Teichmann/Schneider vom MSC Adenau holen Klassensieg

Bei der 37. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy am 20. Mai, veranstaltet vom Motor-Sport-Club Adenau, wiederholte Marc Basseng den Vorjahres-Gesamtsieg auf einem von Land Motorsport eingesetzten Porsche GT3 RSR. Marcel Tiemann holte sich nach zwei Siegen auf Porsche GT3 MR von Manthey-Racing mit seinem neuen Partner Arno Klasen den dritten Podiumserfolg hintereinander. Dritte wurden Andreas und Ralf Schall mit Unterstützung von Volker Strycek auf Opel Astra V8 Coupé.

Schon vor dem Training sah es sehr viel versprechend aus, das dies ein toller Motorsporttag für die rund 26.000 Zuschauer rund um die Nürburgring Nordschleife werden würde. Die maximal Starterzahl fürs Training von 230 Teilnehmern wurde nach langer Zeit mal wieder erreicht. Viele wollten für das in vier Wochen stattfindende 24h Rennen noch einmal testen.

Am Samstagmorgen gegen 8.30 Uhr nahmen bei typischem Eifelwetter (wechselhaft, regnerisch, nass und kalt) dann 230 Fahrzeuge, darunter 17 Starter des veranstaltenden Clubs, das Zeittraining zum dritten Wertungslauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring über die Streckenvariante GP-Kurs mit Mercedes-Arena, NGK-Motorradschikane und Nordschleife auf.

Bei wechselhaften Witterungsbedingungen geriet die Veranstaltung zum Reifenpoker. Die Porsche von Land (Pole) und Manthey (2. Platz) kämpften mit ihren Abstimmungen und der Reifenwahl. Nur die beiden Schall Piloten waren auf Grund der guten Zusammenarbeit mit Opel Sportchef Volker Strycek mit der Abstimmung des Opel Astra V8 Coupé zufrieden. Endlich konnte mal ein gutes Setup für ein Regenrennen erarbeitet werden, was sich im Endresultat bemerkbar machen sollte.

Rennstreckenarchitekt und MSC-Fahrer Hermann Tilke, zum ersten mal mit neuem Renngerät dem Lamborghini Gallardo am Start, musste nach dem Training zusammen mit seinem Teamkollegen Dirk Adorf, wegen technischer Probleme auf den Start verzichten. Ebenfalls nicht starten konnten die beiden MSC Piloten Martin Tschornia und Franjo Kovac auf Alfa 147D. Hier gab es Probleme mit dem Motor, der normalerweise sehr pflegeleicht und problemlos ist.

Lokalmatador Johannes Scheid mit Oliver Kainz und Dennis Rostek (BMW M3 GTRS) beendeten das Training als fünfte. Sabine Schmitz und Klaus Abbelen fuhren mit ihrem Porsche 997 Platz 7 heraus. In der bis Platz 30 aufgeführten Startreihenfolge tauchten, bis auf ein Fahrzeug, nur Porsche, BMW M3, Dodge Viper, V8-Star und sonstige hubraumstarke Fahrzeuge auf. Ein Opel Astra GTC aus der SP 3 Klasse mit Stefan Kissling und Rainer Bastuck war gerade mal zwei Sekunden langsamer als die auf Platz sieben notierte Sabine Schmitz auf Porsche 997 und sicherte sich mit Gesamttrainingsplatz 11 den ersten Startplatz in der zweiten Startgruppe.

Beim Start des 210 starken Starterfeldes konnte sich Basseng von der Pole – Position aus gleich von seinen Konkurrenten absetzen, dahinter fuhren alle etwas langsamer als sonst, die Gischtwolken durch den Regen waren einfach zu stark und man wollte das Rennen nicht gleich im „Castrol S“ vorzeitig beenden. Bei der zweiten Startgruppe sah es identisch aus: Stefan Kissling hatte auf seinem orangefarbenen Opel Astra GTC die beste Sicht. Dahinter folgte mit Respektabstand das Meisterauto mit Hürtgen, Schubert und Hennerici.

Die Routiniers Hans – Joachim Stuck und Dieter Quester mussten auf Grund von Problemen während der Startaufstellung mit ihrem Duller BMW M3 aus der Boxengasse nachstarten. Nach einer bzw. zwei Runden kamen einige Teilnehmer schon an die Box, die Scheiben an den Fahrzeugen war so derart von innen beschlagen, das die Sicht teilweise gleich null war. Nachdem sich alle Teilnehmer sortiert und einige Runden hinter sich gebracht hatten, sah die Reihenfolge des Rennens nach sieben Runden folgendermaßen aus: Es führten weiterhin Basseng / Simon vor dem Schall Astra und man höre und staune vor dem Duller BMW mit Stuck und Quester. Der Abstand zum zweit platzierten betrug gerade mal noch eine Minute ! Dahinter reihten sich der Manthey Porsche mit Tiemann und Klasen sowie das Duo Schmitz / Abbelen ein. Auf Gesamtplatz sechs war nach sieben Runden schon der Pole-Mann der zweiten Startgruppe, Stefan Kissling, zu finden. Ein weiteres Fahrzeug aus der zweiten Startgruppe, ein Seat Leon Supercopa mit Venäläinen/Schrey und MSC Pilot Markus Mauer, mischte mit Platz 13 bereits in den Top 15 mit. Für Markus Mauer war es der erste Einsatz auf diesem Fahrzeug und der erste überhaupt in diesem Jahr.
Der Scheid BMW mit Oliver Kainz am Steuer schied bereits nach vier Runden im Bereich Hatzenbach nach Unfall und Leitplankenkontakt aus. Dies sollte aus Sicht des MSC Adenau auch der einzige Ausfall eines gestarteten MSC Piloten sein. Alle anderen Piloten konnten trotz der turbulenten Schlussminuten, wo einige Teams schon einen Boxenstopp hatten und andere eben noch nicht, Top Ergebnisse einfahren.

