LMS Engineering siegte erneut in der SP3T

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…und die Antwort auf die Frage, warum weniger auch manchmal mehr sein kann.

Auch der vierte Lauf der VLN 2012 wurde von den Scirocco GT24 von LMS Engineering geprägt. Christian Krognes ließ bereits beim Training keinen Zweifel daran, dass der Scirocco von Andreas Lautner (Eigner von LMS Engineering aus Etzbach/Westerwald) wieder exzellent vorbereitet war.
Mit einer neuen Rundenrekordzeit für SP3T Fahrzeuge von 8:37,462 min hatte man sogar lediglich einen der hubraumstärkeren Audi TTRS aus der SP4T vor sich und konnte von Beginn des Rennens das Geschehen nach Belieben dominieren.

Der zweite Scirocco in der Besetzung Philipp Leisen und Devis Schwägli kam nicht ganz so in Tritt und belegte im Training „nur“ den dritten Rang. Im Rennen fiel dieses Fahrzeug dann später nach einem Fahrfehler und Mauerkontakt auf der Breitscheider Brücke mit gebrochenem Radträger aus.

Beim 24h Rennen gab es zuletzt noch betretene Gesichter beim Team LMS Engineering. Nach einer fehlerhaften Lieferung eines Zulieferers hatte das Team, welches nach Rundenzeiten die Klasse dominierte, nach vier Antriebswellenschäden das Fahrzeug zurückgezogen.

Die erste Lieferung, welche bei den ersten drei VLN Rennen zum Einsatz kam, hatte keinerlei Auffälligkeiten zu Tage gebracht. Die dann zum 24h Rennen produzierte Charge hatte allerdings erhebliche produktionsbedingte Streuungen in der Festigkeit der Tripodensterne.

Nachdem der Lieferant in den fünf Wochen zwischen 24h Rennen und VLN Lauf 4 keine abgesicherte Alternative anbieten konnte, zog Teamchef Andreas Lautner seine eigene Alternativ-Lösung aus dem Köcher. Man verbaute kurzerhand die aus dem Seat Supercopa verfügbaren Antriebswellen und reduzierte das mögliche Drehmoment des neu aufgebauten Motors. Gleichzeitig setzte man auf mehr Effizienz und reduzierte den Verbrauch des 2,0L TFSI-Motors.

Dem Team LMS, welchem immer wieder fälschlicherweise Werksunterstützung nachgesagt wird, gelang damit ein genialer Schachzug. Eine Maßnahme, welche der mehrjährige Technische Direktor von VW Motorsport in seiner damaligen Position nicht hätte durchführen können, weil der Bereich Motor in seinem Verantwortungsbereich herausgenommen war. Bei einem Werksengagement wäre es undenkbar gewesen, eine nicht auf Dauerhaltbarkeit abgeprüfte Lösung zum Einsatz zu bringen. Angesichts der Antriebswellenproblematik war diese Maßnahme aber genau zielführend.

Die Mitbewerber staunten nicht schlecht, als der üblicherweise nach sechs oder sieben Runden stoppende Scirocco erst nach acht Runden an die Box kam und dann zwei weitere Stints á neun Runden fahren konnte. Schlussendlich konnte man den Kissling Opel um mehr als 1:39 min auf Rang zwei verweisen, und das obwohl man

– weniger Runden mit dem pfeilschnellen Christian Krognes fuhr
– weniger Drehmoment gefahren ist
– weniger aufwendige und weniger teure Antriebswellen verbaut hatte
– weniger Fehler-Abstellmaßnahmen der Zulieferer erfährt, als wenn man wirklich werksunterstützt wäre
– und mit weniger Hubraum den Speed der Audi TT RS mitgehen kann.

In der Meisterschaft liegt das Team LMS Engineering in der Besetzung Krognes, Brinkmann, Andree nun auf dem aussichtsreichen 10. Gesamtrang und auf Rang 2 in der Junior-Trophäe und das, obwohl der dritte VLN Lauf für dieses Fahrzeug nach technischen Problemen sehr unglücklich verlief.
Aber bei diesem Lauf konnte ja der zweite Scirocco in der Besetzung Leisen, Schwägli, Rebhan sicherstellen, dass bislang bei allen VLN Läufen 2012 ein Scirocco GT24 von LMS Engineering gewinnen konnte.