Spannung pur bis zur letzten Sekunde

Es konnte viel passieren beim achten Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring, das war allen Beteiligten des Teams Black Falcon bekannt. „Die Ausgangslage vor dem Rennen“, so Team-Manager Marc Schramm, „Wir sind derzeit auf dem 2 Platz in der Meisterschaft, können aus eigener Kraft den Titel nicht mehr gewinnen, rechnerisch liegen wir sogar hinter Stefan Kissling (Special bis 2.000ccm). Den Titel werden Wolf Sylvester und Mario Merten Serienwagen bis 1.850 ccm gewinnen, sofern Sie noch einen Sieg in einem der letzten beiden Rennen erringen können. Es müssen schon viele Umstände eintreffen sollten wir Meister werden. Unser ehrgeiziges Ziel die Vize-Meisterschaft zu sichern wird beim neunten Lauf oberste Priorität haben.“

Das Qualifying am Samstagmorgen sollte einen ersten Eindruck über die Verfassung der Fahrer und der Fahrzeuge geben. Marvin Wagner Leiter Technik sagte dazu folgendes:“ Wir haben in den letzten zwei Wochen noch diverse Test gemacht, um das Set-Up der Fahrzeuge zu verbessern.

Um 9:00 Uhr erschien eine 9:36 min auf dem offiziellen Zeitenmonitor für den M3 GT, Jahresbestzeit und die bisher schnellste Runde aller Zeiten auf einem V5 Auto. Teamchef und Fahrer Alex Böhm hatte diese Zeit in den Asphalt gebrannt, ich hatte eine freie Runde und das Auto lag so gut wie noch nie, so der sich freuende Alex Böhm.

Gut 30 Minuten später dann die zweite Sensation. 9:57 für den BMW E90. Die erste Runde unter zehn Minuten und Jahresbestzeit in der V4. Die Zeit war schon beeindruckend, jedoch fuhr das gesamte Teilnehmerfeld um einige Sekunden schneller als in der Vergangenheit, die Luft hatte die Temperatur und viel Sauerstoffgehalt, so der Kommentar von Daniel Zils. Man hatte den Eindruck die Fahrzeuge würden auf der Döttinger Höhe immer schneller werden.

Das Ergebnis des Qualifying war wieder ein großartiger Erfolg. Zweimal Pole Position und ein 3. Platz für Matthias Unger, Dieter Lehner und Marcel Blumer auf # 417. Auch hier wurden persönliche Bestzeiten gefahren mit 10:05 min. setzte Marcel Blumer seine Bestzeit in diesem Jahr. Daniel Zils M3 # 396 führte die dritte Startgruppe um 12.06 Uhr ins Rennen, dicht gefolgt von Tschornia ebenfalls auf M3 #398.

Das Bild war exakt das gleiche wie beim letzten Rennen als sich Daniel Zils und Tschornia sieben Runden einen harten aber fairen Kampf ablieferten. Daniel Zils konnte in den ersten Runden ein paar Meter Boden gut machen und übergab das Fahrzeug auf Position eins nach sieben Runden an Michael Luther. Dieser hatte allerdings mit der Lenkung zu kämpfen. Ausfälle der Servo-Pumpe machten das Fahrzeug immer schwieriger zu fahren und nach 10 Runden lag der M3 auf Position zwei. Erschwerend für den Ausgang war das Lingmann #398 eine Runde länger fahren konnten, und somit auf einer zwei-Stop-Strategie unterwegs waren, während für Black Falcon feststand, das Sie einen dritten Stop einlegen mussten.

Alex Böhm war ab der 15 Runde der Schlussfahrer und hatte nun die Aufgabe, so schnell zu fahren, dass der zusätzliche Boxenstopp kompensiert werden konnte. Nach der 17 Runde war der M3 wieder vorne. Alex Böhm konnte in jeder Runde etwa zehn Sekunden herausfahren. Vor dem letzten Boxenstop betrug der Vorsprung 1:04 min. Ein schneller Stop und Sprit für weitere zwei Runden sollte die Vorentscheidung für Black Falcon bedeuten. 15 Sekunden Vorsprung bei noch zwei zu fahrenden Runden war der Stand nach dem letzten Boxenstop.

Nach 25 Runden hieß der Gruppensieger zum vierten Mal in der Saison wieder Black Falcon auf M3 GT. Ein weiterer Sieg im letzten Rennen ist für Daniel Zils und Michael Luther gleich bedeutend mit einem Top 10 Ergebnis im Gesamtklassement und der Sieg der Serienwagenklasse V5 (3.000ccm).

