Das Turbo-Loch oder: Ohne Turbo ein Loch

Obwohl man bei Dörr-Motorsport problemlose Abläufe gewohnt ist, weiß das gesamte Team aus Erfahrung, dass es auch anders kommen kann. Beim dritten Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft erlebte die hessische Mannschaft dies hautnah.

Das Training verlief für Dörr-Motorsport verhältnismäßig ruhig. Der frisch erstarkte Diesel mit Rudi Adams und Gregor Vogler hinterm Volant stand nach dem 1,5 stündigen Training auf dem vierten Startplatz der Klasse SP 10. Willi Friedrichs und Olaf Hoppelshäuser fuhren den 130i auf den elften Startplatz in der Klasse SP5. Beide Klassen waren auch am letzten April Wochenende stark besetzt und so war klar, dass es für die Fahrer bei fast hochsommerlichen Temperaturen alles andere als eine Spazierfahrt werden würde. Vogler übernahm die Startphase im Diesel und Friedrichs im Benziner. Beide Fahrer hatten klare Anweisung von Teamchef Rainer Dörr: Aus den üblichen Start-Rangeleien raushalten, den eigenen Rhythmus finden und das Auto ohne Blessuren an den Copiloten übergeben. Nach 13 problemlosen Runden steuerte Friedrichs den SP5-BMW an die Box, um ihn an Hoppelshäuser zu übergeben. Auch Hoppelshäuser hatte eine ruhige Fahrt – ohne technische oder konditionelle Probleme. Die schnellste Runde lieferte das BMW-Benziner-Gespann mit einer 10:08 in Umlauf zehn ab. Damit war man zwar nicht langsam, aber auch nicht wirklich schnell genug, um bei der SP5-Musik ganz vorne mitzuspielen. Der Klassensieger schaffte die Umrundung der Rennstrecke in 9 Minuten 14, was den Druck auf die Dörr-Mannschaft erhöhte, will man ein Wort im Kampf um Klassensiege mitreden. Am Ende fand sich der 130i von Dörr-Motorsport auf Platz sechs von zwölf gestarteten Autos.

Gregor Vogler fuhr 15 Runden auf dem Diesel, bevor er ihn an Rudi Adams übergab. Der Selbstzünder lief wie das sprichwörtliche Uhrwerk und mit 10 Minuten 05 lagen die Dieselzeiten sogar unter denen des Benziners. Trotz großer Anstrengungen landete das Duo Vogler-Adams nur auf Rang vier der Dieselklasse SP10. Für den kommenden Lauf, am 12. Mai nämlich, will das Team den noch in Arbeit befindlichen 1er BMW fertig haben, um damit in der Klasse SP6 zu starten.