Das KYB-Racing-Team gehört zweifelsohne zu den Sympathieträgern der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft. Zuerst stürmen die Hauptstädter mit einem seriennahen BMW M3 CSL regelmäßig auf die vorderen Ränge, und dann erscheinen sie mit einem 3er auf WTCC-Basis in der Eifel, um auch damit regelmäßig weit vorne zu landen. Daran soll und wird sich auch in dieser Saison nichts ändern.
„Ich werde immer wieder gefragt, was aus dem CSL geworden ist,“ sagt Marco Schelp, Teamchef von KYB-Racing, „optisch geht es ihm derzeit nicht so gut, technisch allerdings befindet er sich auf dem Weg der Besserung.“ Was Schelp damit zum Ausdruck bringen will ist, dass der bekannt schnelle BMW völlig gestrippt in der Werkstatt von KK-Motorsport steht und neu aufgebaut wird. KYB-Racing wird nicht, wie man jetzt vermuten mag, mit zwei Rennautos in das Geschehen der VLN eingreifen. Schelp erklärt: „Der CSL hat einen geschweißten Käfig bekommen und wird besonders in Sachen Steifigkeit überarbeitet. Als Triebwerk kommt wieder ein 3,3 Liter Motor mit rund 360 PS zum Einsatz. Aber: Das Auto wird vorwiegend im freien Freitagstraining eingesetzt und im Rennen nicht zu sehen sein!“ Da das Team in der bald beginnenden Saison vermehrt Sponsoren und Gäste im freien Training über die Nordschleife chauffieren will, setzt Schelp den dazu überarbeiteten CSL ein. „Die Technik wird dem Stand des 24h-Rennens 2006 entsprechen. Damit sind wir sehr gut gefahren,“ ergänzt der Berliner. Immerhin wurde das KYB-Racing Team Dritter der Klasse SP6 und 17. in der Gesamtwertung. Bedacht werden muss dabei, dass der Wagen eher der Serie als einem Rennauto entsprach. Der silberne CSL lässt sich mit entsprechendem Budget auch mieten. „Das Auto entspricht in allen Belangen dem Reglement und kann sofort in der SP6 an den Start gehen. Wer sich auf dem Fahrzeug einmieten will, kann das sofort tun.“
Hoffnung ruht auf 10 Sekunden-Fund
Der neue Kleine mit seiner Aufsehen erregenden Karosserie aus der WTCC ist auch 2007 das Einsatzauto des KYB-Racing Team. Nur leichte Modifikationen hat KK-Motorsport in enger Zusammenarbeit mit Schelp durchgeführt. Die meisten davon bleiben für Freunde des Teams verborgen, denn: „Wir haben uns dran gemacht, die Fertigungstoleranzen auszugleichen. Leichtere Pleuel und eine andere Nockenwelle sind nur zwei Beispiele des durchgeführten Feintunings. Wir gehen davon aus, dass unser 3,3 Liter-Triebwerk nun rund 370PS leistet.“ Es wäre weitaus mehr rauszuholen, weiß auch Schelp. Besonders im Bereich der Elektronik liegen noch etliche schlummernde Pferde. Aber da Marco Schelp bei den 4h-Rennen mit nur einem Tankstopp auskommen will, belässt er das Seriensteuergerät im Auto. „Wir hoffen, mit unserer Arbeit zehn Sekunden gefunden zu haben,“ gibt sich der Teamchef optimistisch.
Was ihm jetzt noch fehlt, um den Erfolg der vergangenen Saison fortzusetzen, ist ein schneller zweiter Mann. „Ich suche einen Fahrer, der dauerhaft hinterm Lenkrad unseres BMW Platz nimmt. Wichtig ist, dass es kein Anfänger ist. Er oder sie sollte die Nordschleife mit allen Tücken und Schönheiten kennen und in jeder Situation klaren Kopf behalten. Die Schnelligkeit kommt, wenn er sich an unser Auto gewöhnt hat,“ ist Schelp überzeugt. Eine gewisse Grundschnelligkeit sollte dennoch vorhanden sein, die, so ergänzt der Teamchef und Rennfahrer Schelp, sollte nicht über zehn Sekunden der Schelp-Zeit liegen. Der Berliner hat im letzten Jahr die VLN-Strecke in knapp 9:20 umrundet…. . Wert legt Schelp auf Bodenständigkeit und Ehrlichkeit: „Es ist schwer, Fahrer zu finden, die schnell, solvent, zuverlässig und teamfähig sind. Ein gewisser finanzieller Background muss einfach vorhanden sein.“
Für das Berliner-Team steht schon jetzt fest, dass es während der gesamten VLN-Saison an den Start geht, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Ob man dem BMW mit WTCC Karosserie jedoch beim 24h-Rennen zu Gesicht bekommt, ist noch nicht geklärt. Schelp selbst hat einige Fahrerplatzangebote: „Vielleicht nehme ich eins der Angebote an und komme so in den Genuss, ‚nur’ Fahrer zu sein. Dann muss ich mich um nichts kümmern, komme zum Ring, fahre das Rennen und setze mich quasi an den gedeckten Tisch!“ Allerdings ist das auch weniger aufregend, wie Schelp in Silverstone beim 24h-Rennen mit den Tischner-Brüdern erfahren hat. „Man kann sich nur auf das Fahren konzentrieren und gemeinsam die Lorbeeren ernten. An dieser Stelle noch mal vielen Dank für den dritten Platz im Gesamtklassement. Es war ein Höhepunkt in meiner Laufbahn mit einer lebenden Rennfahrer Legende wie Dieter Quester auf dem Treppchen zu stehen.“ Das letzte Wort in der 24h-Frage ist also noch nicht gesprochen!












