„Ich bin mit dem Auftakt ganz zufrieden“, trotz eines Doppelausfalls war Teamchef Matthias Holle guten Mutes. Der Saisonauftakt zur BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft wurde auch zum Auftakt der neu gegründeten Mathol Racing GmbH. Das neu aufgebaute Team wird im Laufe der nächsten Wochen bis zu fünf Fahrzeuge in der VLN und der Rundstreckenchallenge einsetzen. Zum Auftakt der VLN kam das Team mit einem nagelneuen Honda Civic Type R und einem Honda S2000 GT. „Wir wollten es bewusst ruhig angehen lassen, zumal der Civic sich noch im Teststadium befindet“, meinte Holle.
Vor allem das Projekt Civic Type R verlangte dem Team zum Auftakt viel ab. Bisher war noch keines dieser Fahrzeuge auf einer Rennstrecke unterwegs. Am Freitagmorgen gab es dann die erste Testmöglichkeit auf der Nürburgring Grandprixstrecke. Harald Proczyk und Oliver Lembeck (beides erfahrene Motorsportler, zuletzt im Ford Fiesta ST Cup) hatten die Ehre, als erste ins Steuer greifen zu dürfen. „Der Wagen liegt wirklich gut, ich bin echt überrascht“, meinte Lembeck nach dem morgendlichen Test. Auf der Nordschleife kam abends dann die Ernüchterung: „Unfahrbar“, war der kurze Kommentar von Proczyk. Der Honda war viel zu unruhig. Was folgte war eine stundenlange Fehlersuche – mit Erfolg. Das auf der normalen Straße sinnvolle ESP machte den Civic auf der Rennstrecke zum Flummi. Ohne die elektronische Hilfe lag der Wagen direkt besser, was die beiden Fahrer auch direkt umsetzten.
Im Zeittraining lag das Duo am Ende auf Rang vier der Klasse. Das Team hatte den Wagen abgestellt, nachdem Platz 1 zwischenzeitlich erreicht war. „Danach zogen aber noch drei andere Teams an uns vorbei“, meinte Teamchef Matthias Holle. Kaum war das Rennen gestartet, machte sich das Duo Proczyk/Lembeck daran nach vorne zu stürmen. Proczyk, der den Start gefahren war, übergab das Auto in Führung liegend. In der Folgezeit hielt das Duo die Führung, bis plötzlich nach 13 Runden gleich vier Radbolzen eines Rades brachen und das Rad abriss.
Dennoch war der Einsatz des Civic Type R für das Team ein voller Erfolg. Mit 10:00.766 Minuten war der Civic deutlich schneller, als seine Klassenkonkurrenten. Harald Proczyk setzte damit die erste Bestzeit für den nagelneuen Civic Type R auf der Nordschleife. Bis zum Ende des Rennens konnte diese Zeit nicht geknackt werden. In den nächsten beiden Wochen gilt es jetzt nur noch die letzten Kinderkrankheiten auszumerzen, damit der Wagen standhaft und damit siegfähig wird.
Viel Pech gab es beim Honda S2000 GT. Matthias Holle und Wolfgang Weber – die erfolgreiche Fahrerpaarung aus der vergangenen Saison – hatten einen nagelneuen Wagen aufgebaut. Auch wenn er optisch dem Vorjahresauto sehr ähnlich sah, so war es doch ein Neuwagen. Deshalb ließ es das Duo im Training auch ruhig angehen. Im Rennen machte Weber aber sofort Dampf nach vorne. Er hatte sich grade von Platz 6 auf Rang 3 vorgearbeitet, als die Fahrt beendet wurde. „Ich hatte kaum noch Öldruck und bin vorsichtshalber an die Box.“ Kaum stand der Wagen, schoss das komplette Kühlwasser unten aus dem Wagen.
Ein Flügel des Propellers am Kühler war abgebrochen und im Kühler eingeschlagen. Der Verlust des Öldrucks entstand dann durch einen Folgeschaden. „Wir haben uns entschieden nicht zu reparieren, sondern jetzt abzubrechen und dann zu Hause in Ruhe nachzuschauen“, erklärte Matthias Holle den Abbruch.
Während sich die Technik-Crew in den nächsten Tagen mit den Reparatur- und Umbauarbeiten an den Wagen beschäftigt, kümmert sich der Teamchef um die weiteren Fahrerpaarungen. Schließlich soll beim nächsten Lauf auch der zweite neue Civic Type R zum Einsatz kommen. Dazu wird ein Civic Type R der Vorgängergeneration und ein weiterer S2000 auf die Rennstrecke gebracht. Es sind aber noch nicht alle Fahrerplätze vergeben. „Aber in den nächsten 14 Tagen werden wir wohl alle Autos voll haben“, sagte Matthias Holle, der kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen steht.












