Renault-Team übernimmt Platz zwei der Gesamtwertung

Kai Riemer und Guido Yerna alias “Bugs Bunny” ließen sich auch im dritten Lauf um die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring nicht bremsen: Vier Stunden hetzten sie gemeinsam mit 180 Teilnehmern über die legendäre Eifelrennstrecke, holten sich den dritten Klassensieg in Folge und rutschten dadurch in der Gesamtwertung der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf den zweiten Rang hinter dem neuen Tabellenleader Klaus Wagenstetter vor.
Geschenkt wurde ihnen dieser Sieg nicht: Gleich in der Startphase des dritten Saisonlaufs zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft unterlief Kai Riemer ein Ausrutscher – und schon war der Trainingsschnellste der Clio-Cup-Klasse seine Führungsposition los. “Ich hatte Probleme mit der Bremsleistung meines Autos”, begründete der Mindener den Zwischenfall. “Ich musste während des gesamten Rennens mit dem linken Fuß pumpen, um rechtzeitig verzögern zu können. Das hat mich einerseits zwar etwas beunruhigt, andererseits wollte ich uns unter allen Umständen aber einen zusätzlichen Boxenstopp ersparen. Das war ziemlich anstrengend.” Aufhalten konnte dies den schnellen Lipperländer nicht: Gemeinsam mit Partner Guido Yerna holte sich der Pilot des Teams Arkenau zum dritten Mal in Folge den Klassensieg – und rückte dadurch in der Gesamtwertung dieser Serie, die ausschließlich auf der Nürburgring-Nordschleife und dem angrenzenden Grand Prix-Kurs ausgetragen wird, auf den zweiten Rang vor.
“Super zufrieden” zeigte sich das Arkenau-Team auch mit dem erst 18 Jahre alten Marc Kippschull: “Er wird von Lauf zu Lauf immer schneller”, kommentierten Co-Pilot Carsten Welschar und Teamchef Nikolaus Arkenau die Vorstellung ihres “Nesthäkchens”. “Die Nordschleife bereitet mir riesigen Spaß und ich merke, wie ich mich von Rennen zu Rennen steigern kann”, bestätigte der Kerpener begeistert. Saisonlauf Nummer drei beendeten das Nachwuchstalent und Welschar auf Rang vier.
Strahlende Gesichter auch beim Team Mintgen: Dirk Riebensahm und Christopher Gerhard durften sich über einen zweiten Platz in der Clio-Klasse freuten, nachdem sie vorübergehend sogar die Führung übernommen hatten. “Doch dann wurde ich in eine Kollision verwickelt”, berichtete Riebensahm. “Bis dahin lag der Clio optimal, anschließend nicht mehr. Ich musste sogar die Box ansteuern. Unter diesen Bedingungen geht der zweite Rang für uns absolut in Ordnung. Schön zu sehen, dass unser Abstand zum Arkenau-Team langsam schrumpft.”
Zu Hochform lief Andy Gülden bei seiner Premiere in der Langstreckenmeisterschaft auf: Gemeinsam mit seinem Partner Dietmar Simon eroberte er den dritten Rang. Ohne Zwischenfälle kam aber auch der ehemalige Formel Renault-Pilot nicht über die Runden: “Nach einem Unfall in der Startphase stimmte die Fahrwerksgeometrie nicht mehr. Dann habe ich das eigenwillige Fahrverhalten aber als Herausforderung akzeptiert, das machte sogar geradezu Spaß”, so der 24-Jährige, der bei Zakspeed als Instruktor arbeitet und den größten Teil des Rennens allein bestritt. “Mein Clio war optimal vorbereitet. Wenn es sich organisieren lässt, möchte ich auch beim nächsten Rennen wieder an den Start gehen. Ich arbeite derzeit daran”, schwärmte der Pilot des Schlaug-Teams.
Ein eher enttäuschendes Nürburgring-Wochenende erlebte dagegen der Rennstall von Reinhard Sesterheim: Bereits im Freitag-Training unterlief Rainer Böhmer ein Fahrfehler, der in der besonders schnellen Passage “Schwedenkreuz” in einem heftigen Unfall mündete. Während Böhmer lediglich mit leichten Prellungen dem Renault Clio entstieg, bewertete sein in der Eifel heimischer Teamchef das Wrack trocken als “Kernschrott”. Mangels einsatzfähigem Cup-Clio startete der dritte Saisonlauf ohne das Team Sesterheim.
Auch Jens Schäfer und Co-Pilot Frank Bell sahen wenig Grund zum Feiern – obwohl der schnelle Mann aus Nohn gleich nach dem Start in der ersten Kurve die Klassenführung übernehmen konnte. Zu Beginn der zweiten Runde geriet sein Rennen aufgrund einer defekten Antriebswelle jedoch ins Stocken. “Das hat uns knapp zehn Minuten gekostet”, so Schäfer, der drei Runden vor Rennende erneut durch ein Antriebswellenproblem ausgebremst wurde. “Da steckte der Wurm drin. Dabei hatte ich noch Chancen, den vierten Platz zu erreichen”, resümmierte der Renault-Händler: “Gleiche Welle an selber Stelle. Wir haben in dieser Saison einfach Pech.”