Dramatisches Rennfinale in der “Grünen Hölle”: Kai Riemer und Guido Yerna sahen beim achten Lauf zur BFGoodrich Langstrecken Meisterschaft Nürburgring bereits wie die Sieger in der Renault Clio-Cup-Klasse aus, als sich das Schicksal noch gegen sie wendete. Am Ende durften Christopher Gerhard und Dirk Riebensahm mit knappem Vorsprung auf das Trio Martin Tschornia, Franjo Kovac und Hubert Nacken jubeln.
Saison-Höhepunkt mit Hindernissen: “Ein absolut chaotisches Rennen”, stöhnte Renault Clio Coupe-Pilot Dirk Riebensahm im Ziel erleichtert, aber durchaus nicht unzufrieden. Gemeinsam mit seinem Partner Christopher Gerhard hatte der Nordschleifen-Spezialist aus dem benachbarten Andernach so eben beim achten Lauf zur BFGoodrich Langstrecken Meisterschaft die Clio-Cup-Klasse gewonnen. “Ich bin heilfroh, dass wir dieses Ergebnis halten konnten – am Ende trennten uns nur noch 7,5 Sekunden von unseren Verfolgern.”
Schon der Start hatte die sorgfältig ausgetüftelten Boxenstrategien der Teams über den Haufen geworfen: Noch vor der ersten Kurve sorgte ein heftiger Zusammenstoß innerhalb des mit 174 Fahrzeugen imposanten Starterfeldes – bei dem niemand schwer verletzt wurde – für einen Rennabbruch. Aufgrund der langwierigen Bergungsarbeiten verkürzten die Organisatoren das ursprünglich auf sechs Stunden angesetzte Ruhr-Pokal-Rennen auf fünf Stunden.
Auch danach hatten die Teilnehmer in der Clio-Cup-Klasse viel Gelegenheit, die Flexibilität ihrer Rennstrategien unter Beweis zu stellen. Zum Beispiel Christopher Gerhard und Dirk Riebensahm: Ein defekter Reifen sowie ein Problem während eines Tankstopps – das einen weiteren Abstecher in die Boxengasse vonnöten machte – warfen sie zurück. So waren es Kai Riemer und Guido Yerna, die sich an die Spitze setzten. Doch auch für das schnelle Duo, das der Clio-Cup-Klasse während der aktuellen Nordschleifen-Saison bislang klar ihren Stempel aufdrücken konnte, lief nicht alles nach Plan: “Ein unplanmäßiger Reifenwechsel kostete uns wertvolle Zeit”, so Riemer. “Aber so sind halt die Gesetze des Motorsports.” Was der Mindener zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen sollte: Es sollte für ihn noch dicker kommen…
Teamchef Nikolaus Arkenau erlebte die entscheidenden Momente live mit – am Telefon: “Wir hatten uns gerade rund drei Minuten Vorsprung herausgefahren, als sich etwa eine halbe Stunde vor Rennende Guido auf meinem Handy meldete – er stand im Bereich ,Schwedenkreuz‘, das Auto war einfach ausgegangen.” Per Ferndiagnose erstellte der gewitzte Techniker – lange Jahre selbst erfolgreich in den Markenpokalserien von Renault unterwegs – zielsicher einen Befund und wies seinen Piloten an, den Sicherheits-Hauptschalter der Bordelektrik zu überbrücken. Die Operation gelang: Yerna überquerte die Ziellinie noch als Drittplatzierter in seiner Klasse. “Trotzdem ein spannendes Rennen”, befand Arkenau anschließend. “Ein Zeichen dafür, wie dicht wir alle zusammenrücken.”
Während Dirk Riebensahm und Christopher Gerhard der Sieg damit nicht mehr zu nehmen war, freuten sich Martin Tschornia, Franjo Kovac und Hubert Nacken über den zweiten Rang. “Für uns lief es wunderbar, es gab nichts auszusetzen”, so Routinier Tschornia später. “Doch da Hubert noch für einen zweiten Einsatz eingeplant war, mussten wir nach dem Rennabbruch komplett umplanen.” Zufriedene Gesichter fanden sich auch im Team Schlaug Motorsport: Michael Wellmann und Dietmar Simon belegten den vierten Rang, André Mühlenbruch und Dietmar Konopka wurden Fünfte. Weniger Glück hatten Jens Riemer, Marc Kippschull und Florian Scholz: Das Trio musste seinen Renault Clio Coupe bereits in der ersten Runde nach einem Unfall abstellen.












