„Wenn wir eins jetzt draufhaben, dann ist es Reifenwechseln in Rekordzeit,“ so Rainer Dörr nach dem vierten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Das Wetter war beinahe die einzige Unwegsamkeit, die das Team zu bewältigen hatte – aber eben nur beinahe.
Und wieder ein technisches Problem, dass mit den mitgeführten Ersatzteilen nicht zu lösen war. Grund: Es war einfach nicht im Vorrat enthalten. Aber der Reihe nach. Im freien Freitagstraining liefen sowohl der Diesel, als auch der Benziner von Dörr-Motorsport anfänglich ohne Probleme. Zum Ende des freien Trainings jedoch meldeten sich am schwarzen 130i starke Vibrationen. Die Techniker von Dörr kamen dem Fehler schnell auf die Schliche: Defekt an der Antriebswelle. Eigentlich keine große Sache, die Sache mit der Reparatur; zumindest, wenn das Ersatzteil verfügbar ist. Das war aber – ähnlich wie vor 14 Tagen – nicht der Fall. Auch am vergangenen Rennsamstag mussten Mechaniker in aller Herrgottsfrühe aufstehen, im Autohaus Dörr die Antriebswelle aus dem Lager fischen und sich auf den Weg zum Nürburgring zu machen. Im Fahrerlager angekommen, war die Welle tatsächlich binnen kürzester Zeit gewechselt. Die nun folgenden Stunden konnten wie gewohnt abgespult werden.
Soll und Ist – ausgewogen bei Dörr
Wie in den vorangegangenen Rennen verlief der vierte Lauf am vergangenen Wochenende für Dörr-Motorsport völlig unspektakulär. Lediglich das Wetter hielt die Boxencrew auf Trab. Immer wieder wechselten sich ergiebige Regengüsse mit strahlend blauem Himmel und eisigem Wind ab. Manchmal bot das Eifelwetter auch alle drei Wetterteile auf einen Schlag. Kurzum: Weder für Fahrer noch für Mechaniker sollte es ein ruhiges Rennen werden.
Der 130i wurde wie üblich von Stammfahrer Willi Friedrichs pilotiert. Unterstützung erhielt er von Simon Englerth und Arnd Meier, die sich für das 24h-Rennen auf den 1er Benziner einschießen sollten. Eine ähnliche Konstellation gab es auf dem Diesel: Stammfahrer Gregor Vogler wurde von Kristian Vetter ergänzt, der sich ebenfalls für das Mega-Event mit dem Auto anfreunden sollte. Nicht zum Zuge kam Rudi Adams, zur Freude der Konkurrenz und zum Leid von Dörr-Motorsport. Denn das vorherrschende Wetter war definitiv „Adams-Wetter“. Zurück zu den Akteuren: Das Training gingen alle fünf Fahrer des hessischen Rennstalls auf Regenreifen an, denn abschnittsweise ähnelte die Strecke eher einem Sturzbach als einer Straße. Daher auch die eher bescheidenen Rundenzeiten: Der Selbstzünder stand nach gut eineinhalb Sunden Zeittraining auf Startplatz 143 und nur fünf Plätze dahinter fand sich der 3-Liter Benziner wieder. Frustration gab es dennoch keine, schließlich hielten sich die Fahrer an die Weisung des Teamchefs, alle Autos unbeschadet über die Distanz zu bringen – in vier Wochen ist 24h-Rennen! Um kurz nach zwölf war es dann soweit: Die erste Startgruppe mit dem 130i überfährt die Start-Ziel-Linie, nur wenige Minuten später passiert auch die zweite Startgruppe mit dem Diesel BMW von Dörr die Lichtschranke der Zeitmessung und beide Autos von Dörr-Motorsport stürzten sich zum vierten Mal in diesem Jahr in das Abenteuer „4h-Nordschleife.“ Beide Autos starteten auf Regenreifen, was sich im nachhinein als unkluge Entscheidung herausstellte, die bereits nach einer Runde wieder revidiert werden sollte.
Gregor Vogler steuerte bereits nach einer Runde die Box an, um Slicks aufziehen zu lassen, fuhr dann aber zwei relativ ruhige Stunden auf dem Diesel-BMW. Im Grunde genommen hatte das bayrische Urgestein eine angenehme Fahrt, wenn man vom Wetter, zahlreichen Unfällen, Schmutz, Teilen auf der Strecke und Gelb-Phasen absieht. Einzig die ständigen Wechsel von Slicks auf Regenreifen und umgekehrt wirbelten den Rhythmus durcheinander. Kristian Vetter, zweiter Diesel-Fahrer, hatte einen ebenso ruhigen Turn. Allerdings musste auch er öfter als gewünscht und gewohnt die Dörr-Box aufsuchen, um die Reifenwahl dem Wetter anzupassen.
Auch das Trio des 130i durfte ein verhältnismäßig ruhiges Rennen ohne brenzlige Situationen abspulen. Doch bevor es ans routinierte Drehen der Runden ging, musste Startfahrer Willi Friedrichs direkt nach dem Start die Reifen wechseln, um auf profillosen Slicks ins Renngeschehen einzugreifen. X-Mal mussten die Pneus getauscht werden, bevor er an den ehemaligen Champ Car Fahrer Arnd Meier übergab. Meier seinerseits nutzte den vierten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft, um die Funktion des Autos zu testen und um Erfahrungen zu sammeln. Schließlich will und soll er das 24h-Rennen auf dem schwarzen 130i fahren. Nach einigen Runden war die Reihe an Simon Englerth, dem dritten Fahrer im Bunde. Er ging den Rest des Rennens ruhig, routiniert und gelassen an und konnte ohne Zwischenfälle „nach Hause“ fahren. Am Ende des durch Wetterkapriolen bestimmten Rennens fand sich der Diesel-BMW auf Gesamtrang 83 und Klassenrang zwei wieder. Der schwarze BMW mit Benzin-Triebwerk wurde am Ende fünfter in der Klasse und 90 in der Gesamtwertung.












