Captain Racing: Sieg trotz frühen Schwierigkeiten

Jörg Otto (Grevenbroich) und ex DTM-Pilot Frank Schmickler (Köln) liessen die Konkurrenz auch im sechsten Rennen nicht im Unklaren, wer in der Porsche-Cup-Klasse das Sagen hat. Fünfter Cup-Sieg im sechsten Rennen.

Die Sommerpause dauerte in der diesjährigen Langstreckensaison ungewöhnlich lange. Drei Monate mussten sich die Teams gedulden, entsprechend „heiß“ waren die meisten wieder in die Renncockpits zurückzukehren.

Am Start zum sechsten Rennen der Saison warteten 200 Fahrzeuge auf das umschlagen der Startampel, auf Platz zwei Captain Racing, aber es hätte auch ganz anders kommen können. Denn im morgendlichen Zeittraining raubte ein abgerissener Zapfen der Antriebswelle der Mechanikercrew wertvolle Minuten der Vorbereitung. Glück im Unglück, da der Wagen nur aus dem Bereich der Grand Prix Strecke eingeschleppt werden musste. Spät erst konnten die fleißigen Helfer um Teamchef Manfred Kilian Hand anlegen, doch pünktlich Startfahrer Jörg Otto hinaus in die Startaufstellung bringen.

Ein bisschen Statistik: Mit 32 Porsche-Rennwagen war die Spitze unglaublich stark besetzt, im Gesamtklassement stand der Captain Racing Porsche an 25. Stelle und war damit zweit schnellster Cup-996er. Mit „nur“ 380 PS ließ man dabei trotz verkorkstem Zeittraining zahlreiche Leistungsstärkere Boliden (bis ca. 500 PS) hinter sich.

Im Rennen stoben Otto und Schmickler wie gewohnt nach vorne, überholten, bremsten aus und reihten sich in den Kampf der Großen ein. Nach vier Stunden war der Spuk vorbei und Endrang 13 im Gesamtklassement, sowie der Sieg in der Porsche-Cup-Klasse, errungen.

Jörg Otto: „Das war ein tolles Rennen, denn nach dem Malheur im Zeittraining hätte man das Ergebnis gar nicht erwarten dürfen. Der größte Dank geht an meine Mechaniker-Jungs, ohne die wir gar nicht erst wieder gestartet wären. Das Rennen war toll, auch wenn mich die Flucht der Konkurrenz aus der Porsche-Cup-Klasse traurig macht. Letztes Jahr starteten hier noch um die 10 Porsche, die meisten wanderten in die Gruppe H ab, wo sie sich vielleicht bei unterschiedlich alten Rennwagen bessere Hoffnungen auf den Sieg machen, als unter gleichen Bedingungen bei uns. Alleine der Triumph über die stärkeren Porsche macht Spaß, wenn man in der eigenen Klasse aber nur noch mit zwei Konkurrenten startet, ist das eher frustrierend.“

Weniger frustrierend, wenngleich mit Ausfall, konnten sich die beiden Piloten Axel Linther (Korschenbroich) und Lars Hieronymus (Neuss) über ein starkes Debüt des neuen Renault Clio RS III von Mintgen Motorsport freuen. Teamchef Michael Mintgen zeigt sich begeistert: „Im Rennen zeigten wir mit einer 9:48 Min eine erste Duftmarke, aber da geht noch wesentlich mehr.“ Auch die beiden Piloten konnten gar nicht genug vom neuen Renngerät bekommen und grinsten erfreut um die Wette.

Gar nicht zum fahren kam Alex Winter (Korschenbroich) im Mitsubishi-Lancer-Team von Helmut Dutz aus Borken. Ein Motorschaden vereitelte bereits früh alle Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis mit dem 460 PS starken Allradler.