Freudentränen und Wermutstropfen beim Grenzlandrennen

Hochmotiviert durch die Klassensiege beim 24h-Rennen und vergangenen VLN-Lauf, ging das Rietberger Team Aust Motorsport in den fünften Durchgang der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft am 29.07.2006. Mit dem Fallen der Zielflagge des 29. RCM-DMV-Grenzlandrennens sah man im Team überwiegend Freudentränen, mit kleinen Wermutstropfen gemischt. Frank Aust und Rudolf Rank erlangten mit ihrem Ford Fiesta ST einen souveränen Sieg in der Klasse SP2. Für Martin Zybon und Robert Thiele reichte es im BMW 318 ti nur zu einem Platz im Mittelfeld der Serienwagenklasse V2.

Den unterschiedlichen Strategien für das Zeittraining entsprechend konzentrierten sich Frank Aust und Rudolf Rank vornehmlich auf die Abstimmung des Renn-Setups. Nach vier gefahrenen Runden waren Reifen und Fahrwerk des Fiesta auf die zu erwartenden hohen Temperaturen perfekt abgestimmt und ein aussichtsreicher Startplatz bezogen: Position drei in der SP2.

Für das BMW-Gespann Martin Zybon und Robert Thiele galt es, in der mit 21 Fahrzeugen am stärksten besetzten Klasse V2 einen Top Ten Platz als gute Ausgangsposition für das Rennen zu belegen. Doch der Unfall eines Konkurrenten im Bereich Tiergarten machte die bis dahin sehr gute Rundenzeit von Robert Thiele zunichte. Thiele dazu: „Die Analyse der Sektorzeiten ergab, dass ich bis dahin circa 20 Sekunden schneller war als in meiner besten Runde zuvor. Ein Startplatz unter den zehn Schnellsten wäre damit realistisch gewesen.“ Auch Martin Zybons starke Performance wurde bedingt durch mehrere Gelbphasen nicht belohnt – zu Trainingsende stand der BMW auf einem Platz im Mittelfeld der V2.

Nach einem gelungenen Start, bei dem die Startfahrer Frank Aust und Robert Thiele jeglichen Lackaustausch mit den Konkurrenten vermieden, drehten die Piloten bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 35°C routiniert ihre Runden. Nun zahlten sich die Abstimmungsarbeiten am Fiesta ST aus. Teamchef und Fahrer Frank Aust konnte mit schnellen Rundenzeiten seine Gegner unter Druck setzen und mit 10:29.562 Minuten die absolut schnellste Rennrunde der Klasse erzielen. Er übergab das Fahrzeug nach zehn problemlosen Runden an Position zwei liegend an Rudolf Rank, welcher nach dem Ausfall durch technischen Defekt des bis dahin Führenden die Spitze übernahm. Weder einzelne kurze Schauer auf der Nordschleife noch der Ausfall der Servolenkung in der vorletzten Runde hielten den Fiesta-Fahrer davon ab, den Sieg souverän nach Hause zu fahren. Die Kombination aus technischer Zuverlässigkeit und Erfahrung der Piloten war der Schlüssel zum neuerlichen Erfolg und den dritten Klassensieg in Folge. Damit ist das Fiesta-Team seit dem 24h-Rennen in der SP2 ungeschlagen.

Zwischenzeitlich auftretende Motoraussetzer des BMW-Triebwerks im Turn von Robert Thiele behinderten die Aufholjagd. Martin Zybon übernahm und stellte seine fahrerischen Qualitäten unter Beweis, als er den slickbereiften Hecktriebler fehlerfrei durch das zeitweise nasse Kurvengeschlängel steuerte. Trotz der guten Leistung gelang es dem BMW-Gespann nicht, dem Verkehr des Mittelfeldes bis Rennende zu entfliehen.

Die Aust-Rennfahrzeuge werden nach eingehender Analyse und gründlicher Vorbereitung wieder zum 6h-Rennen am 26.08.2006 die Herausforderung BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft in Angriff nehmen.
Um dann beiden Besatzungen die Freude am Fahren in den Augen ablesen zu können.