Merten und Steinbring vom MSC Adenau holen Klassensiege

Bei der 36. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy am 11. Juni, veranstaltet vom Motor-Sport-Club (MSC) Adenau, sicherten sich Marc Basseng und Mike Rockenfeller den Gesamtsieg auf einem von Land Motorsport eingesetzten Porsche GT3 RSR. Die lange Zeit führenden Betzdorfer Uwe und Jürgen Alzen belegten mit ihrem Porsche 996 Turbo den zweiten Platz vor den Jaguar V8STAR-Piloten Christopher Gerhard und Dirk Riebensahm, die den dritten Platz auf dem Podest einnahmen.

Am Samstagmorgen gegen 8.30 Uhr nahmen 174 Fahrzeuge, darunter 19 Starter des veranstaltenden Clubs, das Zeittraining zum dritten Wertungslauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring auf. Schon nach dem Training sah es sehr viel versprechend aus, das dies ein toller Motorsporttag für die rund 23.500 Zuschauer rund um die Nürburgring Nordschleife werden würde. Mit einer Fabelzeit von 8:06.393 Minuten hatte Uwe Alzen auf dem Porsche 996 Turbo, den er sich wie immer mit seinem Bruder und Teamchef Jürgen teilte, einen neuen Trainingsrundenrekord auf der Kombination von Nürburgring Grand-Prix-Kurs und Nordschleife aufgestellt. Die zweitschnellste Zeit ging an den Land Porsche der späteren Sieger. Rennstreckenarchitekt und MSC-Fahrer Hermann Tilke (Jaguar V8 STAR) konnte, zusammen mit seinem Teamkollegen Dirk Adorf, den dritten Trainingsrang für sich verbuchen. Lokalmatador Johannes Scheid und Oliver Kainz (BMW M3 GTRS) beendeten das Training als fünfte. Zwei Mitglieder des MSC Adenau konnten leider nach dem Training schon die Heimreise antreten. Sabine Schmitz (Nürburg) und der gebürtige Däne Kurt Thiim, die sich das Cockpit eines Mercedes Benz 190E Evo2 teilten mussten auf den Start zum Rennen über 4 Stunden verzichten, weil sie gegen Ende der Trainingssitzung einen Motorschaden zu beklagen hatten. Auch das zweite Fahrzeug, ein BMW M3, auf dem Ex-DTM Pilot Thiim genannt hatte musste wegen technischen Problemen in der Box bleiben.

Beim Start konnte sich Alzen von der Poleposition aus gleich von seinen Konkurrenten absetzen, dahinter gewann der Jaguar V8 STAR von Adorf/Tilke das Startduell gegen den Land Porsche. Doch leider hatte sich das Jaguar V8 STAR-Team um Niki Raeder mit dem Tankstopp verpokert, als man versuchte neun Runden zu fahren und dann im Streckenabschnitt Hohe Acht mit Benzinmangel liegen blieb. Noch schlimmer traf es MSC-Pilot Johannes Scheid, an dessen BMW M3 GTRS die Elektronik aufgrund eines defekten Kabels und dem daraus entstandenen Kabelbrand ihren Dienst quittierte. Stefan Kissling (Schuld/Ahr), der schon im Training über Motorprobleme klagte, stellte seinen Opel Astra in der ersten Runde, als der Öldruck zusammenbrach, vorsichtshalber ab um größere Schäden zu vermeiden. Für das Team der in Barweiler wohnhaften MSC-Pilotin Gaby Roosen (BMW 325i) war das Rennen auch bereits in der ersten Runde zu Ende als ihr Teamkollege von einem anderen Teilnehmer ins Aus befördert wurde. Doch die Liste der glücklosen MSC-Fahrer wurde noch länger als Karl-Heinz Teichmann und Michael Schneider den Suzuki Swift EA mit Bremsproblemen aus Sicherheitsgründen in der Box abstellten. Martin Tschornia schied mit gebrochener Radnabe an seinem Honda Civic Type-R aus, nachdem er zwischenzeitlich sogar die Führung in der Klasse N3 inne hatte. Reinhard Huber und seine Teamkollegin, die Aachenerin Claudia Hürtgen, konnten sich leider nicht über den Klassensieg in der stark besetzten Klasse der Specials bis 2000 ccm Hubraum freuen. Beide BMW 320i schieden kurz vor Ende aus dem Rennen.

