Der in der SP6 startende BMW des KYB-Teams holte beim vergangenen Lauf zum großen Schlag aus, der jedoch nur bis zur 8. Runde währen sollte.
Pfeilschnell präsentierte sich der schneeweiße KYB-BMW von Teambesitzer Marco Schelp im Training auf sehr nasser Fahrbahn. Gemeinsam mit seinem Co-Piloten Martin Baumgartner stellte das aus Berlin stammende Team den BMW mit WTCC-Karosserie auf Startplatz vier der Klasse SP6. „Auch wenn in manchen Boxen heftig über die Straßenverhältnisse gestöhnt wurde, muss ich sagen, dass bei uns alles glatt lief und wir mit dem Trainingsergebnis mehr als zufrieden waren. Nicht nur der vierte Platz in der Klasse hat uns mächtig gefreut, sondern auch die Tatsache, dass wir in der Gesamtwertung auf Rang 27 standen,“ so das kurze Resümee von Marco Schelp nach dem Training. Das Auto liege gut, der Motor liefe erstklassig und man rechne mit keinen Problemen beim Rennen, so die Aussage von Baumgartner. Doch es sollte alles anders kommen.
Gute Mechanikerleistung am Querlenker
Den Start fuhr der Teamchef selbst. Er konnte seine Position behaupten und hängte sich sogleich an das Heck des Nissan Z33. Alle Überholversuche scheiterten jedoch, da der „Japaner“ auf der Geraden immer einen Tacken schneller war. Marco Schelp ließ nichts unversucht, um an dem Nissan vorbeizukommen, wurde aber seinerseits von einem M3 E30 überholt. „Ab dann ging’s bergab,“ so der Teamchef und Fahrer nach dem frühzeitigen Ausfall in der 15. Runde. Der überholende M3 hatte offensichtlich eine Undichtigkeit und schmiss ordentlich Öl auf die Strecke. Und auf die Windschutzscheibe des KYB-BMW. Statt die Box anzusteuern, um die Scheibe reinigen zu lassen, entschied sich Schelp, seine Fahrt fortzusetzen. „Eine Entscheidung,“ erklärte Schelp später, „die fatale Folgen haben sollte.“ Mit nur noch 50% Sicht versuchte der Teamchef weiterhin gute Rundenzeiten in den Asphalt der Nordschleife zu brennen. „Ich habe weder Einlenk- noch Bremspunkte klar sehen können und musste mich auf mein Gespür verlassen. Als ich merkte, dass so keine ordentliche Fahrt zustande kam, entschloss ich mich, die Box anzufahren.“ Doch da war es schon zu spät: Schelp verpasste den Bremspunkt zur Spitzkehre am Ende der Start-Ziel-Geraden, das Unheil nahm seinen Lauf. Just in dieser Kurve und diesem Moment lenkte auch der BIT-BMW ein. „Ich war einfach zu schnell und bin unserem Boxenkollegen in die Seite gerutscht. Es tut mir wahnsinnig leid, das wunderschöne Rennauto beschädigt zu haben. Ich hoffe, das kommt künftig nicht mehr vor,“ entschuldigte sich Schelp nach dem Rennen offiziell beim BIT-Team. Während der kleine BMW mit einem verbeulten Seitenteil und gehörigem Schrecken davonkam, musste der KYB-BMW mit verbogenem Querlenker die Box ansteuern. In weniger als 30 Minuten wechselten die Mechaniker des KYB-Racing Teams den Querlenker und machten den BMW wieder flott.
Aus nach 15 Runden
Martin Baumgartner übernimmt den BMW und macht sich auf die Verfolgung der zwischenzeitlich enteilten SP6-Konkurrenten. Baumgartner: „Ich wusste, dass die Aussichten auf eine vordere Platzierung eher gering waren. Schließlich hatten wir eine halbe Stunde Reparaturpause hinter uns. Doch das Rennen ist erst dann beendet wenn das schwarz-weiß karierte Tuch gezeigt wurde.“ Also gab Baumgartner tüchtig Gas und schaffte mit 9:24 in Runde 13 die schnellste Zeit. Die Freude über den „rasenden Martin“ wurde zwischendurch durch ein lockeres Differential unterbrochen. Diese Schwachstelle war dem Team bereits aus Silverstone bekannt und konnte so in kürzester Zeit behoben werden. Zwar sah der KYB-BMW die Zielflagge, kam jedoch mangels gefahrener Runden nicht in die Wertung. In der VLN müssen mindestens 50% der Runden des Gesamtsiegers, bzw. mindestens 70% der Runden des Klassensiegers absolviert werden. Für den KYB-BMW wären das 16 Runden gewesen. Marco Schelp: „An dieser Stelle gratuliere ich Dörr Motorsport, die mit einem SP6 BMW unter 9 Minuten gefahren sind. Respekt!“ Trotz des mageren Ergebniss war das gesamte Team frohen Mutes, denn der KYB-BMW hatte Standfestigkeit bewiesen. „Die Elektronikprobleme, die uns im letzten Rennen massiv einbremsten, haben wir in den Griff bekommen. Der Unfall ging ganz klar auf meine Kappe und bis zum nächsten Rennen wird das Differential anders gelagert“ so Schelp über das Rennen und die verbleibende Zeit bis zum nächsten Lauf. Übrigens: Dann teilt sich Teamchef Marco Schelp das Cockpit des KYB-BMW mit dem bekannten und sehr schnellen Fahrer Michael Tischner.












