Platz zwei für Andree/Herter in turbulentem Regenrennen

Ulli Andree und Stephan Herter verpassten beim dritten Lauf zur BF Goodrich-Langstreckenmeisterschaft nur knapp den ersten Klassensieg des Volvo S60 seit dessen Umstieg in die Kategorie SP5. Herter hatte gerade durch einen schnellen Boxenstopp die Führung übernommen, als das Rennen wegen sintflutartiger Regenfälle und vieler Ausrutscher abgebrochen werden musste. Da beim Abbruch immer die Runde vor der Roten Flagge für die Wertung herangezogen wird, ging Andree/Herter der Sieg per Reglement durch die Lappen.

Ulli Andree erzielte die Klassen-Pole, musste sich aber beim schon völlig verregneten Start hinter Sebastian Stahl in einem BMW auf der zweiten Position einreihen. „Er kam gerade noch durch eine Gruppe von langsameren Porsche hindurch, hinter der ich irgendwie hängen geblieben bin. Ich mußte teils extreme Risiken eingehen, um an den untereinander kämpfenden Porsche vorbei zu kommen – oft blieb einfach nur der Weg außen herum. Als ich endlich vorbei war, war Sebastian aber schon über alle Berge“, so der Kölner. „Danach waren die Verhältnisse weiterhin extrem schwierig. Es hat teilweise sehr stark geregnet, die Gischt blieb in der Luft hängen und sank nicht wieder ab, wenn sie einmal hochgeschleudert war.

Man konnte lange Zeit nicht weiter sehen als bis zum Beginn der eigenen Motorhaube, was bei 250 km/h auf der Döttinger Höhe schon sehr unangenehm ist – einmal wurde ein zu Überrundender wegen der Gischt erst dann erkennbar, als ich nur noch fünf Meter hinter ihm war.“ Andree kraulte hinter Schumacher-Halbbruder Stahl im Airnergy-M3 auf der zweiten Position. „Ab der achten Runde begann es langsam abzutrocknen; in der zehnten Runde zogen wir unseren Boxenstopp vor, um Stephan Herter schon mit Slicks wieder rausschicken zu können“, rekapituliert Teamchef Danny Berk. „Dabei verwendeten wir zum ersten Mal die neuen 18-Zöller von Dunlop.“ Über die konnte Herter nur Gutes berichten: „Das Auto fühlte sich sofort anders an. So richtig ausprobieren konnten wir das zwar nicht, weil es stellenweise noch feucht war und wir nicht optimal beschleunigen konnten. Aber mit den neuen Reifen kannst du ein bisschen ruhiger fahren. Das kann gerade im Hinblick aufs 24-Stunden-Rennen ein großer Vorteil werden.“ Als der Euskirchener gerade zwei Runden mit den 18-Zoll-Slicks unterwegs war, begann es wieder heftig zu regnen. „Als er schon im Tiergarten war, haben wir uns entschieden, sofort wieder auf Regenreifen zurückzuwechseln.“ Herter kam genau hinter Thomas Wirtz, der Stahls M3 übernommen hatte, in die Boxengasse eingebogen. Aber das PSR-Team aus Adenau fertigte ihn schneller ab als das Team des Spitzenreiters den Leader im BMW und Herter ging als Führender wieder auf die Bahn.

Die Freude darüber wehrte nur kurz. Noch während jener Runde, in der Herter die Spitze übernommen hatte, musste die Rennleitung zur roten Abbruchflagge greifen. „Die Verhältnisse waren wirklich schlimm“, bestätigte Herter die Entscheidung. Andree ergänzte: „Bei diesen Sicht- und Streckenverhältnissen müssen wir an sich schon froh sein, dass das Auto unbeschädigt geblieben ist.“