Civic Cup: Spannung bis zur letzten Runde

Die Entscheidungen in den Honda-Markenpokalen fielen erst in den letzten Runden der Saison 2005. Der zehnte Lauf des Honda Civic Type-R-Cups, der im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring ausgetragen wurde, fand bei kühler Witterung und zeitweise einsetzendem Regen statt. Norbert Bermes/Harald Thönnes/Marcel Engels (Willich/Mülheim-Kärlich/Willich) reichte ein dritter Platz beim, um erstmals den Sieg im Civic-Cup zu holen. Selbst der fünfte Saisonsieg half Ralph-Peter Rink/Andreas Weiland (Frankfurt/Bad Vilbel) nicht mehr, das Trio von Fleper Motorsport von Platz eins in der Endwertung zu verdrängen. Rang drei im Gesamtklassement belegten Werner Uetrecht/Florian Fricke (Stemwede/Nienstädt).

Zehn Teams waren mit ihren Honda Civic Type-R zum Saisonabschluss in die Eifel gekommen. Der Kampf um die Cup-Gesamtwertung fand nur noch zwischen Bermes/Thönnes/Engels und Rink/Weiland statt. Der Vorteil lag beim Fleper-Trio, das nur auf Rang vier ins Ziel zu kommen brauchte, während Rink/Weiland (Honda Schmack) auf jeden Fall gewinnen mussten, um noch eine Chance auf den Meistertitel zu haben.

Das morgendliche Zeittraining auf zunächst nasser und später noch feuchter Fahrbahn sah Bermes/Thönnes/Engels deutlich in Front, die Meisterschafts-Kontrahenten Rink/Weiland standen nur auf Startplatz neun. Weiland hatte nach einem Ausrutscher mit einem leichten Frontschaden durch die Reparatur viel Zeit in der Box verloren. Trotzdem gab er sich kämpferisch: „Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren. Wir greifen an und fahren im Rennen voll auf Sieg.“ Bermes: „Wir fahren auf Ankommen. Wir müssen heute nicht gewinnen und haben weniger Druck.“

Direkt nach dem Start fand sich an der Spitze ein Trio. Uwe Unteroberdörster (Lohmar), der mit Michael Ecker (Hauptstuhl) fuhr, übernahm das Kommando vor Weiland und Engels. Der Fleper-Pilot: „Ich konnte den beiden locker folgen und habe zunächst einmal abgewartet.“ Dramatik kam im Rennen erst nach den ersten Boxenstopps und Fahrerwechseln auf, als Thönnes einen Fehler machte: „Am Eingang zum Steilstück bin ich auf die Wiese geraten, und von dort ging es direkt ab in die Leitplanke.“ Glücklicherweise war der Schaden nicht allzu groß und er konnte den Wagen zurück zur Box bringen. Nach der notdürftigen Instandsetzung ging der Honda Civic von Bermes/Thönnes/Engels wieder ins Rennen, allerdings nur noch auf Platz sechs. Der Titel schien verloren, denn Rink/Weiland hielten sich unterdessen knapp hinter den führenden Unteroberdörster/Ecker auf Rang zwei.

Doch dann hatte die Fleper-Mannschaft noch einmal Glück. Eine Stunde vor Schluss setzte Regen ein. Die drittplatzierten Uetrecht/Fricke verpatzten den Boxenstopp mit Reifenwechsel völlig und fielen weit zurück. Fricke: „Schade, wir hatten uns gerade so schön nach vorn gekämpft.“ Heinz-Peter Schumacher/Christoph Breuer (Euskirchen/Nettersheim) setzten auf die Taktik, mit Slicks zu Ende zu fahren, und verloren sehr viel Zeit. Der Fleper-Teamkollege Valerij Gorban (Ukraine) stand wegen Zündproblemen lange an der Box. So waren Bermes/Thönnes/Engels plötzlich wieder Dritte. Da nützte es Rink/Weiland auch nichts mehr, dass sie kurz vor dem Ende noch die Spitze übernahmen und zum fünften Mal in dieser Saison als Siger über die Ziellinie fuhren. Unteroberdörster: „Ein spannendes und unterhaltsames Rennen. Wir sind heute auf Angriff gefahren und haben frühzeitig Reifen gewechselt. Leider konnten wir die Spitzenposition nicht ganz bis zum Ende halten.“ Im Ziel waren Schumacher/Breuer 4., Uetrecht/Fricke 5., Alleinfahrer Gorban 6. und das Trio Michael Marsani/Jörg Klinkhammer/Karl Brinker (Hattingen/Krombach/Herne) 7.

Es gab nur drei Ausfälle beim Saisonfinale. Dr. Joachim Steidel/Herbert von DanwitzMarcel Hoppe (Recklinghausen/Tönisvorst/Lennestadt) hatten einen Unfall in der Anfangsphase. Nikolas Hardt/ Martin Tschornia (Rösrath/Bestwig) mussten ebenfalls nach einem Abflug aufgeben. Hardt war im Metzgesfeld heftigst in die Leitplanken geknallt. Mit einer Gehirnerschütterung wurde er zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert. Für Hans Keutmann/Mark Giesbrecht/Frank Kuhlmann (Koblenz/Ganderkesee/Bramsche) endete das Rennen bereits nach der ersten Runde mit einem Getriebeschaden.

Bei der Siegerehrung gab es dann nur strahlende Gesichter. Teamchef Johannes Fleper: „Endlich hat es geklappt. Ich weiß gar nicht, was ich gemacht hätte, wenn wir in diesem Jahr den Titel nicht geholt hätten.“ Bermes: „Wir haben heute Glück gehabt, nachdem wir schon alles verloren hatten. Es war ein faires Duell.“ Thönnes: „Ich bin echt froh. Zum Glück hat mein Fehler nicht die Meisterschaft gekostet.“ Engels: „Ein wirklich tolles Gefühl, so etwas macht Spaß.“ Für die Unterlegenen gratulierte Rink: „Wir haben heute alles probiert, leider hat es knapp nicht gereicht. Glückwunsch an die Sieger.“ Ein zusätzliches Erfolgserlebnis gab es noch für Marcel Engels. Der 23-Jährige belegte in VLN-Junior-Trophäe 2005 den zweiten Platz.

Die drei Erstplatzierten des Honda Civic Type-R-Cups gewannen auch ein stattliches Preisgeld in dieser Saison: Bermes/Thönnes/Engels (ca. 30.000 Euro), Rink/Weiland (ca. 27.000 Euro), Uetrecht/Fricke (ca. 22.000 Euro).