Das KYB-Racing Team machte beim letzten Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft alles richtig und wurde mit dem hervorragenden elften Gesamtrang belohnt.
Im Training sah es zuerst nicht so recht nach einem erfolgreichen Wochenende in der Langstreckenmeisterschaft aus. Das Berliner KYB-Racing Team rund um Teamchef Marco Schelp verzettelte sich gehörig und konnte das Potenzial des schnellen SP6 BMW nicht umsetzen. Zumindest nicht im Training! Zu Beginn der Trainingssitzung bei feuchter Nordschleife lag das Team lange auf Rang 15, bei KYB wartete man lange, um die Position mit einer weiteren schnellen Runde zu sichern – bei trockener Strecke. Während der Wettbewerb eine trockene Phase erwischt hatte, fing es im letzten Versuch, die Zeit zu verbessern an zu regnen, wie Marco Schelp bestätigte: „Wir sind definitiv zu spät rausgefahren, um unsere aussichtsreiche Position zu sichern. Als wir noch einmal zur Attacke blasen wollten, fing es an zu regnen und ich brach die Runde wegen der schlechten Witterungsverhältnisse ab. Mit Platz 30 in der Gesamtwertung mussten wir uns zufrieden geben, was aber keinesfalls zufriedenstellend war.“ Viele Mitbewerber standen nun zwischen dem Berliner-Kraftwerk und dem vom Team anvisierten Startplatz.
Kurz vor dem Start nahm der Regengott seinen Dienst wieder auf und überflutete die grüne Hölle. Sofort reagierte die Rennleitung und deklarierte das Rennen zum „Wet Race“. Die meisten Autos standen auf Regenreifen in der Startaufstellung, nur wenige vertrauten auf Intermedias und noch viel wenigere wagten den Ritt über die Nordschleife auf Slicks. Auch das KYB-Racing Team entschied sich für Regenreifen, was sich für Startfahrer und Teamchef Marco Schelp auf jeden Fall auszahlen sollte. Die Kombination aus Kraft, Standfestigkeit des Autos und Geschick des Fahrers ließen manchen Langstreckenfan die Augen reiben: Marco Schelp kehrte auf Gesamtrang 15 liegend aus der ersten Runde zurück! Nicht zu vergessen, dass er von Startplatz 30 das Rennen aufgenommen hatte.
Nur kurz stockte dem gesamten Team, einschließlich Marco Schelp, der Atem. „In den Kurven hatte ich jede Menge Zuffenhausener Sportwagen vor mir, die nicht so recht Platz machten. Es kam zu einigen Rangeleien, besonders beim Anbremsen, und die neue WTC-Frontschürze musste dran glauben. Ich merkte jedoch, dass am Wagen nichts weiter beschädigt war und fuhr weiter.“ In Runde sechs steuert Schelp die Box an, um die Regenreifen gegen Slicks wechseln zu lassen. Gleichzeitig führten die Mechaniker des KYB-Racing Teams eine Notreparatur durch und befestigten die Frontschürze mit Tape. Die Piste rund um die Nürburg trocknete immer weiter ab, Schelps Rundenzeiten sanken immer weiter. Konstant konnte der Berliner unter 9:20 fahren, in Runde 12 schaffte er sogar eine Rundenzeit von 9:18!
Nach seiner bislang schnellsten Rennrunde steuerte der BMW erneut die Box an, in Windeseile wechselten die Fahrer. Martin Baumgartner wollte nun die großartige Leistung seines Teamchefs fortführen, kam aber aufgrund der wechselnden Witterungsverhältnisse nicht so recht in Schwung. Er erklärte: „Ich wollte gerade mit frischen Slicks losfahren, als es während des Reifenwechsels anfing zu regnen. Slicks wieder runter, Regenreifen drauf und los. Leider hielt sich die Nässe nicht und ich musste drei Runden später wieder auf Slicks wechseln. Schade, wäre die Strecke feucht geblieben, wäre das die perfekte Taktik gewesen.“ Allerdings, so Baumgartner weiter, mussten auch alle anderen die Pneus wechseln, so dass sich das Bäumchen-wechsle-dich-Spiel ohne Folgen für das KYB-Racing Team blieb. Den Rest des Rennens konnte Baumgartner entspannt entgegen sehen: Das Wetter hielt, genauso wie der BMW. Nach insgesamt 24 gefahrenen Rennrunden, was einer Strecke von rund 600 Kilometer entspricht, fuhr der BMW des KYB-Racing Teams auf Platz elf der Gesamtwertung und als Dritter der Klasse SP6 über die Ziellinie.
Teamchef Marco Schelp über das Rennen: „Das Auto war heute einfach genial.“ Jetzt gilt es, die Schäden am KYB-BMW zu beheben und den Wagen weiter auf Sieg zu trimmen. „Den Motor lassen wir jedoch unberührt. Das Serientriebwerk hat wieder einmal gezeigt, wozu es in der Lage ist,“ ergänzte Schelp. Und: „Soviel Erkenntnisse wie im letzten Lauf haben wir bisher in keinem Rennen sammeln können. Die Erkenntnisse werden wir jetzt gewinnbringend umsetzen, damit wir in der kommenden Saison weiterhin vorne mitmischen können.“












