Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, die Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) richtet mit zehn Läufen pro Jahr und rund 3000 Teilnehmern, Technikern, Helfern und Organisatoren pro Veranstaltung die populärste Breitensport-Rennserie Europas aus. Pro Rennen verfolgen darüber hinaus etwa 20.000 bis 30.000 Zuschauer bei freiem Eintritt das Geschehen rund um die Nordschleife. Wir blicken zurück auf eine mittlerweile über 35jährige Geschichte, bei der die einzigartige Rennstrecke des Nürburgring und die besondere Nähe zwischen Sportlern und Fans im Zentrum stehen.
Die derzeitige Entwicklung am Nürburgring gibt uns indes Anlass zu tiefer Sorge. Insbesondere die Ankündigung der Insolvenzverwalter der Nürburgring GmbH, kurzfristig ein bedingungsfreies Bietverfahren für die Sportstätte des Nürburgrings einzuleiten, hat uns alarmiert. Die VLN sieht darin ein falsches Signal sowie ein hohes Risikopotenzial für den Breitensport und die Region. Daher haben wir in Sorge um den Fortbestand der Serie und des Breitensports am Nürburgring mit dem Verein „Ja zum Nürburgring“ zur Demonstration in Mainz aufgerufen.
Ihre in der vergangenen Woche getroffene Aussage, dass die Herausnahme des Rings aus dem Veräußerungsprozess „in unser aller Sinne“ ist und jetzt mit einem „sorgfältig vorbereiteten Verhandlungsprozess mit der Europäischen Kommission“ dieses Ziel erreicht werden soll, erfüllt uns mit Hoffnung.
Wir möchten Sie und die ganze Landesregierung ermutigen, diese Linie mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln in die Praxis umsetzen, da wir glauben, dass der Sport nicht ohne Grund in Art. 40 Abs. 4 der Landesverfassung von Rheinland-Pfalz verankert wurde. Der Sport propagiert wichtige Werte wie Teamgeist, Solidarität, Toleranz und Fairplay und trägt zur Persönlichkeitsentwicklung und -entfaltung bei. Das gilt ganz besonders für den Breiten-Motorsport, für den wir stehen. Allerdings benötigen wir dazu auch eine Sportinfrastruktur, die zugänglich und bezahlbar bleibt. Wir sind für unseren Sport auf den Nürburgring und ganz besonders auf die Nordschleife angewiesen.
Jeder potenzielle Eigentümer/Betreiber der Sportstätte des Nürburgrings verfügt über ein „natürliches Monopol“ und betreibt zudem eine Anlage, die im Gemeinwohl steht. Eine solche Einrichtung ist am Besten in der öffentlichen Hand aufgehoben. In jedem Fall erachten wird Sicherungsmechanismen zugunsten des Sports für unabdingbar. Dies muss vor der Einleitung eines Veräußerungsprozesses geschehen, da ansonsten vollendete Tatsachen geschaffen werden.
Die VLN unterstützt daher das Begehren des Vereins „Ja zum Nürburgring“, der auf der Grundlage eines gut begründeten Gutachtens die Verhandlung eines gemeinwohlorientierten Lösungskonzepts mit der Europäischen Kommission fordert. Der Sport muss bei jeder Lösung im Mittelpunkt stehen. Ein solches Konzept und insbesondere die Rolle des Breitensports am Nürburgring müssen der Europäischen Kommission verdeutlicht werden, damit auch in Brüssel den Gemeinwohlbelangen des Sports und den Bedürfnissen der Region ausreichend Rechnung getragen wird.
Gerne bieten wir Ihnen unsere Unterstützung an, wenn Sie „in unser aller Sinne“ für die Privilegierung der Sportstätte des Nürburgrings kämpfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Rolf Krimpmann
Vorsitzender der VLN-Gesellschafter
Wichtiger Hinweis
Am Donnerstag, den 25. April, wird ab 19 Uhr in der Graf-Ulrich-Halle in Nürburg eine Podiumsdiskussion stattfinden. Teilnehmer sind der Insolvenzverwalter, Politiker, Gewerbevertreter und natürlich Otto Flimm vom Verein „Ja zum Nürburgring“. Der SWR4 hat zu dieser Diskussion im Rahmen der Sendung „SWR4 Klartext Nürburgring – wie geht es weiter?“ eingeladen. Die VLN bitte alle Teilnehmer und Fans, an diesem Termin teilzunehmen, um Unterstützung für Otto Flimm und den Verein \’Ja zum Nürburgring\‘ zu demonstrieren.













