Ereignisreiches Rennen für Fleper Motorsport

Alle Zeichen hatten am vergangenen Samstag am Nürburgring auf Sieg gestanden für das Fleper-Team. Doch ein plötzlicher Motorschaden sollte in der vorletzten Runde die Hoffnungen der lange in Führung liegenden Honda-Mannschaft zunichte machen. Immerhin konnte der dreieinhalbstündige „Barbarossapreis“ mit den beiden verbliebenen Fahrzeugen noch auf den Positionen fünf und sechs beendet werden. Zehn Minuten vor Ende des morgendlichen feucht-nassen Qualifyings nahmen die drei giftgrünen Honda Civic Type-R Crews Norbert Bermes (Willich)/Harald Thönnes (Mülheim-Kärlich)/Andreas Weiland (Bad Vilbel), Dr. Joachim Steidel (Recklinghausen)/Herbert von Danwitz (Tönisvorst)/Marcel Hoppe (Lennestadt) und Alex Kikireshko/Alex Mochanov (beide Kiew/Ukraine) noch die Spitze des Markenpokal-Feldes ein. Aus Sicherheitsgründen verzichteten die Fleper-Piloten dann aber darauf, es bei abtrocknenden Streckenverhältnissen noch einmal auf den profillosen Slicks zu probieren und unternahmen einen letzten Versuch auf Regen-Reifen.

So startete Marcel Hoppe am Mittag bei spätsommerlicher Witterung letztlich von Position drei hinter dem Fahrzeug des Führungsduos Bernd Schneider (Hagen)/Gerd-Michael Schumacher (Euskirchen) und der Crew des VLN-Honda-Junior-Teams. Ihm folgte Teamkollege Bermes. Die unter Fleper Motorsport-Bewerbung startenden Werner Uetrecht (Stemwede)/Florian Fricke (Nienstädt) komplettierten die Top 5. Schlusslicht des Klassen-Feldes waren Kikireshko/Mochanov. Norbert Bermes erwischte einen fantastischen Start, setzte sich noch in der ersten Runde an die Spitze und fuhr den dahinter kämpfenden Konkurrenten auf und davon. Beim ersten Stop nach 70 Minuten hatte sich der Willicher bereits 35 Sekunden Vorsprung erarbeitet und somit einen zusätzlichen Reifenwechsel herausgefahren. Aufgetankt und mit frischen Pneus wurde Partner Harald Thönnes ins Renngeschehen geschickt. Hoppe übergab sein Cockpit auf Position zwei liegend an Dr. Steidel. Uetrecht/Fricke kämpften um Rang drei und die Osteuropäer stießen Runde um Runde weiter ins Mittelfeld vor. Nachdem Andreas Weiland das Steuer von Thönnes vorzeitig übernommen hatte, da der Tank beim ersten Boxenstop aufgrund eines technischen Problems zu wenig Treibstoff gefasst hatte, schob er sich beim regulären Stop der nun führenden Schneider/Schumacher erneut nach vorn. Weiland war es auch, der in diesem Stint mit einer Zeit von 9:51,30 Minuten einen neuen Klassen-Rundenrekord setzte. Nach dem letzten Tankstop der beiden Konkurrenten vor dem Schlussspurt betrug der Vorsprung für die Fleper-Crew knapp zwei Sekunden.

Der Sieg schien greifbar. Doch ein Motorschaden im Nordschleifen-Streckenabschnitt „Flugplatz“ versetzte das Team in kollektive Enttäuschung. Hinter den Siegern Schneider/Schumacher und dem zweitplatzierten VLN-Honda-Junior-Team bekleideten Uetrecht/Fricke Podestrang drei. Ein beinhartes Duell gegen seinen Konkurrenten Alex Kikireshko um Rang fünf entschied Herbert von Danwitz in der letzten Runde für sich. Im Ziel betrug sein Vorsprung nach einem Herzschlagfinale ohne Stallregie gerade einmal 0,49 Sekunden. Nach dem nunmehr fünften Ausfall der noch amtierenden Honda Civic Cup Champions geht es für die Sauerländer in den verbleibenden beiden Oktober-Rennen frei von Titelambitionen noch um Tagessiege. „Und um die“, versichert Teamchef Johannes Fleper, „werden wir kämpfen als ginge es um die Meisterschaft“.