Enttäuschendes Wochenende für das Team Scheid Motorsport aus Kottenborn. Hatte die Mannschaft rund um Teamchef Johannes Scheid zwei Wochen zuvor beim Renndebüt des neu aufgebauten BMW M3 GTS noch einen grandiosen dritten Platz erreichen können, musste man jetzt beim zweiten Lauf bereits in Runde vier den Eifelblitz mit Motorschaden abstellen.
Die Freude nach dem ersten Lauf wurde ein wenig getrübt durch ein nicht ganz zufrieden stellendes Setup und somit auch mit nicht ganz so schnellen Rundenzeiten, wie diese mit diesem Rennauto eigentlich möglich sein sollten.
So war es an Johannes Scheid, bei Testfahrten auf der GP-Strecke des Nürburgrings weitere Detailarbeit am Setup des Eifelblitz durchzuführen. Weitere geplante Testfahrten auf der Nordschleife mussten aufgrund privater Umstände abgesagt werden.
Dennoch, die eintägigen Testfahrten brachten eine deutliche Steigerung der Performance. „Wir haben zwar immer noch ein recht starkes Untersteuern, aber dafür ist die Bremsanlage jetzt absolut perfekt, und auch das Fahrverhalten beim Rausbeschleunigen ist deutlich besser“, konnte Oliver Kainz nach drei Runden im freien Training am Freitag freudig berichten. Doch die Freude hielt nicht lange.
Denn als Dennis Rostek weitere Abstimmungsarbeiten durchführen sollte, gab es einen kapitalen Getriebeschaden im Bereich Bergwerk. In unnachahmlicher Art und Weise setzte Johannes Scheid nun alles daran, den Eifelblitz bis zum nächsten Morgen wieder rennfertig zu kriegen.
Eiligst hinzu gerufene Mechaniker halfen bis 3 Uhr morgens, das Getriebe wieder zusammen zu bauen, bis 5 Uhr morgens verbaute Johannes Scheid dann das aus verschiedenen Einzelteilen neu zusammen gestellte Getriebe in den Eifelblitz. Und siehe da, pünktlich zum Zeittraining am Samstagmorgen stand der Eifelblitz wieder rennfertig in der Box 30. Nach einigen Testrunden durch Johannes Scheid und Dennis Rostek, war es gegen Trainingsende dann an Oliver Kainz, eine gute Startposition heraus zu fahren.
Mit einer Zeit von 08:43,318 Minuten stellte er den BMW M3 GTS auf den durchaus zufrieden stellenden sechsten Startplatz, nur 0,177 Sekunden hinter den Markenkollegen Bäder / Hagenmeyer im Getrag-BMW. „Aber da war noch einiges an Zeit drin, weil mir vor allem in schnellen Kurven noch etwas Rückmeldung von der Vorderachse fehlt“, war Oliver Kainz noch nicht ganz zufrieden mit seiner Rundenzeit. „Ich kann den wahnsinnig guten Grip, den die Reifen aufbauen, noch nicht ganz ausnutzen. Mit etwas Feinarbeit am Fahrwerk sollte dies beim nächsten Reifen aber nochbesser werden.“
Im Rennen konnte Oliver Kainz dann drei Runden lang den Sichtkontakt zum Getrag-BMW und zum DTM-Opel von Schall / Schall halten, ehe im Bereich Bergwerk (dieser Streckenabschnitt mag den Eifelblitz wohl nicht so sehr) ohne Vorwarnung der Motor seinen Geist aufgab. Riesige Enttäuschung in der gesamten Scheid-Box. „Schade, dass ich nicht fahren konnte, aber noch mehr tut mir der Johannes leid, der die ganze Nacht so hart gearbeitet hat“, hatte Dennis Rostek Mitleid mit seinem Teamchef und Fahrerkollegen.
Dieser zeigte sich hingegen kämpferisch: „Jetzt erst recht. Das Auto ist doch gut, das konnten wir im Training sehen. Und in vier Wochen greifen wir mit einem neuen Motor wieder an.“ Die Enttäuschung und vor allem die Erschöpfung konnte der fünfmalige VLN-Meister allerdings nicht verbergen. „Jetzt noch eine Kleinigkeit essen, und dann nichts wie ab ins Bett“, so die letzten Worte des Teamchefs, die an diesem Samstag am Nürburgring vernommen wurden.












