Middendorf gewinnt beim Comeback vor Pechvogel Andree

Beim achten Lauf zur Deutschen BF Goodrich Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring hat das Volvo-Team Mühlner Motorsport einen Doppelsieg gelandet. Volvo-Fahrer Ulli Andree hatte sich nach einem Reparaturstopp schon mit Platz drei abgefunden, als eine dramatische letzte Runde das Geschehen noch auf den Kopf stellte.
Teamchef Bernhard Mühlner hatte für die entscheidende Phase in der Meisterschaft wieder seinen zweiten Volvo S60 eingesetzt. „Damit wollten wir das Starterfeld unserer Kategorie etwas auffüllen, um Ulli so die Möglichkeit zu geben, in dem von der Teilnehmerzahl pro Klasse abhängigen Punktesystem mehr Zähler für die Gesamtwertung zu erzielen“, erklärte Mühlner die Taktik.
Andreas Middendorf ging vom Start weg vor Andree in Führung und blieb beinahe die gesamte Startrunde über vorn, bis Huber auf der langen Döttinger Höhe aus dem Windschatten der Volvos ausscherte und an beiden vorbei in Front ging. Am Ende der Start-Zielgeraden konnte dann auch Andree seinen Teamkollegen passieren.
Andree heftete sich an Hubers Fersen und setzte dem Bayern mächtig zu. In Runde sieben fuhr er erstmals in der Renn-Geschichte des Mühlner-Volvo S60 unter der Schallmauer von 9:20 Minuten, ehe sich in Runde acht die Lichtmaschine verabschiedete.
„Ulli musste sehr viel im Windschatten von Huber fahren“, vermutet Mühlner den Schadenshergang. „Wahrscheinlich ist die Lichtmaschine dabei wegen der dann anliegenden höheren Drehzahlen ausgestiegen.“ Das Teil wurde in dreieinhalb Minuten gewechselt.
In der letzten Runde verabschiedete sich der führende Astra unter immensem Druck von dem Seidel mit technischem Defekt. Seidel sah somit vor Andree die Zielflagge. „Ich freue mich natürlich für das Team, dass Andy und Jörg gewonnen haben“, erkannte der Kölner nach dem Rennen an. „Auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich persönlich etwas enttäuscht bin. Denn im Hinblick auf die Gesamtwertung wäre es natürlich besser gewesen, wenn das Ergebnis andersherum ausgefallen wäre.“