Die Spannung um die Meisterschaft auf dem BMW E90 #416 war den Fahren Alex Böhm, Thomas Ehleiter und Daniel Zils ins Gesicht geschrieben. Alex Böhm hatte wieder die Aufgabe den Start zu fahren und gleich von Anfang mit schnellen Rundenzeiten der Konkurrenz zu zeigen, dass ein Sieg nur über das Black Falcon Team laufen würde. In der zweiten Runde wurde bereits die schnellste Rennrunde mit 9:59 notiert. Nach 3 Runden war der engste Verfolger der Black Falcon E90 # 417. Marcel Blumer fuhr Zeiten um 10:02 und ein Team interner Kampf war entfacht.

In der sechsten Runde hatte Alex Böhm ein heftiges schlagen am Vorderrad und musste an die Box. Ein Radbolzen war herausgebrochen. Marvin Wagner, Technischer Leiter, konnte aber aufgrund seiner langjährigen Erfahrung das Team und die Fahrer beruhigen, hatte er schon oft ein Rennen mit vier Bolzen beenden können.

Thomas Ehleiter übernahm die #416, welche in der Zwischenzeit aufgrund des vorgezogenen Boxenstops zurückgefallen war. Kleine 10 min Zeiten sorgten dafür, dass er einen Platz nach dem anderem gutmachen konnte. Nach dem regulären Stop der #417 übernahm Matthias Unger das Steuer und leistete sich eine klasse Verfolgungsjagd auf Thomas Ehleiter der die Führung nach 12 Runden wieder zurück erobern konnte.

Jetzt bot sich ein tolles Bild für die Fans auf der Strecke, Black Falcon auf den Positionen eins und zwei – Ehleiter gegen Unger. Mit einem Abstand von 20 Sekunden wurden die Fahrzeuge für den letzte Boxenstop an Daniel Zils # 416 und Dieter Lehner # 417 übergeben. Auf die weiteren Verfolger hatte man einen Vorsprung von 1:30 Minuten herausgefahren.

Gegen 14:30 Uhr bekam Team-Manager Marc Schramm die Mitteilung das der Kissling Opel, das einzige Team, welches aus eigener Kraft noch die Vize-Meisterschaft streitig machen konnte, ausgefallen war. Dies bedeutete, dass ein Sieg für Alex Böhm # 416 die Vize Meisterschaft bedeuten würde. Wolf und Merten lagen in der Klasse V2 zu diesem Zeitpunkt auf dem dritten Platz. Alles sah nach einer großartigen Sensation aus.

Daniel Zils musste nun, wie so oft schon das Fahrzeug weiterhin sehr schnell und sicher ins Ziel bringen. Drei Runden vor Ende des Rennens dann eine Mitteilung über Funk, ein lautes Geräusch am vorderen Rad bedeutete, das ein weiterer Bolzen gebrochen war.

„Wir sind am absolutem Limit mit unseren Fahrzeugen. Das hohe Gewicht von 1425 Kilo im Rennen, mit dem schnellen Speed der Fahrer wird nicht mehr lange gut gehen. Beim letzten Rennen hatten wir einen Radlagerschaden, dieses Rennen fahren wir mit drei Radbolzen ins Ziel. Damit wir die Sicherheit unserer Fahrer nie gefährden, ersetzen wir nach jedem Rennen alle wichtigen Teile und treten immer mit brandneuen Material an“, so Marvin Wagner technischer Leiter des Teams.

Nach 23 Runden wurde Dieter Lehner auf der # 417 als zweiter im Ziel abgewunken. Daniel Zils machte es noch mal richtig spannend. Er hatte so viel Spaß beim fahren, das er so schnell war, dass er als einziger der V4 Klasse eine 24 Runde absolvieren musste.

Black Falcon hatte seinen Sieg und damit sieben Siege bei sieben gewerteten Rennen eingefahren. Dies ist das Maximum was möglich ist. Jetzt lag es an Merten und Wolf die Meisterschaft aus eigener Kraft vorzeitig zu gewinnen. Drei Sekunden betrug am Ende der Vorsprung auf die zweitplatzierten der Klasse V2. Das war bestimmt das härteste und wichtigste Rennen ihrer Karriere für das sympathische Duo Merten/Wolf . Wir gratulieren den beiden rechtherzlich zum Meistertitel der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2006 und versprechen auch für 2007 ein faires Fernduell.

Mit den Gruppensieg auf M3 GT und dem Klassensieg V4 konnte das Duo Daniel Zils und Alex Böhm gleich zwei Siege an einem Tag herausfahren. Michael Luther freute sich über seinen vier Gruppensieg und Thomas Ehleiter hat nun noch die Chance den vierten Platz in der Gesamtmeisterschaft zu erringen. Matthias Unger, Dieter Lehner und Marcel Blumer vervollständigten den lupenreinen Auftritt von Black Falcon mit Platz zwei.