Das erste Rennen der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft war für Kissling-Motorsport ein voller Erfolg. Die Turbo-Variante der Astra-Geschwister sorgte Freitag wie Samstag für einige Aufregung in der Box. Das Sauger-Modell hingegen sorgte für strahlende Gesichter bei Kissling.
Bereits am Freitag zeigten beide Astras von Kissling-Motorsport bei der Test- und EInstellfahrt, wozu sie in der Lage sind. Mit beeindruckenden, wenn auch nicht offiziellen Zeiten, setzten die in den Klassen SP3 und SP3T startenden Astras GTC eine erste Marke. Jürgen und Otto Fritzsche drehten gemeinsam mit Marco Wolf etliche Runden auf dem Sauger-Astra. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 15°C machte das Auto eine wirklich gute Figur, und die drei Fahrer sagten nach dem Training: „Das Auto hat reichlich Potenzial. Auch wenn wir heute nicht ans Limit gegangen sind, konnten wir für uns beeindruckende Rundenzeiten fahren. Egal wie das Wetter morgen wird, wir werden auf jeden Fall mit von der Partie sein.“ Auch die Turbo-Version des Astras war schnell unterwegs, jedoch nicht so lange. Grund: Die Ölpumpe quittierte ihren Dienst, was Auto und Team einen kapitalen Motorschaden einbrachte. Während der Teamchef mit einem Mechaniker am SP3-Astra bis 24 Uhr Feinabstimmung vornahm, arbeitete der Rest der Kissling-Mannschaft bereits in der hauseigenen Werkstatt in Bad Münstereifel mit Hochdruck an der Fertigstellung des Turbo-Motors. Um halb fünf in der Früh lief der neue Motor zum ersten Mal. Danach war für die Mechaniker-Crew inklusive Teamchef nur noch Zeit für eine Tasse Kaffee und den Sprung unter die Dusche. Dann hieß es für die Mannschaft: Auf zum Ring. „Eine tolle Leistung meiner Jungs! Einen Motor über Nacht zu tauschen ist kein Hexenwerk. Aber in vier Stunden einen Motor komplett neu zu bauen und im Auto zu montieren ist eine wirklich reife Leistung, einfach Klasse,“ so der Teamchef Stefan Kissling.
Trainingsbedingungen mäßig
Am Samstag morgen, zum ersten offiziellen Zeittraining der Saison 2007 zeigte sich die Strecke nass und die Temperaturen sehr tief. Stefan Kissling: „Ich musste meine Fahrer nicht auf die Gefahren der Nordschleife hinweisen. Alle sechs sind erfahren und wissen, welche Überraschungen die Nordschleife in ihrem Portfolio führt.“ Die Fahrer einstimmig nach dem Rennen: „Von trocken über feucht bis nass – heute war im Training alles vorzufinden. Überdies gab es schon zu Beginn des Trainings zahlreiche Unfälle mit vielen Gelbphasen. Eine richtig freie Runde hatten wir eigentlich nie. Dennoch waren wir mit dem Ergebnis zufrieden.“ Auch Stefan Kissling konnte nach dem Training ungetrübt in Richtung Rennen blicken und meinte: „In beiden Klassen standen wir auf Position eins, im Gesamtklassement auf Rang 33 und 34. Eine hervorragende Ausgangssituation, die ausbaufähig sein sollte.“
Jürgen Fritzsche übernahm den Start im SP3-Auto, Hannu Luostarinen im Turbo-Astra. Beide hielten sich wohlweißlich aus allen Rangeleien raus, denn ein Vier-Stunden-Rennen wird bekanntlich nicht in Kurve eins entschieden. Trotz Zurückhaltung konnten beide Autos ihren Startplatz behaupten, und der sympathische Finne fuhr bereits in Runde zwei mit 9:23 die schnellste Rennrunde mit dem Turbo. Jürgen Fritzsche klemmte sich ans Heck des Turbos und schwamm sicher und schnell mit, bevor er in Runde neun an den Youngster Marco Wolf übergab. In Runde zehn steuerte Luostarinen die Box an, um den Turbo in die Hände von Joseph Klüber zu geben.
Sauger ohne Probleme – Turbo wird geschubst
Marco Wolf erlebte ein unspektakuläres Rennen und lieferte konstante Rundenzeiten ab. In Runde 15 hatte der 25jährige Wolf freie Fahrt und fuhr mit 9:23 die schnellste Zeit auf dem Sauger. Damit war er genauso schnell wie sein finnischer Teamkollege auf dem Turbo. Nach insgesamt 17 Rennrunden und acht für Wolf kam der SP3-Astra erneut an die Box und Heinz-Otto Fritzsche übernahm das Auto, um das letzte Renndrittel zu bewältigen. Bei Fritzsche-Fritzsche-Wolf lief alles nach Plan: Platz eins fest im Griff, genügend Abstand zu den restlichen 17 Startern und das Auto mit guter Performance.
Anders bei der Turbo-Version. Joseph Klüber steuerte früher als geplant die Box an. Nach nur fünf gefahrenen Runden – also drei vor Plan – stand der Turbo mit Startnummer 320 vor Box 15 und wurde von Thomas Müller in Empfang genommen. Müller hingegen erlebte ein spektakuläres Rennen: Im Streckenabschnitt „Hohe Acht“ erhielt er einen Schubser auf die rechte Seite und geriet in arge Probleme, den Wagen auf der Strecke zu halten. Danach verspürte er heftige Vibrationen und steuerte zum Routine-Check die Box an. Weder Mechaniker noch Teamchef konnten eine Beschädigung feststellen. Also fuhr Müller weiter. Zu den immer stärker werdenden Vibrationen gesellten sich in der Schlussphase Getriebeprobleme – der fünfte Gang ließ sich nicht mehr einlegen. Waidwund, unter einsetzendem Regen beendete Müller das Rennen mit Rundenzeiten jenseits von Gut und Böse.
Der Regen beeinflusste auch die Fahrweise von Otto Fritzsche: Er nahm, wie die meisten verbliebenen Teams, ordentlich Gas raus, um den Wagen nicht in den letzten Runden zu zerstören und beendete das Rennen als Klassensieger der SP3.