Gegen viertel vor drei verdunkelte sich der Himmel erneut sehr stark und es zog ein Unwetter mit sehr starkem Regen und Sturm auf. Einige Fahrer konnten ihre Fahrzeuge nicht mehr auf der Strecke halten und rutschten oder drehten sich weg. Aus Sicherheitsgründen entschied sich Rennleiter Peter Bröcher (Olpe) um 14:47 Uhr zum sofortigen Rennabbruch. Gleichzeitig verlor der Führende Patrick Simon in der 14.Runde auf der geradeaus verlaufenden Döttinger Höhe die Kontrolle über seinen Porsche und touchierte die Leitplanke. Nach ca. einer halben Stunde wurde beschlossen, da man nach Punkt 5.2 der Ausschreibung mit 13 gefahrenen Runden die nötige Renndistanz für volle Punktevergabe erreicht hatte, das Renen aus Sicherheitsgründen nicht wieder neu zu starten. Das dies die richtige Endscheidung war, sollte sich schon wenige Minuten später herausstellen. Das Unwetter legte ein weiteres Mal mit starkem Regen und Sturm los. Um kurz vor 16:00 Uhr legte das Unwetter mit ein wenig Sonne eine kurze Pause ein und die Siegerehrung konnte auf dem Siegerpodest stattfinden.

Marc Basseng und Patrick Simon freuten sich riesig über diesen glücklichen Sieg. Aber auch Marcel Tiemann konnte mit Platz zwei zufrieden sein. Die Publikumslieblinge Andreas und Ralf Schall sowie Volker Strycek konnten sich über einen weiteren Podiumsplatz in diesem Jahr freuen.
Platz vier ging an Sabine Schmitz, die somit beste MSC Pilotin war, und an Klaus Abbelen. Das Duo Hans-Joachim Stuck und Dieter Quester machten die Top fünf komplett.

Besonders erfreulich für den veranstaltenden MSC Adenau waren die wenigen Ausfälle und die guten Platzierungen der MSC-Fahrer. Mit Karl-Heinz Teichmann und Co-Pilot Michael Schneider konnte auf Suzuki Swift ein Klassensieg in der Klasse SP 1 eingefahren werden. Mehrere Piloten holten den zweiten Platz in ihrer Klasse: Stefan Kissling auf Opel Astra GTC (Klasse SP3), Mario Merten auf BMW 318 is (Klasse V2), Markus Mauer auf Seat Leon Supercopa(Klasse Cup1), Reinhard Huber auf BMW 120 D (Klasse SP10) und Hans-Robert Holzer auf BMW M3 (KlasseV4).

Kathi König auf Seat Leon Supercopa (Klasse Cup 1) und Ulfried Baumert auf BMW 325i (Klasse V4) fuhren in ihren Klassen den vierten Platz ein. Auf Platz fünf in ihren Klassen kamen Thomas Brügmann auf BMW M3 (Klasse V5) und Dirk Schoysmann auf Porsche GT 3 (Klasse Cup4). Lothar Diederich, schon länger nicht mehr auf den Rennstrecken unterwegs, startete zum einen auf einem Porsche RGT in der Klasse SP7 und zum anderen unterstütze er mit seiner Frau Petra ein Rennsport-Projekt des Vereins „Pro-Handicap e.V.“ wo körperlich behinderte Menschen Motorsport betreiben. Für das 24h-Rennen erarbeitete er an dem Opel Astra Kombi mit ca.186 Diesel PS das Setup und fuhr im Rennen auf Platz sechs in der Klasse SP10.

Nach drei von neun Rennen führt nun die Titelverteidigerin Claudia Hürtgen mit Teamkollege Marc Hennerici die Tabelle mit 28,35 Punkten an. Marcel Tiemann belegt mit 0,49 Punkten Rückstand Platz zwei vor Thorsten Schubert mit 27,00 Punkten.

Die Organisatoren der Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy um Sportleiter Hartmut Mauer haben wieder einmal eine perfekte Veranstaltung auf die Beine gestellt und so die Grundlage für eine spannende Rennveranstaltung geschaffen, die ohne die zahlreichen Helfer, bei denen der MSC Adenau sich an dieser Stelle nochmals besonders herzlich bedanken möchte, nicht möglich gewesen wäre.

MSC Adenau e.V. im ADAC