Tolle Aufholjagd der amtierenden VLN-Meister Wolf Silvester/Mario Merten

Schon vor dem Finallauf standen der Nürnberger Wolf Silvester und Mario Merten (Nürburg) als neue Meister der VLN Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife fest. Beim neunten und letzten Lauf am Samstag, den 28. Oktober 2006, unterstrich das Duo dann noch einmal die tolle Saison.

Vor 22.000 Zuschauern war es bei wechselhaften Bedingungen auf der 24,433 km langen Strecke kein einfaches Rennen für die Piloten von „Bonk Motorsport“. Mehrmals wechselten sich nasse und trockene Fahrbahn ab und das Rennen geriet mitunter zu einem Reifenpoker.

Beim Zeittraining am frühen Samstagmorgen konnte man noch die Pole Position der Klasse V2 heraus fahren. Dann gab es aber erstmals in dieser Saison ein größeres Problem. Auf dem Weg in die Startaufstellung sprang Wolf Silvester der Motor des Burg Rabenstein-BMW 318is nicht mehr an und das Team konnte den Defekt an der Benzinpumpe in der Kürze nicht beheben!

Die Mannschaft von Teamchef Michael Bonk tat ihr Bestes, konnte aber nicht verhindern, dass der Nürnberger Wolf Silvester mit der Burg Rabenstein nicht mehr rechtzeitig hinaus kam und aus der Boxengasse dem Feld hinterher starten musste. Zusätzlich zu diesem Handicap erhielt man dafür auch noch eine Zeitstrafe von 60 Sekunden!

Rennleiter Hans Jürgen Hilgeland (Ennepetal) erklärte: „Das Team ist nach der Einführungsrunde aus der Boxengasse gestartet. Um einen dadurch erlangten eventuellen Tankvorteil zu ahnden, wird dieser Vorgang laut Ausschreibung mit einer Zeitstrafe belegt.“

In seinem ersten Turn auf Regenreifen hatte Wolf Silvester noch mit Aussetzern zu kämpfen, konnte sich aber trotzdem Runde um Runde weiter vor fahren. Beim Wechsel auf Slickreifen, arbeitete die Bonk-Mannschaft nochmals am Auto und von da an waren die Aussetzer nicht mehr vorhanden. „Der BMW lief nun immer besser und ich konnte weitere Zeit aufholen“, so Wolf Silvester, der bei Halbzeit des 4-Stunden-Rennens an seinen Teamkollegen Mario Merten auf Platz vier liegend abgab.

Ein Platzregen ließ alle Teams wieder auf Regenreifen wechseln und das verhinderte am Schluß vielleicht den ganz großen Triumph, denn bereits zwei Runden später kam Merten wieder an die Box und ließ Slicks aufziehen, da die Strecke erneut abtrocknete. „Typische Eifelverhältnisse“, so der Nürburger Mario Merten. Und mit Slicks legte er dann eine grandiose Aufholjagd hin.

Merten musste in vier Runden nun noch die 60 Sekunden-Zeitstrafe aufholen. Pro Runde schaffte er auf seine Kontrahenten 12 Sekunden! Und er schaffte es dann zwar optisch auf Platz 1 liegend über die Ziellinie zu fahren, doch nach Addition der Strafsekunden fehlten dem Team zum Schluß weniger als 12 Sekunden bis zum erneuten Klassengewinn der V2 und damit siebten Sieg!

Trotzdem war Wolf Silvester mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich denke, wir haben den Fans zum Ende nochmals eine gute Show geboten. Dass es zum Schluß nicht für Platz 1 reichte: Geschenkt! Es war eine tolle Saison und wir freuen uns riesig über den Titel.“