Ungefähr eine Stunde vor Rennende wurde es noch mal spannend, als der Alzen Porsche mit Rundenrekordhalter Uwe Alzen am Steuer mit Reifenschaden und defekter Heckpartie an die Box kam. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Vorsprung vor dem zweitplatzierten Porsche von Basseng/Rockenfeller rund zwei Minuten. Die Mechaniker um Teamchef Jürgen Alzen wechselten die Reifen und entfernten die herunterhängenden Teile am Heck des „Turbinchen“ wie der Alzen-Porsche im Volksmund aufgrund seines einzigartigen Sound genannt wird. Bei der nächsten Zeitmessung nach dem Verlassen der Box hatte Uwe Alzen cirka 3 Minuten Rückstand auf den konkurrierenden Land-Porsche. Von nun an begann der Betzdorfer eine spannende Aufholjagd, bei der er zwischen 20 und 30 Sekunden auf den Führenden gut machte und in dessen Verlauf er mit 8:10.443 Minuten einen neuen offiziellen Rundenrekord aufstellte. Am Ende sollte es aber nicht reichen für das leistungsstärkste Fahrzeug der Langstreckenmeisterschaft das Duo von der Spitze zu verdrängen. Mit einem Vorsprung von 57.520 Sekunden gewannen Marc Basseng (Köln) und Mike Rockenfeller (Monaco) die 36. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy vor Uwe und Jürgen Alzen auf Platz 2 sowie Christopher Gerhard (Viersen) und Dirk Riebensahm (Andernach) auf Platz 3.

Besonders erfreulich für den veranstaltenden MSC Adenau waren, trotz der vielen Ausfälle der MSC-Fahrer, die beiden Klassensiege durch Klaus Steinbring (VW Golf 2) in der Klasse V-H1 und den Nürburger Mario Merten (BMW 318is) in der Klasse V2. Merten belegte zudem noch den zweiten Platz auf einem Porsche 996 GT3 in der Klasse SP7. Besonders spannend ging es in der letzten Runde in der Klasse der Serienwagen V5 zu. Thomas Brügmann vom MSC Adenau musste sich mit seinen Teamkollegen Oliver Rövenich und Thomas Ambiel im BMW M3 um nur 0.378 Sekunden den Markenkollegen Dietmar Capelle und Rainer Kathan geschlagen geben und belegten Platz zwei in der Klasse. Einen weiteren zweiten Platz belegten Carola Esser-Feyen und Dirk Esser (Honda Civic) in der Klasse H1. In der Klasse Cup4 (Porsche) wurde Dirk Schoysman Vierter, Ulfried Baumert belegte auf dem Honda S2000 den siebten Platz in Klasse SP3, Thorsten Kill (Honda Civic) musste sich diesmal mit dem achten Platz in der Klasse N3 zufrieden geben während Carmen Holzer im BMW 318i mit Platz neun in der Serienwagenklasse V2 wieder zusätzliche Nordschleifenerfahrung sammeln konnte.

Die Organisatoren der Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy um Sportleiter Hartmut Mauer haben wieder einmal eine perfekte Veranstaltung auf die Beine gestellt und so die Grundlage für eine spannende Rennveranstaltung geschaffen, die ohne die zahlreichen Helfer, bei denen der MSC Adenau sich an dieser Stelle nochmals besonders bedanken möchte, nicht möglich gewesen wäre.

Weitere Informationen finden Sie unter www.mscadenau.de.