rangierend, machte auch beim Cup-Porsche eine defekte Antriebswelle der Paarung mit der orangefarbenen Startnummer 701 einen gehörigen Strich durch die Rechnung.
Ein stressfreies Rennen absolvierten Gary Williams, Julian Perry und Steven Ivermee auf der im 917er Design gehaltenen Startnummer 703. Die drei Freunde von der britischen Insel genossen ihre Runden durch die grüne Hölle, ohne auf eine Podestplatzierung zu fahren. Der unfallfreie Fahrspaß stand hier eindeutig im Vordergrund und weniger rekordverdächtige Rundenzeiten.












