Esser, Meuren und Brabec feiern Sieg in der H1

Nach einem Erfolg sah es anfänglich nicht aus, als Startfahrerin Carola Esser den schwarzen Honda Civic bereits nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt an Uwe Meuren übergeben musste. Gesundheitlich angeschlagen schaffte es die Renn-Amazone nicht die volle Distanz zu bewältigen. Zwar rechnete sich das Trio von ETN (Esser Tuning Nöthen) bereits im Vorfeld Siegchancen aus, doch nach dem frühen Wechsel zweifelte selbst der stets optimistisch eingestellte Teamchef Dirk Esser daran. Weit über zwei Stunden kurbelte Uwe Meuren am Volant und schaffte es den schwarzen Japaner von Rang fünf auf Rang zwei vorzufahren.

„Sicherlich,“ so das Resümee des Teamchefs nach Rennhalbzeit, „die Ausfälle der Wettbewerber haben unser Vorankommen begünstigt. Wenn aber die Fahrer nicht materialschonend und gleichzeitig schnell unterwegs sind, ist alles andere graue Theorie.“ Den letzten Turn nahm Andre Brabec, unter die Räder des schwarzen Civic. Ähnlich wie Uwe Meuren schaffte es Brabec seine persönlichen Bestzeiten ständige zu unterbieten, bis er letztendlich in der Schlussphase auf Platz eins lag. „Der lange Zeit Führende der Klasse hatte einen Ausritt mit anschließendem Reifenschaden. Durch diesen nicht geplanten Boxenstopp und unsere guten Rundenzeiten haben wir uns auf den ersten Platz gefahren,“ so Dirk Esser nach dem Rennen. Sehr zufrieden zeigten sich auch die drei Fahrer. Einstimmiger Tenor: „Die Leistung im Team ETN war überragend. Nicht nur, dass der Civic lief wie ein Uhrwerk, auch die Mechaniker haben hervorragende Arbeit geleistet. Rennsport ist eben Teamsport – gerade in der Langstreckenmeisterschaft auf dem Ring.“

Die Freude der drei Civic-Treiber über Platz eins währte allerdings nur kurz, denn das zweite Auto von ETN, ein Honda Integra Type R, der in der Klasse V-H1 antritt, ist in der letzten Runde im Bereich Pflanzgarten mit Getriebeschaden ausgerollt. Thomas Frank und Ulrich Schreier hatten schon im Zeittraining mit einem hakeligen Getriebe zu kämpfen, hofften jedoch, dass die Gearbox bis zum Ende der sechs Stunden hält. Im Laufe des Rennens zeigte sich, dass die Hoffnung wirklich zum Schluss stirbt, ähnlich wie das Getriebe des Integras. Selbst nach dem sich Gang für Gang verabschiedete, waren Teamchef und Fahrer überzeugt, die rote Japan-Flunder über die Ziellinie zu retten. Der Blick aufs schwarz weiß karrierte Tuch war den beiden Fahrern jedoch nicht vergönnt. So blieb Schreier und Frank nichts weiteres übrig, als die bittere Pille der Niederlage mit dem süßen Sekt der Gewinner runterzuspülen.