Bereits bei der Testfahrt am Freitag vor dem 6h-Rennen kränkelte der sonst standfeste BMW von Derscheid-Motorsport. Doch mit einer blitzsauberen Fahrer- und Teamleistung gab es am Ende des Rennen dennoch verdiente Punkte.
Wie gewohnt startete das Team Derscheid-Motorsport am Freitag, nicht zuletzt, um zahlreiche Kunden auf dem „heißen Stuhl“ über die schönste Rennstrecke der Welt zu chauffieren. Doch dieses Mal stellten sich am Einsatzfahrzeug bereits nach wenigen Runden Probleme mit der Servolenkung ein. Ursache: ein defekter Lichtmaschinenhalter. Trotzdem kein Grund für die Gäste, nicht dennoch ihre Rundfahrten genießen zu können – die Mechaniker indes hatten erst spät Feierabend. Teamchef Rolf Derscheid: „Es ist zwar ärgerlich, einen Schaden am Fahrzeug zu haben, aber diesmal hatten wir Glück im Unglück. Wäre der Fehler im Rennen eingetreten, hätten wir wohl einpacken können. So aber war reichlich Zeit zum Reparieren.“
Zum Training war die Mannschaft rund um Teamchef Rolf Derscheid voll motiviert und zuversichtlich, das gute Ergebnis des letzten Rennens wiederholen zu können. Neben Rolf Derscheid und Stammfahrer Michael Flehmer sollte ein weiterer, schneller Mann ins Lenkrad des BMW greifen: Dr. Ralph P. Moog, der bereits beim 24h-Rennen gute Leistungen zeigte. Am vergangenen Samstag war die Strecke in problematischen Zuständen: Während manche Stellen pulvertrocken waren, stand zwei Kurven weiter das Wasser auf der Straße. Hinzu kamen zahlreiche Unfälle, die immer wieder für Unterbrechungen im Fahrfluss sorgten, so dass bei keinem der drei Fahrer eine gute Rundenzeit zu Stande kam. Letztendlich fand sich die Derscheid-Mannschaft auf Startplatz sechs wieder, was überhaupt nicht den Erwartungen entsprach. Die Fahrer einstimmig: „Es gab nicht eine freie Runde, überall lagen Trümmer. Ölspuren und feuchte Stellen machten jede gute Rundenzeit kaputt.“ Aber: Alle Fahrzeuge rund um den Derscheid-BMW lagen in Abständen von einer oder weniger Sekunden.
Michael Flehmer übernahm wie gewohnt den Start. In der Einführungsrunde gab es keinerlei Probleme. „Ich konnte schon in der ersten Runde weit vor fahren und mich in Schlagdistanz zur Spitzengruppe bringen. Auf der Döttinger Höhe zog ich plötzlich eine riesige Qualmwolke hinter mir her“, kommentiert Flehmer seine erste Runde. Mit extrem gedrosselter Geschwindigkeit fuhr er Richtung Box und informierte über Funk das Team. Die gesamte Mannschaft stand parat, Unterstützung gab es von den Mechanikern von Hoffmann-Motorsport. Gemeinsam lokalisierte man den Fehler: Eine defekte Leitung zum Ölkühler sorgte für reichlich Qualm im Heck des BMW. „Statt die Leitung zu wechseln, entscheid ich, den Ölkühler einfach abzuklemmen. Die Temperaturen ließen das zu. Wäre es wärmer gewesen, hätte dies unter Umständen den Motor kosten können“, resümiert Rolf Derscheid nach der Reparaturpause. Zwischenzeitlich fiel Derscheid-Motorsport auf den letzten Platz der Klasse V2 zurück und hatte zwei Runden Rückstand.
Als 22. nahm Michael Flehmer nach knapp 30 Minuten Standzeit das Rennen wieder auf. Jedoch kamen keine Rundenzeiten zusammen: „Viele Gelbphasen durch Unfälle machten mich richtig langsam. Zuerst dachte ich an einen früheren Wechsel – doch plötzlich spielte sich alles ein und ich konnte wieder um 10 Minuten 30 fahren.“ Flehmer überholte vor allem zum Schluss seines Turns jede Menge Gegner. Ralph P. Moog, der den Wagen von Flehmer übernahm, drehte routiniert und problemlos seine Runden und fuhr mit 10:25 die schnellste Runde des Derscheid-Trios. Teamchef Rolf Derscheid hielt sich an seine eigens ausgegebene Ansage: „Nach vorne!“ Ebenso schnell wie seine Kollegen fuhr der Teamchef seine Runden, so dass der Wagen als Gesamt 80. über die Ziellinie fuhr. „In der Klasse“, so das Fazit von Rolf Derscheid, „sind wir Siebter geworden – gerne wären wir weiter vorne gelandet, vor allem, weil wir uns einen Platz auf dem Podium ausgerechnet hatten. Die Leistung des gesamten Teams ist nicht hoch genug einzustufen. Wir sind als letztes Auto erst richtig in Fahrt gekommen und sind Siebter geworden – von 22 Startern!“ Die Leitungsschwäche wird das Team bis zum nächsten Lauf Ende September beseitigen, um wieder Richtung Sieg zu fahren. „Schon jetzt freuen wir uns alle auf das kommende Rennen. Dann werden wir wieder ganz vorne mitmischen – wenn die Technik uns keinen Streich spielt“, so Rolf Derscheids Aussicht auf Ende September.












