Erstmals ging man mit 4 Renault Clio Fahrzeugen in der mit 16 Fahrzeugen stark besetzten Klasse Cup3 an den Start. In der Startnummer 676, dem Fleettec-Clio, starteten wie gewohnt Jürgen Peter (Herzogenrath) und Rennsemmel (Nideggen). Die Startnummer 679 wurde von Mohammed AlOwais und Nadir Zuhour (Dubai) pilotiert. Thomas D. Hetzer (Bonn) und Werner Habermehl (Wiesbaden) teilten sich das Lenkrad der 680. Für das letzte Fahrerduo war das Wort Premiere in jederlei Hinsicht Programm. Dirk Zimmermann (Monschau) und Liudas Vastakas (Litauen) bestritten Ihr erstes VLN-Rennen in einem neu aufgebauten Clio des Teams. Premiere also für Fahrzeug und Fahrer.
Das Wochenende des Duos Peter/Rennsemmel fing verheißungsvoll an. In einem von Mischwetter geprägten Qualifying konnten die beiden einen guten dritten Startplatz herausfahren. Die Entscheidung kurz vor Trainingsende noch einmal mit geschnittenen Slicks auf die Strecke zu gehen war goldrichtig. Startfahrer Rennsemmel ließ es dann zum Rennstart um 12:00Uhr richtig fliegen und zeigte über 4 Runden einen tollen Kampf um die Führung in der Klasse Cup3 mit den bekannten Widersachern Jurek/Olivo im TKS Clio. Mit einer Zeit von 9:30min knabberte Rennsemmel erneut an seiner persönlichen Bestleitung aus dem vergangenen Jahr. Viele Gelphasen ließen es aber nicht zu die Rundenzeiten auf einem konstant schnellen Niveau zu halten. Nach Runde 4 musste Rennsemmel den TKS Clio ziehen lassen. Die Reifen spielten in der 676 nicht mehr mit und mal zollte dem hohen Anfangstempo Tribut. In der elften Runde erreichte die Boxencrew dann die Hiobsbotschaft: „Das Kupplungspedal ist total weich; da stimmt was nicht.“ Rennsemmel suchte die Box 17 des Roadrunner Racing Teams zur Kontrolle auf. Äußerlich konnten die Techniker rund um Technikchef Denys Tessmann keine Beschädigung feststellen. Die Kupplung trennte jedoch noch einigermaßen. So versuchte man dann das Rennen mit Jürgen Peter wieder aufzunehmen. Dieser strandete jedoch mit dem Fahrzeug in seiner ersten Runde im Bereich der Hohen Acht. Der Bruch der Kupplungsscheibe führte hier zum Ausfall. Ein Schaden der sich damit zum dritten Mal wiederholt. Ob dies einer schadhaften Charge des Kupplungsherstellers zurückzuführen ist muss nun geklärt werden.
Zum letzten Mal in diesem Jahr fuhren Nadir Zuhour und Mohammed AlOwais ein VLN Rennen. Die Zielsetzung war seitens des Duos schnell ausgesprochen: Ankommen und Spaß haben. Diese Devise verhinderte einen Startplatz im vorderen Drittel der Klasse nach dem Zeittraining. Man zeigte sich dennoch zufrieden mit dem elften Startplatz in der Cup3-Klasse. AlOwais sollte nun als Startfahrer eine Verbesserung des Trainingsergebnisses im Rennen herausfahren. Ein schwieriges Unterfangen, da das gesamte Feld ziemlich nah zusammengerückt ist was die Rundenzeiten angeht. Beide Fahrer fuhren ein fehlerfreies und unauffälliges Rennen. Am Ende stand der neunte Platz zu Buche. Zusammen mit einer persönlichen Bestzeit im Rennen von Nadir Zuhour war das Fahrerduo aus Dubai durchaus zufrieden mit der Leistung.
Thomas D. Hetzer und Werner Habermehl hatten sich in Ihrem zweiten gemeinsamen Rennen viel vorgenommen. Vorrangig galt es für Habermehl mehr Vertrauen ins Fahrzeug zu finden und Hetzer hatte sich die Senkung der Rundenzeit ins Pflichtenheft geschrieben. Ein verkorkster Freitag (Riss im Kühlerschlauch) ließ Habermehl nur unzureichend trainieren und Hetzer kam gar nicht zu seinen Trainingsrunden. Im Zeittraining lief das Auto wieder einwandfrei und die Zeitenhatz wurde auf Platz 10 beendet. Beide zeigten sich unzufrieden mit der erreichten Rundenzeit aber keine freie Runde und die widrigen Wetterverhältnisse führten zu diesem Ergebnis. Es war schließlich an Thomas D. Hetzer den Start-Stint unter die Räder zu nehmen. Mit guten Rundenzeiten konnte Hetzer Plätze gut machen. Der Boxenstopp brachte die unerwartete Wende. Beim heftigen zurückschieben des Fahrersitz rutsche dieser aus den Schienen. Die Reparatur dauerte eine gefühlte Ewigkeit, da die Sitzschienen nur schlecht zugängig waren. Alle Hoffnungen auf eine gute Platzierung schwanden. Nach erfolgter Instandsetzung nahm Werner Habermehl die Verfolgung des Feldes auf. Ein hoffnungsloses Unterfangen mit diesem Rückstand. Die Startnummer 680 beendete das Rennen auf einem ernüchternden Platz 12 der Klasse.
