Endlich wieder die Zielflagge gesehen

Endlich geht es wieder aufwärts beim Team Scheid Motorsport aus Kottenborn. Zwar ist Gesamtrang 9 sicherlich nicht die Platzierung, die das Team rund um Teamchef Johannes Scheid normalerweise für sich beansprucht, aber wenigstens sah man endlich wieder mal die schwarz-weiß karierte Zielflagge.

Das freie Training am Freitag Nachmittag wurde genutzt, um sämtliche Funktionen des überarbeiteten Motors zu checken sowie allen drei Fahrern Gelegenheit für ein paar Runden zu geben. Wichtige Arbeiten am Setup des Eifelblitz konnten aus Zeitmangel leider nicht durchgeführt werden. Dennoch waren die Fahrer mit dem BMW M3 GTS sehr zufrieden. „Der Motor macht einen guten Eindruck und das Auto liegt sehr gut“, wusste Oliver Kainz nach seinen Runden zu berichten. „Aber ich habe es sehr vorsichtig angehen lassen, daher kann ich noch nicht genau sagen, wie das Auto am Limit reagiert.“

Im Zeittraining war es dieses mal an Dennis Rostek, die Zeit für einen guten Startplatz einzufahren. Nachdem Johannes Scheid und Oliver Kainz ihre Pflichtrunden im Qualifying drehten, sollte Dennis die abtrocknende Strecke nutzen, um den Eifelblitz möglichst weit nach vorne zu stellen. Dabei war es zunächst das Ziel, möglichst kurz vor dem Fallen der Zielflagge eine letzte Runde zu drehen, um die immer weiter abtrocknende Strecke noch besser zu nutzen. Dies gelang dann auch, Dennis konnte kurz vor Trainingsende auf eine weitere Runde gehen.

Mit einer Rundenzeit von 09:07,260 min. stellte Dennis den Eifelblitz auf den durchaus guten 7. Startplatz. Doch Dennis war immer noch nicht ganz zufrieden, wäre er doch mit nur einer um 1 Sekunde schnelleren Zeit 5. geworden. „Ich hätte sogar schon Slicks anstatt der Intermediates fahren können, denn die Ideallinie war komplett trocken. Und mit Slicks hätte ich natürlich locker einige Sekunden schneller fahren können. Ist aber nicht so tragisch, die Hauptsache ist, dass wir vorne dabei sind.“

Oliver Kainz war es nun wie meistens üblich vorbehalten, den Startturn zu fahren. „Allerdings ließ ich es wohl etwas zu vorsichtig angehen, denn ich habe bereits in der Startrunde einige Plätze verloren“, ärgerte sich Oliver Kainz nach seinem Einsatz. „Ich wollte halt nicht allzu viel riskieren. Das Auto lag insgesamt gut, vor allem die Reifen hatten sehr guten Grip aufgebaut und auch nicht nachgelassen. Allerdings fehlte mir doch einiges an Topspeed, so dass ich auch keinerlei Chance hatte, die vielen Porsche unmittelbar vor mir zu überholen. Vom Kurvenspeed her hätte ich diese sicherlich hinter mir lassen können, aber auf den Geraden kam ich nicht mit diesen mit.“

Auch Dennis Rostek bestätigte nach seinem Turn diese Eindrücke. „Eigentlich geht der Motor richtig gut, er beschleunigt sehr gut, aber am Topspeed fehlt es uns etwas“, so der Ostwestfale. Nichts desto trotz konnte Dennis den rund 500 PS starken BMW mit konstanten Rundenzeiten auf den sechsten Platz nach vorne fahren.

Nun war es an Johannes Scheid, in den letzten Runden diesen sechsten Platz zu sichern. Da die Reifen unverändert guten Grip lieferten, verzichtete man beim letzten Stopp auf einen Reifenwechsel, um Zeit zu sparen. Leider geschah dann in der Hitze des Gefechts ein kleiner Fehler, als der Tankdeckel nicht richtig geschlossen wurde. „Beim Rausfahren aus der Boxengasse bemerkte ich schon die riesige Benzingischt hinter mir, so dass es klar war, dass ich über die Kurzanbindung noch einmal in die Boxen fahren musste“, ärgerte sich der fünfmalige VLN-Meister Johannes Scheid nachher.

Durch die zusätzliche Runde GP-Strecke fiel man auf Platz 9 zurück, und obwohl Johannes Scheid ähnlich schnelle Rundenzeiten fuhr wie Oliver Kainz und Dennis Rostek und damit einiges an Zeit auf seine Gegner aufholen konnte, konnte er sich platzmässig nicht mehr verbessern. „Wobei die letzten Meter noch mal so richtig Spaß gemacht haben. Ausgangs Schwalbenschwanz bemerkte ich den gelben Porsche von Michael Irmgartz und wusste, dass dieser direkt vor mir liegt. Ausgangs Galgenkopf habe ich dann sogar schon leicht angeklopft, konnte aber trotz Windschatten auf der Döttinger Höhe nicht an ihm vorbeiziehen. Stoßstange an Stoßstange ging es dann durch die Hohenrain-Schikane und nach der Schikane ließ er mir auch so viel Platz, dass wir nebeneinander die Zielgerade runter sind. Ich habe die ganze Zeit nur nach ihm gesehen, so dass ich die eigentlich so sehnsüchtig erwünschte Zielflagge dann doch nicht sah“; schmunzelte Johannes Scheid. Um die Winzigkeit von 0,023 Sekunden geschlagen zog er dann doch den kürzeren gegen den Irmgartz-Porsche. „Ist aber auch nicht so schlimm, der Fight hat jedenfalls noch mal so richtig viel Spaß gemacht.“

Dennoch war Johannes Scheid nicht ganz zufrieden. „Wir müssen dringend am Speed arbeiten. Eine neue Frontschürze wird schon angepasst, das könnte uns etwas weiter helfen. Denn Motor, Fahrwerk und Reifen sind top. Auch eine etwas andere Getriebeübersetzung wird uns in Sachen Topspeed etwas weiterbringen“, weiß Johannes Scheid um die bevorstehenden Arbeiten für die nächsten Tage bis zum vorletzten Saisonlauf am 14. Oktober.