Christer Joens hat beim zweiten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring eindrucksvoll seine Qualität unter Beweis gestellt. Der 19-jährige fuhr zum zweiten Mal in seiner Karriere ein Rennen auf der legendären Nordschleife und diesmal stand er am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Gemeinsam mit seinen Fahrerkollegen René Wolff und Axel Nolde gewann Christer Joens die Klasse V5 im BMW M3 des Teams Pro VLN knapp vor den Zweitplatzierten. Damit sicherte sich das Trio auch den Sieg in der Wertungsgruppe der Serienwagen.
„Wir haben heute das Rennen durch unsere Taktik gewonnen“ bilanzierte hinterher Teamchef Marco Keller. Das Team riskierte es, nach dem ersten Stint eine Runde später zu tanken, als alle anderen. Dadurch musste das Team nicht noch einmal kurz vor Ende zu einem so genannten „Splash and Dash“ in die Box. Die Rechnung ging auf, auch wenn die achte Rennrunde vor allem bei der Boxencrew für Herzklopfen sorgte. Niemand wusste, ob der Sprit reichen würde.
Doch es reichte und Christer Joens konnte den Wagen in Führung liegend übernehmen. Seinen Stint erledigte er mit viel Übersicht und Abgeklärtheit. „Christer macht seine Sache wirklich sehr gut. Er fragt viel nach und lässt sich auch was sagen. Die Tipps und Hilfestellungen, die wir im geben, nimmt er gut an“, Marco Keller lobte den Nordschleifen-Neuling. Fahrerkollege René Wolff ging sogar noch ein bisschen weiter: „Mit ihm haben wir einen echten Glücksgriff gemacht.“ Zum ersten Mal konnte das Team neben der Klasse auch die Wertungsgruppe gewinnen und durfte damit bei der Siegerehrung im Anschluss des Rennens auf das Podium.
Christer Joens selber freute sich eher im Stillen: „Ich genieße es einfach. Das Gefühl auf dem Treppchen zu stehen ist ganz toll.“ Sein Ziel war es die gute Leistung aus dem ersten Lauf zu bestätigen. Dass es im Nachhinein eine deutliche Steigerung war, freute den 19-jährigen.
Mit den äußeren Bedingungen hatte Christer Joens nicht zu kämpfen. Bei rund 25 Grad und blauem Himmel wurden die Rennwagen binnen kürzester Zeit zu fahrenden Saunen. „Ich habe beim Fahren nichts davon gemerkt.“ Immer wenn er die Zeit hatte, genoss er den Blick an den Streckenrand. Etwa 30.000 Fans standen rund um die Nordschleife, um den Lauf zu verfolgen. Eine Zuschauerresonanz, die Christer Joens in seiner Karriere so noch nicht erlebt hat.
Insgesamt traten fast 200 Autos zu dem Lauf an. Dieses große Starterfeld ist für Christer Joens genauso Neuland, wie die komplizierte aber gerechte Punktewertung. Je mehr Teams in einer Klasse starten, desto mehr Punkte kann man für einen Sieg bekommen. In der Klasse V5 gingen insgesamt 14 Autos an den Start. Mit dem Sieg sicherten sich Christer Joens und seine beiden Teamkollegen 9.64 Punkte. Mit insgesamt 17,72 Punkten belegen die drei zusammen Rang 17 von 440. Wenn es in der Saison so weiter geht ist auch ein Angriff auf die Meisterschaft möglich. Die Klasse V5 zählt zu den stärksten der Serie und somit zu einer Klasse, die den Meister später stellt.












