Esser Tuning Nöthen steckte die Erwartungen für den siebten Lauf sehr hoch, vor allem die Stammfahrer Carola Esser (Bad Münstereifel) und Uwe Meuren (Waldbüttelbrunn) wollten ihren Erfolg vom letzten Rennen wiederholen und am Ende mit dem Civic auf Platz eins über die Ziellinie fahren. Gastfahrer Michael Klotz (Oestrich Winkel) sollte den beiden dabei Schützenhilfe leisten.
Nach dem Training sah es jedoch ganz anders aus. Die drei vergeigten das Zeittraining völlig und fanden sich am Ende auf dem letzten Startplatz wieder. Ironisch meinte der Teamchef: „Jetzt können sie das ganze Feld vor sich her treiben.“ Eine Ursache für das gänzlich daneben gegangene Zeittraining konnte keiner im Team feststellen. Esser, Meuren und Klotz nahmen es relativ gelassen: „Auch wenn es nur 3,5 Stunden sind – es kann viel passieren.“ Und es passierte viel! Startfahrer Meuren verschlief prompt den Start, gab aber dann ordentlich Fersengeld und fuhr kontinuierlich nach vorne. Ein zurückfallender BMW hielt den Civic mit Meuren am Volant jedoch mächtig auf, vor allem in den Kurven. „Der Kerl hat mich meine letzten Nerven gekostet. Auf der Geraden auf und davon, in den Kurven mit angezogener Handbremse auf der Ideallinie. Erst in Wehrseifen konnte ich mich vorbeipressen.“
Die folgenden Runden fraßen ordentlich Reifen, mehr als üblich, und Meuren musste früher zur Box als geplant. Dirk Esser: „Wir haben den frühen Stopp gleich zum Tanken und Fahrerwechsel genutzt. Warum die Reifen so stark abbauten, wissen wir noch nicht.“ Mit Kurs und Blick auf Platz eins in der Klasse H1 jagte Michael Klotz mit dem schwarzen Civic der Konkurrenz hinterher. Den Abstand, zwischenzeitlich ordentlich angewachsen, konnte Klotz zwar verringern, aber in Bedrängnis brachte er den Wettbewerb nicht. Erst technische Probleme der anderen Starter in der H1 spülten ETN nach vorne. „Ein unglaubliches Chaos auf der Strecke. Ich hatte in jeder Runde mindestens eine Gelbphase. Überall lagen Teile, Ölbindemittel oder Wracks. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass die Abschleppwagen in einer eigenen Klasse ebenfalls um Punkte fuhren, soviel waren unterwegs“, erklärt Klotz nach dem Rennen.
Carola Esser übernahm den Civic von Klotz auf Platz eins liegend und fuhr einige schnelle Runden, bevor die Zeiten schlagartig nach oben wanderten. Die Vermutung, dass technische Probleme die Rennamazone einbremsen, lag sehr nahe. Und tatsächlich: Erneut waren es die Reifen, die ihren Dienst schneller quittierten als dem gesamten Team lieb war. Mehr rollend als rennend überquerte Carola Esser die Ziellinie und meinte nach dem Rennen: „Derartigen Gripverlust habe ich noch nicht erlebt. Auf der Dottinger Höhe konnte ich den Wagen nicht ausfahren und brauchte die gesamte Fahrbahnbreite, um wenigstens die Richtung beizubehalten. Wir können von Glück reden, dass die anderen auch Probleme hatten.“
„Letztlich hat es trotz eines total misslungenen Trainings und massiven technischen Problemen zum Sieg in unserer Klasse gereicht. Für das Team gilt jetzt, den Fehler zu suchen und abzustellen, damit wir beim nächsten Rennen den Hattrick schaffen“, so Teamchef Dirk Esser. Schon jetzt schielen die beiden Stammfahrer Esser und Meuren auf den Podestplatz des kommenden Laufes.
In der Tabelle konnten sich Meuren und Esser weiter vorarbeiten und liegen nun auf Platz 112 bzw. Platz 68. Auch die Frage nach der Tabellenführung in der Klasse H1 scheint sich zum Saisonende zu stabilisieren. Mit 31 Punkten führt Carola Esser die Wertung souverän an, auf Platz zwei folgt mit knapp acht Punkten Rückstand Uwe Meuren (23,50) der aber mit über zehn Punkten auf den drittplatzierten vorne liegt.