Thomas D. Hetzer nach dem Rennen: „Im Training war mehr in meiner Runde auf Slicks drin, aber hätte, wenn, könnte, zählt nun nicht… Hier merkte ich, dass mir der Freitag gefehlt hat und ich somit noch nicht ganz wieder im Auto war. Der Start war sehr gut und ich konnte gleich ein paar Plätze gutmachen – habe mich einfach hinter den Clio der Groneck Brüdern gehangen. Das hat sehr viel Spass gemacht! Leider bin ich dann erst am Honda mit der 533 und danach am BMW mit der 491 kleben geblieben. Es hat sehr lange gedauert bis ich speziell am BMW vorbei war. Der Fahrer fuhr mehr als unfair. Hier habe ich den Anschluss an das Feld verloren. Die 10:22min war dann in Runde 8 meine schnellste Runde und lag weit hinter meinen Erwartungen. Die unzähligen Gelbphasen haben einfach nicht mehr zugelassen. Da hätte Minimum ein 10:10min stehen müssen. Irgendwie und warum auch immer bin ich nie richtig in meinen Rhythmus gekommen – erst in den beiden letzten Runden hat es etwas besser geklappt. Zusammengefasst: Kein gutes Wochenende für die #680! Viele unterschiedliche Fehler haben eine gute Platzierung verhindert. Schnell das Wochenende vergessen und auf den nächsten Lauf konzentrieren.“
Erstmals zum Einsatz kam die Startnummer 694. Das neu aufgebaute Fahrzeug wurde von Liudas Vastakas und Dirk Zimmermann zu seiner Jungfernfahrt ausgeführt. Beide VLN-Novizen haben sich beachtlich aus der Affäre gezogen obwohl diese einzig Erfahrungen im Rahmen der Touristenfahrten auf der Nordschleife vorweisen konnten. Startplatz 13 war für beide Fahrer OK nach dem Zeittraining. Es galt Erfahrung auf der Strecke mit dem bis dato unbekannten Fahrzeug zu sammeln. Der Start wurde vom erfahrenen Langstreckenpiloten, aus Litauen stammenden Liudas Vastakas gefahren. Er hielt sich aus dem „Getümmel“ raus und fand einen guten Rundenzeiten-Rhythmus. Dabei konnte er seine Zeiten stetig verbessern. Ab der 14. Rennrunde übernahm dann Dirk Zimmermann das Steuer der 694 und lieferte ebenfalls eine einwandfreie Vorstellung ab. Mit einer persönlichen Bestzeit von 10:20min kann er durchaus zufrieden sein und es scheint noch viel Luft nach unten zu sein! Man konnte bei beiden klar in den Rundenzeiten erkennen wie Fahrer und Fahrzeug mehr und mehr zueinander gefunden haben. Die beiden beendeten das Rennen auf einem guten 11. Platz.
Dirk Zimmermann nach dem Rennen: „Ich möchte vorausschicken: ich bin absoluter Frischling mit null Erfahrung, nie in einem Rennwagen gesessen. Dann direkt ins Haifischbecken VLN zu springen ist ja nicht unbedingt die beste Vorgehensweise im Rennsport. Trotzdem wurde ich vom Team und von den anderen Fahrern sehr freundlich und offen aufgenommen. Mit meinem Co-Fahrer bestand sofort ein sehr gutes und freundschaftliches Verhältnis. Das Problem mit der Nockenwellenverstellung am Freitag wurde umgehend über Nacht behoben. Dank an unseren Fahrzeugleiter Andreas der uns hervorragend betreut hat. Das Team arbeitet absolut ruhig und professionell, nie kam unkoordinierte Hektik auf; dies hat mich sehr beeindruckt. All das hat es mir erlaubt, mich auf das Fahren konzentrieren zu können und die ersten Runden im Rennwagen und in der VLN halbwegs manierlich auf die Reihe zu bekommen. Der Clio lässt sich recht problemlos fahren und ist für mich als Anfänger ein ideales Fahrzeug. Hat wahnsinnig Spaß gemacht! Nochmal Danke an das ganze Team und an Udo Huppertz, der mich einfach ins Becken geschubst hat!“
Teamchef Udo Huppertz: „Dieses Wochenende war recht stressig für das ganze Team und belohnt wurden unsere Mühen nur zum Teil. Wir hatten selber riesige Freude zu beobachten wie viel Spaß unsere Gäste und Partner Haubner IT und SHG-Knuffi an den Renntaxifahrten und dem ganzen Wochenende hatten. Aus sportlicher Sicht bleibt uns das Pech irgendwie erhalten. Der Ausfall der 676 und der blöde Schaden an der Sitzkonsole der 680 sind sehr ärgerlich. Dass nun eine Kupplungsscheibe mehrfach den Geist aufgibt (676) die bei regelmäßigem Austausch bisher noch nie Probleme gemacht hat, ist extrem ärgerlich. Wir werden hier schnell eine Lösung finden, da bin ich zuversichtlich. Dirk und Liudas haben einen tollen Job gemacht und sind nicht wirklich hinterhergefahren. Beide haben viel Potential auf der Nordschleife.“













