Ein spannender aber stets fairer Kampf um den Sieg in der SP4 für Spezialtourenwagen bis 2500 cm³ fesselte die Fans entlang der Nordschleife: Wehner / Karl im A.V.P.-BMW M3 oder Andree / Middendorf im Mühlner-Volvo S60, so lautete die Frage nachdem der Hohenester-Audi Turbo von Gerspacher / Bauer nach dem Training mit einem Defekt im Zylinderkopfbereich aufgeben mußte. Bereits im Qualifying trennten lediglich drei Sekunden den schnellen M3 von der Volvo-Paarung, es folgte der bärenstarke Turbo-Audi sowie Solokämpfer Juppy Bermes im zweiten Mühlner-Volvo.
Nachdem BMW-Startfahrer Rainer Wehner dem Volvo in der ersten Runde 19 Sekunden abnehmen konnte, schien bereits eine Vorentscheidung gefallen zu sein, doch zunehmende Handlingsprobleme am M3 und ein furios kämpfender Andy Middendorf im Volvo S60 führten die beiden Frontrunner bis zur zehnten Runde wieder zusammen. „Ich wurde nach dem Start in diverse Zweikämpfe dreier BMW und zweier Porsche aus den größeren Hubraumklassen verwickelt,“ so Middendorf nach dem Rennen. „Jedes Mal wenn ich vorbei war, haben sie mich auf der Döttinger Höhe wieder eingefangen. So konnte Rainer Wehner mir zunächst davonfahren.“ Nach zehn Umläufen war Middendorf im Volvo jedoch wieder am Heck des BMW und übergab den perfekt laufenden Fünfzylinder an Ulli Andree, während der BMW M3 von A.V.P. weitere zwei Runden drehte, bevor „Hannes“ Karl übernahm. Dieser kam unmittelbar vor Ulli Andree im Mühlner-Volvo zurück auf die Strecke. „Da sah ich schon, daß Hannes nicht optimal unterwegs war und konnte ihn ausgangs der Hatzenbach überholen,“ so Andree. „Allerdings mußte ich noch einen Vorsprung auf Hannes rausfahren, da wir dieses Mal zur Sicherheit einen Splash-and-Dash zwei Runden vor Schluß einlegen wollten – der M3 konnte aber auf jeden Fall durchfahren.“ Auch nach dem planmäßigen kurzen Tankstop lag Andree im Mühlner-S60 vorne und kreuzte schließlich mit 30 Sekunden Vorsprung als SP4-Sieger vor der A.V.P.-Besatzung die Ziellinie. „Ich habe mein Tempo eigentlich meinen ganzen Turn über an dem des BMW ausgerichtet. Als der Vorsprung groß genug war, bin ich auf Sicherheit gefahren und habe früh geschaltet, um ja nichts mehr zu riskieren,“ kommentierte der Kölner nach der Zieldurchfahrt happy. Den Erfolg der Mühlner-Truppe vervollständigte Solist Juppy Bermes, der trotz eines durch Steinschlag verursachten Keilriemenwechsels Dritter wurde.
Teamchef Bernhard Mühlner nach dem Rennen: „Heute hat alles gepaßt: Die fahrerischen Leistungen, die Taktik und die Technik. Wir alle freuen uns natürlich sehr über diesen Sieg und Juppys tollen dritten Platz. Aber wir haben weder den Hohenester-Audi noch den A.V.P.-BMW abgeschrieben. Ab Montag geht quasi alles wieder von vorne los.“












