Am vergangenen Wochenende lud der Deutsche Sportfahrer Kreis e.V. eine Reihe von Organisatoren von Nordschleifen-Veranstaltungen sowie Fahrer und Teamchefs zu einem Runden Tisch an den Nürburgring. An die europaweit größte Vereinigung von aktiven Fahrern und Motorsport-Fans waren Stimmen herangetragen worden, dass bei Nordschleifen-Veranstaltungen die zum Teil rücksichtslose Fahrweise einzelner Teilnehmer zu Sicherheitsproblemen führe. Die VLN Langstreckenmeisterschaft war durch Dietmar Busch, Dr. Helmut Hermann, Hans-Jürgen Hilgeland und Karl Mauer vertreten und es galt, gemeinsam Lösungen zu finden, diese Probleme in den Griff zu bekommen.
„Die Nordschleife ist einer der wichtigsten Bestandteile der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring“, sagte Mauer. „Aus diesem Grund begrüßt die VLN die Initiative des DSK und wird aktiv daran mitarbeiten, die Sicherheit auf der Nordschleife zu erhöhen – im Sinne unserer Helfer und der Teilnehmer.“
Die Bestandsaufnahme aller Anwesenden ergab, dass die kampfbetonte und rücksichtslose Fahrweise bei Veranstaltungen auf der Nordschleife zugenommen hat, dabei häufiger Flaggensignale missachtet werden und deswegen insbesondere die Sicherheitskräfte bei ihrer Arbeit gefährdet sind. Wie eine Studie der VLN zeigt, sind die Unfallzahlen im Renngeschehen hingegen seit 2008 rückläufig.
Diese Erkenntnisse führten nach einer rund zweistündigen Diskussion, bei der die Beteiligten sachlich und diszipliniert offene Worte fanden, zu vier Hauptpunkten, die in der nahen Zukunft die Sicherheit auf der Nordschleife steigern sollen:
1) Sofort-Sicherung: Die Sicherung von Unfallstellen unmittelbar nach dem Vorfall muss verbessert werden. Hierzu soll zu den Gelben Flaggen die Anwendung rigoroser Geschwindigkeitsbeschränkungen geprüft und umgesetzt werden.
2) Sicherung bei Hilfs- und Bergungsmaßnahmen: Vermehrt sollen künftig möglichst schnell nach dem Unfall Intervention-Cars die Teilnehmer einbremsen und durch die Unfallstelle leiten. Die Fahrbahnbreite der Rennstrecke wird an der Unfallstelle mit Pylonen so weit verengt, dass die Teilnehmer gezwungen sind, das Tempo deutlich zu reduzieren.
3) Regelverstöße konsequent ahnden: Den Rennleitern und Sportkommissaren wird empfohlen, Fahrer, die Flaggensignale missachten, mit deutlich härteren Strafen zu belegen. Dazu muss jedoch die Beweisaufnahme der Meldungen verbessert und durch technische Maßnahmen unterstützt werden.
4) Kontrolle der Piloten: Die Überwachung der Teilnehmer soll verbessert werden. Hierzu sollen vermehrt Video-Systeme auf der Strecke und im Fahrzeug eingesetzt werden. Bereits jetzt sind rund 70-80 Prozent aller Fahrzeuge mit On-Board Kameras und Daten-Recordern ausgestattet. Diese Aufzeichnungen könnten als Beweismaterial für Rennleitung und Sportkommissare zugänglich sein. Vorgestellt wurde ein einfaches Kombigerät aus Kamera, GPS und Daten-Recorder im Preissegment um 200 Euro, welches die Anforderungen zu erfüllen scheint. Auch die Streckenkontrolle soll langfristig verbessert werden, denn im Gegensatz zu modernen Grand-Prix-Kursen verfügt die Nordschleife nicht über ein lückenloses Kamerasystem, mit dem der Rennbetrieb beobachtet werden kann.













