Risiko zahlte sich aus

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Bei traumhaftem Wetter lieferte der fünfte Saisonlauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring die Bühne für fesselnden Rennsport im Opel OPC Cup, wo die Entscheidung erst in den allerletzten Runden fiel. Das beste Ende hatte der GTC OPC mit der Startnummer 339 von Kappeler Motorsport für sich: Willy Hüppi und Alexander Schula erkämpften sich mit einer gewagten Tankstrategie ihren ersten Saisonsieg. Dahinter folgten die Tabellenführer Hannu Luostarinen an der Seite von Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche auf Rang zwei. Das Podium komplettierten Jari Nuoramo, Juha Hannonen und Daniel Bohr, die sich über den dritten Podestplatz in Folge freuen konnten.

Das Glück will den beiden Youngstern Moritz Oestreich und Robin Strycek vom Team Schirmer in dieser Saison einfach nicht hold sein: Nachdem sie sich im Qualifying des 47. ADAC Barbarossapreises erneut den ersten Startplatz ihrer Klasse gesichert hatten, konnten sie in der ersten Rennhälfte zunächst die Führung behaupten. Kurz vor Ende der zweiten Rennstunde kam es dann im Bereich Metzgesfeld zu einer Berührung mit einem überrundenden Fahrzeug. Daraufhin schlug der Opel mit der Startnummer 362 mit Strycek am Steuer hart in die Leitplanke ein und konnte nicht mehr weiterfahren. Für die Söhne der Ex-DTM-Piloten Volker Strycek und Markus Oestreich war es bereits das dritte Rennen, in dem sie unverschuldet eines Top-Resultats beraubt wurden.

Zu den Profiteuren zählten Hüppi und Schula. Sie überraschten die Konkurrenz mit einem risikoreichen Manöver: „Wir sind mit einem Tankstopp weniger als die anderen ausgekommen. Schon den Mittelstint haben wir um eine Runde verlängert, und so war es einigermaßen wahrscheinlich, dass wir durchkommen. Im Team war allerdings ein Teil dagegen – ehrlich gesagt, war ich dieser Teil“, lacht der Schweizer Rennsport-Enthusiast Hüppi hinterher. „Nachdem Alexander über die Ziellinie gefahren war, hatten wir in der Querspange schon Aussetzer, weil der Sprit ausging – es war also richtig knapp.“ Teamkollege Schula ergänzt: „Ich bin im letzten Stint schon sehr sparsam gefahren, und es hat gerade so gereicht. Wir sind nach dem Motto ‚Sekt oder Selters‘ gefahren, und es wäre beinahe in die Hose gegangen. Aber jetzt können wir mit Sekt feiern.“ Und Grund zum Feiern gibt es genug, denn für ihren Mut wurden sie nach einer Renndistanz von 25 Runden mit dem ersten Sieg der Saison belohnt.

Nicht minder gut gelaunt waren die Zweitplatzierten vom Team Ti-Tarvike, Hannu Luostarinen sowie Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche. Letzterer kommentierte: „Nach den Problemen während des Rennens durch zu wenig Grip an der Vorderachse sind wir mit diesem Ergebnis sehr zufrieden. Wir hatten eigentlich fest damit gerechnet, dass die Führenden noch tanken mussten. Schula hat es ohne weiteren Stopp versucht und ist durchgekommen, und wir gönnen ihnen dieses Resultat. Nächstes Mal drehen wir den Spieß dann wieder um“, versicherte der Hückeswagener zuversichtlich.

Nach zwei zweiten Plätzen in den vergangenen beiden Rennen sicherte sich das Lubner-Auto mit Jari Nuoramo, Juha Hannonen und Daniel Bohr am Steuer den dritten Rang. Ein etwas enttäuschter Bohr erklärte, wieso sie trotz langer Führungsarbeit nicht ganz nach oben auf das Siegerpodest steigen durften: „Das Rennen lief zu Beginn relativ gut. Wir konnten uns im zweiten Stint von Position vier aus an die Spitze vorkämpfen und uns dort bis zur vorletzten Runde halten. Kurz vor Schluss mussten wir dann sicherheitshalber noch einen Splash-and-Dash machen, der uns letztendlich den Sieg gekostet hat.“ Trotzdem gab es auch Grund zur Freude: „Wir sind natürlich glücklich über das dritte Podium in Folge. Dadurch haben wieder wertvolle Punkte gesammelt“, bemühte sich Bohr, das Positive an diesem Ergebnis zu sehen.

In der Meisterschaftstabelle behielten die Fritzsche-Brüder ihren Vorsprung von 14 Punkten, hinter ihnen sind die Sieger Hüppi und Schula die neuen Tabellenzweiten. Seppo Hunt, Ilkka Kariste und Heikki Liiri im zweiten Ti-Tarvike-Fahrzeug rutschten auf Rang drei und liegen mit 73 Punkten nur einen Zähler vor dem Trio Nuoramo/Hannonen/Bohr. Auch dahinter geht es eng zu: Die Plätze fünf und sieben trennen lediglich vier Punkte. Es bleibt also spannend, wenn am 22. August der Opel OPC Cup in die nächste Runde geht und die Hatz durch die „Grüne Hölle“ beim sechsten Lauf der VLN-Saison 2015 von neuem eröffnet wird.