Der sechste Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring stand für das PSR-Volvo-Team unter keinem guten Stern. Der Mannschaft von Danny Berk erwuchs in einem neu aufgebauten BMW M3 von Hans-Hatto Karl/Udo Förster starke Konkurrenz in der Klasse SP4. Der frühere DTM-Wagen wurde mit einem neuen Motor ausgerüstet und so weit abgespeckt, dass er knallhart am Mindestgewicht für die Fahrzeugklasse liegt. Damit avancierte er zu einem echten Gegner für den Volvo S60.
Das Duell zwischen den beiden Sieganwärtern endete im Rennen vorzeitig, nachdem Rainer Wehner den Volvo im Starttörn in eine siegverdächtige Position manövriert hatte.
Ulli Andree hatte den Fünfzylinder hinter Förster für den zweiten Startplatz qualifiziert. Wehner hielt sich nach dem Start auf Schlagdistanz zum BMW-Piloten. „Ich konnte zwei Runden lang mit dem BMW mithalten“, blickte der Wiesbadener zurück. „Dann fingen bei mir leichte Reifenprobleme an. Alle vier Reifen überhitzten, sodass ich zu wenig Grip hatte. Der BMW konnte mir wegfahren.“
Zwischendurch erschrak der 50-jährige Steuerberater noch mal, weil die Elektronik kurz streikte. „Plötzlich setzte der Begrenzer zuerst bei 7100/min, dann sogar schon bei 6500/min ein“, erinnerte sich Wehner. „Ich habe daraufhin runtergeschaltet und wieder hochbeschleunigt – danach ging´s wieder.“
Förster konnte sich einen Vorsprung von 40 Sekunden auf Wehner heraus fahren. „Aber unsere Taktik wäre trotzdem voll aufgegangen“, betonte Wehner. Andree, der beim ersten Boxenstopp von Wehner übernahm, ergänzte: „Wir hatten kalkuliert, dass wir uns 90 Sekunden Rückstand einfahren dürfen – dann hätten wir das Rennen immer noch drehen können. Der BMW war auch mit einer Drei-Stopp-Strategie unterwegs – genau wie wir. Wir hätten allerdings beim letzten Stopp, bei dem Ulli Packeisen von mir übernehmen sollte, nur noch wenig tanken müssen.“
Doch so weit sollte es gar nicht erst kommen. Als Andree von Wehner übernahm, kam der Kölner gerade mal 50 Meter weit. „Dann ging auf einmal die Drehzahl hoch, und ich bin in der Boxengasse ausgerollt.“
Ein Schaden im Bereich von Getriebe oder Antriebsstrang beendete das Rennen für das PSR-Team, ehe der Wuppertaler Packeisen zum Einsatz kommen konnte.
Teamchef Danny Berk grämte sich: „Von der Laufleistung her war das Getriebe noch okay. Wir bauten es erst beim letzten Rennen ein; drei Rennen sind mit einem Getriebe sicher machbar. Es ist ärgerlich, dass wir jetzt schon zum zweiten Mal mit einem Getriebeschade ausgefallen sind – und das auch noch in so aussichtsreicher Position. Wir wussten, dass wir im Törn von Andree Meter auf den BMW gutgemacht hätten. Der Sieg wäre sicher möglich gewesen.“












