Wasa absolviert „Freischwimmer“

Schmuckbild

„Sonne und Regen, die wechseln sich ab, mal geht´s im Schritt und mal geht´s im Trab“; so lautet der Anfang eines bekannten Poesiespruches. Das dies aber auch zum Motto des diesjährigen 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen des MSC Ruhr-Blitz werden kann mussten Fahrer und Teams am Samstag, den 27.08.2011 zum 7. Lauf der VLN am eigenen Leib erfahren.

Denn dieses Rennen sollte zum einzigen Reifenpoker werden. Das Wetter in der Eifel und rund um den Ring ist jedem bekannt. Das es allerdings so extrem sein kann, war auch für T+N Motorsport eine Herausforderung. Konnten im morgendlichen Freitagstraining noch Zeiten gesetzt werden, so war im Rennen nicht mehr an spitzen Zeiten zu denken, es sei denn man messte sich an den Zeiten der Boxenstopps, die unbarmherzig und permanent den Verlauf des Rennens regieren sollten.

Unser Startfahrer und Stammpilot Christoph Brune ging auf Regenreifen an den Start. Doch schon bald war die Strecke im Begriff abzutrocknen und Christoph kam zum ersten Reifenwechsel in die Box. Hier wurde rundum auf Intermidiens gewechselt. Doch damit war für das Team von T+N noch nicht der Job beendet. Zwischenzeitlich kam auch die Corvette von Amanda Hennessy und Robert Dubler in die Box zum Reifenwechsel. Eine Runde später kam Christoph gleich wieder an die Box um abermals auf Regenreifen zu wechseln, da gleich nach seiner Rückkehr auf die Strecke ein Platzregen einsetzte. Die gesamte Bahn stand sofort wieder unter Wasser. Mit diesem Problem hatte auch die PS-starke Corvette zu kämpfen. Robert, der den Start fuhr, musste eine komplette Rennrunde auf Slicks im strömenden Regen absolvieren.

Diese Reifenwechsel vollzogen Christoph und Robert insgesamt 3 Mal, bevor Christoph das Steuer an Mike Juul übergab und Robert an Amanda.

Mike fuhr bei absolut nasser Fahrbahn auf Regenreifen raus. Reifentechnisch lief diesesmal alles perfekt, bis von Mike über Funk die Nachricht an die Box kam:

“I´ve got no power, can´t start the car again. I´m standing on Döttinger Höhe.”

Björn, Daniel, Christoph und Tom machten sich sofort auf den Weg zum Fahrzeug um zu schauen, wo das Problem lag. Während dessen bereiteten Didi und Matthias den Umbau der Lichtmaschine vor, die Nadine bei Renault besorgte. Da niemand genau wusste, was mit Wasa war, wurde sich bereits auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Das Notfallteam schaffte es, Wasa wieder startbereit zu machen und Mike fuhr noch eine komplette Runde, bevor er in die Box kam. Dort wurde nun genau nach dem Fehler gesucht, denn die Probleme in der Elektronik blieben. Nach kurzer Zeit sollte die Fehlerquelle endlich lokalisiert sein; Wasser in der Elektronik. Nach dem Beheben des Fehlers und Tausch eines Sensors am Getriebe konnten wir nach 1 ½ Stunden nun auch endlich wieder das Rennen aufnehmen.

Während dieser Zeit stand auch die Corvette von Robert und Amanda in der Box. Sie hatten mit Zündaussetzern zu kämpfen. Es sollte sich in einer späteren Inspektion herausstellen, dass der Kurbelwellensensor sein letztes Signal ans Steuergerät gegeben hat, bevor er von ihnen schied.

Unterdessen übernahm Tom das Steuer von Wasa. Dieser ging für den gesamten Stint auf Intermidiens raus. Die Runden konnten ohne Unfall, Reifenwechsel oder Komplikationen absolviert werden, was dem Team die Möglichkeit gab, während dieser Zeit ein wenig durchzuatmen.

Für die letzten Runden übergab Tom das Steuer an Micke Larsen, der nun dafür verantwortlich war, Wasa sicher „nach Hause“ zu bringen.

Auf Grund der mittlerweile absolut abgetrockneten Strecke ging Micke auf Slicks raus. Auch sein Stint sollte ohne Probleme verlaufen. Und obwohl das Rennen 8 Minuten vor Schluss auf Grund eines großen Unfalls wegen wieder plötzlich einsetzenden Regens vorzeitig abgebrochen wurde, erfüllte Micke seinen Auftrag und brachte Wasa unversehrt zurück zum Team. Das gesamte Team war stolz, das zu diesem Lauf komplett neu aufgebaute Fahrzeug dennoch ohne allzu große Probleme durch dieses unfallreiche Rennen gebracht zu haben.

Das Team von T+N Motorsport hat sofort nach dem Rennen begonnen, die letzen Fehlerquellen am Clio zu beseitigen. Unter anderem wird auch der Einsatz von Hilde für den nächsten VLN-Lauf vorbereitet. (Foto: Patrick Funk)